29.10.2002 · Die vom italienischen Regierungschef Berlusconi kontrollierte TV-Gruppe Mediaset steigt nun doch ins Bieterrennen um KirchMedia ein.
Die vom italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi kontrollierte TV-Gruppe Mediaset steigt nun doch ins Bieterrennen um KirchMedia ein. Wie Mediaset-Präsident Fedele Confalonieri sagte, schloss sich sein Unternehmen einem von insgesamt drei konkurrierenden Konsortien an.
Zu dem Bündnis um die US-Bank Lehman Brothers gehören bereits die deutsche Commerzbank, die deutsche Handelsgruppe Rewe sowie der saudische Prinz Al Walid. Die Gläubigerversammlung von KirchMedia sollte am Mittwoch über die verschiedenen Offerten beraten. KirchMedia ist außerdem im Besitz großer Spielfilm- und Serienbestände.
Geziert bis zuletzt
Mediaset ist nach eigenen Angaben insbesondere an den Fernsehsendern ProSieben und Sat.1 interessiert, die mehrheitlich von KirchMedia kontrolliert werden. Confalonieri sprach von einer „Gelegenheit“ und nannte den deutschen Markt mit 87 Millionen Einwohnern den „interessantesten in Europa“. Mediaset hatte seine Karten in Sachen KirchMedia bislang bedeckt gehalten. Noch in der vergangenen Woche hatten die Italiener Berichte zurückgewiesen, wonach sie sich einer der beiden anderen Bietergruppen anschließen wollte.
Die TV-Gruppe besitzt bereits 2,28 Prozent an KirchMedia. Zudem gehören der Muttergesellschaft Fininvest, über die die Berlusconi-Familie ihre Beteiligungen kontrolliert, weitere 2,48 Prozent. Ein möglicher Ausbau der Beteiligung an KirchMedia war vor einigen Monaten in Deutschland wegen der Zugehörigkeit zum Medienimperium Berlusconis bereits auf heftigen Widerstand in Medien und Politik gestoßen.
Neben dem Mediaset-Konsortium sind nach Angaben von Confalonieri noch zwei weitere Interessenten im Rennen: Eine Gruppe aus dem deutschen Bauer-Verlag und der HypoVereinsbank und ein Bündnis aus dem französischen Sender TF1 und dem amerikanischen Filmproduzenten Haim Saban. Confalonieri betonte, dass noch keinerlei Entscheidung über den Zuschlag gefallen sei. Er erwarte diese frühestens im Verlauf des November.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.380,70 | −0,96% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2460 | −0,23% |
| Rohöl Brent Crude | 105,95 $ | −0,84% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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