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Medien Springer steigt in russischen Zeitungsmarkt ein

14.04.2004 ·  Nach erfolgreicher Kurskorrektur will Europas größter Zeitungsverlag mit dem Einstieg bei der Westfalen-Blatt-Gruppe seine Vormachtstellung in Deutschland ausbauen und international den Sprung nach China und Rußland wagen.

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Nach erfolgreicher Kurskorrektur will Europas größter Zeitungsverlag mit dem Einstieg in der Westfalen-Blatt-Gruppe seine Vormachtstellung in Deutschland weiter ausbauen und international den Sprung nach China und Rußland wagen.

„Springer ist in der Offensive“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner auf der Hauptversammlung des Unternehmens am Mittwoch in Berlin. Der Konzern beteiligt sich zu 14,5 Prozent an der Westfalen-Blatt-Gruppe, die fünf Haupttitel und 25 Lokalausgaben herausgibt.

Ermutigt durch sehr positive Erfahrungen in Osteuropa - vor allem in Polen - werde Springer zudem auf dem „schnell wachsenden Medienmarkt“ Rußlands aktiv, erklärte Döpfner. Zur Vorbereitung des Markteintritts gründete der Verlag nach eigenen Angaben im September die Tochtergesellschaft Axel Springer Russia.

Unter ihrer Ägide erscheint an diesem Donnerstag erstmals die russische Lizenzausgabe des amerikanischen Wirtschaftsmagazins „Forbes“. „Forbes Russia“ startet mit einer Anfangsauflage von 40.000 Exemplaren. Döpfner betonte: „Eine zweite Zeitschrift wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr folgen.“

Springer peilt chinesischen Markt an

Die Gründungsoffensive werde national und international fortgesetzt. Unsere wirtschaftlichen Kennzahlen knüpfen an historische Höchststände an“, sagte Döpfner. Der Eintritt in den chinesischen Markt werde gerade vorbereitet. „Wir haben auch Ideen in der Schublade, was den deutschen Markt betrifft.“

Dem Einstieg Springers bei der Bielefelder Westfalen-Blatt-Gruppe muß das Kartellamt zustimmen. Nach eigenen Angaben ist das „Westfalen-Blatt“ mit einer täglichen Gesamtauflage von durchschnittlich 133.250 verkauften Exemplaren eine der großen Zeitungsgruppen in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland.

Leichtes Umsatzplus für 2004 erwartet

Nach dem Verlustjahr 2001 mit einem Minus von 198 Millionen Euro schaffte der Verlag trotz der Branchenkrise und des Konflikts mit dem gescheiterten Medienmogul Leo Kirch die Trendwende. 2002 machte er 61 Millionen und vergangenes Jahr 130 Millionen Euro Gewinn.

Auch für 2004 erwartet der Konzern ein leichtes Umsatzplus, wobei die Höhe des Anzeigengeschäfts mit ausschlaggebend sein dürfte. Weitere Erfolge in jetziger Geschwindigkeit und Größenordnung seien weder zu erwarten noch zu leisten, sagte Döpfner.

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„Eine gute Zeitung muß uns und anderen mehr Wert sein als ein Glas Mineralwasser, eine Tasse Cappuccino oder eine SMS zur Abstimmung bei "Deutschland sucht den Superstar"
- Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner -
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Keine Trendwende auf dem Medienmarkt absehbar

Döpfner äußerte sich vorsichtig zu den konjunkturellen Aussichten und zur Entwicklung am Medienmarkt: „Was die Marktentwicklung für 2004 betrifft, so bleibt die große Wende vorerst eine Hoffnung.“ Er sehe keine Anzeichen, daß sich die Rahmenbedingungen für die Medienbranche kurzfristig grundlegend verbessern werden. Derzeit gebe es noch eine große Diskrepanz zwischen dem prognostizierten wirtschaftlichen Aufschwung und der Auftragslage.

Die Netto-Erlöse der Branche bewegten sich nach Döpfners Worten allenfalls auf Vorjahresniveau, im Zeitschriftenbereich sogar oft unter dem schlechten Vorjahr. Wenn der Aufschwung endlich komme, würden die Printmedien jedoch als prozyklisches Geschäft davon deutlich profitieren. „Es wird wieder nach oben gehen", sagte Döpfner.

Neuausrichtung und Sparprogramm

Die positive Bilanz führte der Springer-Vorstandschef auf den drastischen Sparkurs zurück. Die Neuausrichtung des Verlages und die Konzentration auf erfolgversprechende Produkte habe sich bewehrt. Die Mitarbeiterzahl ist nach eigenen Angaben seit Beginn des Abbauprogramms von fast 14.100 auf knapp 11.500 gesunken.

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