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Medien Springer erhöht ProSieben-Beteiligung

17.09.2004 ·  Der Axel-Springer-Verlag hat sich nach der Pleite der Kirch-Gruppe mit dem Insolvenzverwalter auf einen Vergleich verständigt. Springer verzichtet auf die Option, seine Senderanteile zu verkaufen - nicht ohne Gegenleistung.

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Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um eine millionenschwere Verkaufs-Option haben sich der Verlag Axel Springer und mehrere Kirch-Gesellschaften auf einen Vergleich geeinigt.

Springer erhalte für den Verzicht auf die Optionsforderung die mittelbare Beteiligung an ProSiebenSat.1, die ohne finanzielle Gegenleistung um 1,8 Prozentpunkte auf zwölf Prozent erhöht werde, teilte Europas größter Zeitungsverlag am Freitag in Berlin mit. Zudem erhalte das Verlagshaus von der insolventen TaurusTV GmbH rund 60,3 Millionen Euro und bekommt vom Insolvenzverwalter eine Forderung von 325 Millionen Euro anerkannt.

Auslöser des Streits war die im Januar 2002 von Springer ausgeübte Verkaufs-Option über ursprünglich 11,5 Prozent an Pro Sieben, die damals mit 767 Millionen Euro bewertet worden war und aus der mittlerweile eine Forderung von 894 Millionen Euro entstanden ist. Diese finanzielle Belastung hatte das Ende des Medien-Imperiums von Kirch eingeleitet.

Saban stockt bei ProSieben auf

Mehrere Unternehmen der ehemaligen Kirch-Gruppe haben außerdem den Rechtsstreit mit den Universal Filmstudios in den Vereinigten Staaten beigelegt. Die Studios verzichten auch auf alle übrigen Ansprüche gegenüber Taurus TV und anderen ehemaligen Kirch-Unternehmen. Über die Höhe des Betrages den Universal erhalte, sei Stillschweigen vereinbart worden. In Branchenkreisen hieß es dazu, für den Verzicht auf die Forderungen von 600 Millionen Euro bekomme Universal etwa 70 Millionen Euro.

Der Insolvenzplan werde durch den Verkauf einer Beteiligung finanziert, die durchgerechnet einem Anteil von 12,9 Prozent am Grundkapital der ProSiebenSat.1 AG entspreche, erklärte der Insolvenzverwalter. Käufer sei die P7S1 Holding, die von dem Konsortium um den Medienunternehmer Haim Saban kontrolliert wird. Die Holding hatte im August bereits 36 Prozent des Grundkapitals und 72 Prozent der Stimmrechte von ProSiebenSat.1 übernommen. Saban dürfte etwa 200 Millionen Euro dafür zahlen und auf rund 88 Prozent der Stimmrechte bei ProSiebenSat.1 kommen.

Die Taurus TV soll nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens als Zwischenholding fortgeführt werden. Verbleibende Verkaufserlöse stehen gesellschaftsrechtlich der KirchMedia zu. Nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Michael Jaffé werden alle Beträge und die Übertragung der Beteiligungen in der nächsten Woche abgewickelt.

Die im MDax notierten Aktien vom ProSiebenSat.1 lagen am Freitag 1,2 Prozent im Minus bei 15,16 Euro.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und Dow Jones - vwd
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