23.12.2004 · Die Europäische Kommission prüft die geplante Tiefdruckfusion von Axel Springer und zwei Bertelsmann-Töchtern. Nach einer ersten Einschätzung würde „das Vorhaben wirksamen Wettbewerb erheblich behindern“.
Die Europäische Kommission hat wegen schwerer wettbewerbsrechtlichen Bedenken eine genaue Prüfung der geplanten Tiefdruckfusion des Axel-Springer-Verlags und zweier Bertelsmann-Töchter eingeleitet.
Die Wettbewerbshüter haben nach einer ersten Prüfung Anhaltspunkte, wonach „das Vorhaben wirksamen Wettbewerb erheblich behindern würde“. Dies gelte insbesondere für den deutschen Markt für Zeitschriften mit hohen Auflagen. Da das geplante Gemeinschaftsunternehmen aber auch Auswirkungen auf andere europäische Märkte habe, werde es weiter in Brüssel geprüft. Damit wurde auch ein Antrag des Bundeskartellamts, die Fusionspläne in Deutschland zu untersuchen, abgewiesen.
Prüfung auf EU-Ebene könnte Fusion erleichtern
Die beteiligten Unternehmen begrüßten in einer Erklärung, daß „sich die Kommission für eine Prüfung auf europäischer Ebene entschieden hat, da auch der zu Grunde liegende Markt für hochvolumigen Illustrationsdruck Europa-übergreifend ist". Zugleich sicherten die Firmen den Brüsseler Wettbewerbshütern ihre Zusammenarbeit bei der eingehenden Prüfung zu.
Springer und Bertelsmann hatten ihre Pläne Anfang November bei der EU-Kommission angemeldet. Das Bundeskartellamt hatte jedoch beantragt, die Fusion auf nationaler Ebene zu untersuchen. Die nun beschlossene Prüfung auf europäischer Ebene könnte den Zusammenschluß erleichtern, weil das deutsche Kartellamt vor allem die Auswirkungen auf den deutschen Markt untersucht hätte. Eine Sprecherin des Bundeskartellamts hatte aber gesagt, auch bei einer Prüfung in Brüssel könnten die Bonner Wettbewerbsexperten ihre Position einbringen und ihre Expertise mit einfließen lassen.
Das größte europäische Tiefdruckunternehmen
Mit der Fusion würde der größte europäische Tiefdrucker entstehen. Die Unternehmen beschäftigen zusammen rund 5000 Mitarbeiter und führen Betriebe in Ahrensburg, Darmstadt, Dresden, Itzehoe und Nürnberg. Eine geplante Großdruckerei von Arvato im britischen Liverpool soll ebenfalls Bestandteil der Fusion werden. An dem neuen Unternehmen sollen Arvato und Gruner+Jahr jeweils mit 37,4 Prozent sowie Springer mit 25,1 Prozent beteiligt sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,70 | −0,96% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2460 | −0,23% |
| Rohöl Brent Crude | 105,95 $ | −0,84% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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