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Medien Micky Maus ohne Erfolg

24.09.2002 ·  Bei Walt Disney läuft es nicht so gut: Die Umsätze schrumpfen und Vorstandschef Eisner ist weiter in der Kritik.

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Dagobert Duck hätte es vielleicht besser gemanagt: Der Walt Disney Konzern schwächelt und Vorstandschef Michael Eisner gerät mehr und mehr unter Druck. Auf der Verwaltungsratssitzung am heutigen Dienstagabend werden ihm die Versammelten vermutlich vorwerfen, mit schuld an der Misere des Konzerns zu sein.

Im dritten Quartal ist der Umsatz des Unternehmens um rund sieben Prozent auf 364 Millionen US-Dollar gefallen. Die Aktie befindet sich seit Mai 2000 auf Abstiegskurs und hat bis heute satte 66 Prozent verloren. Das hat mehrere Ursachen. Ein Grund sind die Terroranschläge vom elften September - seitdem reisen deutlich weniger Touristen in die Themenparks zu Micky Maus und Co.

Werbeeinnahmen bei ABC schrumpfen

Eine andere Ursache für das relativ schlechte Abschneiden des Konzerns ist bei dem Fernsehsender ABC zu suchen. Dessen Einschaltquoten sind in der letzten Zeit stark zurückgegangen. Den Werbekunden entging das nicht und die Werbeeinnahmen bei ABC schrumpften deutlich.

In die Kritik geraten ist Michael Eisner aber vor allem, weil sich sein Verwaltungsrat zu einem bemerkenswert großen Teil aus Freunden Eisners zusammensetzte. Neben ihrer Aufsichtstätigkeit machten etliche Mitglieder des Gremiums in der Vergangenheit nebenher Geschäfte mit dem Disney-Konzern. Bestes Beispiel ist der Architekt Robert Stern, der früher zahlreiche Disney-Hotels und Verwaltungsgebäude entworfen hat.

Eisner wird wohl nicht zurücktreten

Eisner hat inzwischen verfügt, dass Verwaltungsratsmitglieder in keiner Weise mehr Geschäfte mit dem Disney-Konzern machen dürfen. Einen zweiten Skandal gab es dennoch letzten Monat, als sich herausstellte, dass die Kinder von vier Mitglieder des Verwaltungsrates bei Walt Disney angestellt sind.

Experten raten Eisner schon seit einiger Zeit dazu, den Verwaltungsrat von 16 auf 11 oder 12 Mitglieder zusammenzuschrumpfen. So könnte das Gremium in den schwierigen Zeiten auch an Handlungsfähigkeit gewinnen. Gerüchte, der Vorstandschef könne auf der heutigen Sitzung seinen Hut nehmen, halten Analysten für eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass einige Mitglieder des Gremiums ihm ein Ultimatum stellen könnten, das Unternehmen wieder profitabler zu machen.

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