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Medien : Grünes Licht für Heyne-Übernahme

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Die zum Medienriesen Bertelsmann gehörende Verlagsgruppe Random House kann nach umfangreichen Zugeständnissen an das Bundeskartellamt den Heyne-Verlag übernehmen.

          Das Bundeskartellamt hat die Übernahme des Wilhelm Heyne Verlags durch die zu Bertelsmann gehörende Verlagsgruppe Random House genehmigt.

          Nachdem Random House von weitergehenden Übernahmeplänen, abgerückt zu, die gesamte Buchverlagsgruppe Ullstein Heyne List vom Axel Springer Verlag zu übernehmen, könne für den Erwerb grünes Licht gegeben werden, teilte das Kartellamt am Dienstag in Bonn mit.

          Marktanteil auf unter 30 Prozent gedrückt

          Mit der Beschränkung der Übernahme auf den Heyne-Verlag habe Bertelsmann den Bedenken des Kartellamts Rechnung getragen. Random House hatte im Januar 2003 die Verlagsgruppe Ullstein Heyne List von Axel Springer gekauft. Nachdem das Kartellamt aber Bedenken gegen die Übernahme angemeldet hatte, weil die Gruppe eine zu dominante Stellung auf dem Taschenbuchmarkt einnehmen würde, hatte Random House vorgeschlagen, nur den größeren Heyne Verlag zu übernehmen.

          Die Verlage Econ, Ullstein, List und Claasen verkaufte Random bereits an den schwedischen Medienkonzern Bonnier. Random House hatte dann nur noch die Heyne-Übernahme zur Genehmigung bei den Kartellwächtern angemeldet, teilte das Kartellamt weiter mit. Zudem wollten Random House und Heyne einzelne Verlagsteile abgeben.

          Nach Angaben einer Sprecherin beließ Heyne dazu unter anderem zwei Taschenbuchreihen bei Ullstein. Mit den Zugeständnissen drückten die beteiligten Unternehmen den Marktanteil bei deutschsprachigen Taschenbüchern der allgemeinen Informations- und Unterhaltungsliteratur auf unter 30 Prozent und ermöglichten den Kartellwächtern damit die Zustimmung zu den Plänen.

          Weiter mehrere Wettbewerber auf dem Taschenbuch-Markt

          Damit unterschreiten sie die Schwelle, ab der nach den Wettbewerbsregeln die Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung droht. Das Kartellamt führte zudem an, daß es mit dem zu Holtzbrink gehörenden Verlagen Rowohlt und Fischer sowie den Verlagen dtv und Lübbe namhafte Wettbewerber gebe, die auch in Zukunft Bertelsmann Konkurrenz machen könnten.

          Zudem entstehe durch die Übernahme der übrigen Verlagsteile durch Bonnier, die das Amt bereits gebilligt hatte, ein weiterer starker Wettbewerber. Kartellamtspräsident Ulf Böge erklärte, Random House habe den wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Kartellamts Rechnung getragen: „Das Vorhaben war vor diesem Hintergrund freizugeben.

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