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Medien SPD greift nach der Rundschau

10.03.2004 ·  Die überregionale Tageszeitung Frankfurter Rundschau bekommt wahrscheinlich einen neuen Eigentümer. An diesem Donnerstag kommen die Gläubigerbanken des Druck- und Verlagshauses zusammen.

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Die überregionale Tageszeitung Frankfurter Rundschau (Auflage 180.000 Exemplare) bekommt wahrscheinlich einen neuen Eigentümer. Am heutigen Donnerstag kommen die Gläubigerbanken des Druckund Verlagshauses Frankfurt am Main GmbH, Frankfurt, zusammen. Ihnen liegt ein Konzept als Management-Buy-out mit der derzeitigen Geschäftsführung um Günter Kamissek vor. Nach Angaben der Beteiligungsgesellschaft 3i ist das Verlagshaus sanierungsfähig. Über die Höhe des Engagements könne man noch nichts sagen.

Ein zweites Konzept wird die Medienholding der SPD, die Deutsche Druck und Verlagsholding GmbH (DDVG), Hamburg, vorlegen. Sie hat zwar bis zu der von ihr selbst gesetzten Frist am Dienstag kein offizielles Angebot vorgelegt. Beobachter gehen aber davon aus, daß aus dem Gewerkschafts- und SPD-nahen Bereich ein Angebot kommt. Und nachdem die Gewerkschaftsholding BGAG Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften AG mitgeteilt hat, daß sie sich nicht am Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main beteiligen werde, läuft alles auf ein Engagement der DDVG hinaus.

Investor aus der Branche eher geeignet

Dafür spricht auch die Begründung ihres Ausstiegs durch die BGAG. Zwar habe die Prüfung ergeben, "daß das Druck- und Verlagshaus bei konsequenter Fortsetzung der derzeitigen Restrukturierung sowie gegebenenfalls zusätzlichen Maßnahmen eine fundierte Chance auf eine erfolgreiche Sanierung haben könnte". Ein Engagement in der Zeitungsbranche, die sich in einem tiefgreifenden Umbruch befinde, liege aber nicht im bisherigen Fokus der BGAG. Dafür sei ein Investor aus der Zeitungsverlagsbranche eher geeignet.

Die DDVG ist an mehr als einem Dutzend deutscher Verlagshäuser beteiligt, darunter an der Westfälischen Verlagsgesellschaft und am Verlag Madsack in Hannover. Offiziell hat die DDVG jede Stellungnahme "zu diesen Gerüchten", wonach sie 75 Prozent der Anteile übernehmen werde, abgelehnt. Beobachter gehen davon aus, daß sie die Mehrheit auch nur übernimmt, um in Ruhe für einen Teil einen weiteren Investor suchen zu können. Nach Brancheninformationen wolle die DDVG 30 Millionen Euro investieren. Neben 3i und DDVG gebe es keine weiteren Interessenten, heißt es. Bisher gehört das in finanzielle Not geratene Verlagshaus zu 100 Prozent der Karl-Gerold-Stiftung. (Siehe auch Feuilleton.)

Quelle: geg., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2004, Nr. 60 / Seite 15
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Von Heike Göbel

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