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Medien „Süddeutsche Zeitung“ stellt NRW-Regionalteil ein

 ·  Ein weiteres Opfer der Zeitungskrise: Der Einbruch im Stellenmarkt und die zurückgehenden Erträge zwingen die SZ, den Regionalteil NRW einzustellen.

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Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) stellt wegen der Werbekrise gut ein Jahr nach dem Start ihre defizitäre Regionalausgabe für Nordrhein-Westfalen ein.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen“, sagte SZ-Geschäftsführer Hans Gasser am Donnerstag in München. Das ambitionierte Projekt sei strategisch und publizistisch ein Erfolg gewesen. Der Einbruch im Stellenmarkt und die weiter zurückgehenden Erträge hätten der SZ aber keine andere Wahl gelassen. In diesem Umfeld lasse sich der NRW-Teil auf Dauer nicht refinanzieren. Von der Einstellung sind 19 Mitarbeiter betroffen. Der Verlag schloss betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Die Zeitungskrise in Deutschland setzt sich damit fort. Erst am Mittwoch hatte die wirtschaftlich schwer angeschlagene "Frankfurter Rundschau" bestätigt, dass sie mit dem Finanzministerium in Wiesbaden Gespräche über eine Landesbürgschaft für neue Kredite führe. Die Süddeutsche Zeitung durchläuft derzeit einen schweren Sparkurs. Im vergangenen Sommer stellte sie die Jugendbeilage "Jetzt" und ihre Berlin-Seite ein. Erst Anfang Februar hatte das Bundeskartellamt den Einstieg der Südwestdeutschen Medienholding beim Süddeutschen Verlag zugestimmt. Der Einstieg brachte dem Süddeutschen Verlag eine dringend benötigte Kapitalerhöhung.

Am Samstag ist Schluss

Die Regionalausgabe der Süddeutschen Zeitung soll bereits an diesem Samstag (15. März) zum letzten Mal erscheinen. Gestartet hatte die Zeitung den NRW-Teil Anfang 2002. „Wir haben 14 Monate lang einen Regionalteil gemacht, auf den wir journalistisch stolz sein können“, sagte SZ-Chefredakteur Hans Werner Kilz. Nach Angaben eines Verlagssprechers stieg die Zahl der verkauften Zeitungen in Nordrhein-Westfalen seit Einführung des Regionalteils um 10.000 auf etwa 41.000 Exemplare. Kilz fügte hinzu: „Leider ist es jedoch offensichtlich so, dass sich solche anspruchsvollen Projekte auf einem hohen journalistischen Niveau zur Zeit wirtschaftlich nicht erfolgreich gestalten lassen.“

Der Süddeutsche Verlag mit seinem Flaggschiff SZ bekommt derzeit die Flaute auf dem Werbemarkt mit voller Wucht zu spüren. Im ersten Quartal sei der Stellenmarkt verglichen mit dem bereits schwachen Vorjahreszeitraum noch einmal rückläufig gewesen. Der Verlag hatte für 2002 einen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich und massive Stellenstreichungen angekündigt. Die Investitionen in den NRW-Teil werden in Branchenkreisen auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt.

Der Verlag betonte, sich mit der Aufgabe des NRW-Regionalteils nicht von den überregionalen Ambitionen verabschieden zu wollen. „Wir hoffen aber besonders unsere neuen Leser in NRW so nachhaltig von der Qualität der gesamten Zeitung überzeugt zu haben, dass sie uns auch ohne den Regionalteil treu bleiben“, sagte Kilz.

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