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Künstliche Intelligenz : Die Zukunft wird schlauer

Ein Supercomputer brauchte nur zehn Minuten, um das Erbgut eines 76 Jahre alten Patienten mit lebensgefährlichem Gehirntumor zu analysieren und eine Therapie vorzuschlagen. Bild: obs

Künstliche Intelligenz ist heute schon ein Riesenthema. In Zukunft trägt sie dazu bei, dass jeder für wenig Geld studieren kann, die medizinische Versorgung exzellent wird – und irgendwann Mensch und Computer verschmelzen.

          Wird die Künstliche Intelligenz so weit gehen, dass sie die reale des Menschen absorbiert? Ein Bericht aus der Zukunft könnte lauten, dass der Futurist, Autor und Google-Manager Ray Kurzweil lebt. Er hat nämlich sein Gehirn hochgeladen in einen Computer. Schauen wir zurück auf dieses Abenteuer: Kurzweil war der erste Mensch, dem das Hochladen gelang. Ein großes Experiment ist das gewesen – und bislang auch nicht wiederholt worden. Auch weil die Chancen nur fünfzig zu fünfzig standen, dass das fehlerfrei funktioniert. In seinem langen Leben ist das die nächste und spektakulärste Wendung, schon früher haben sich die Geister geschieden an dem, was er tat und sagte. Damals zum Beispiel, im Jahr 2017, wurde er belächelt, als er auf der Computermesse Cebit in Hannover darlegte, wieso der technische Fortschritt durch das Voranschreiten Künstlicher Intelligenz noch viel mehr Wohlstand ermöglichen werde, als die meisten Menschen zu jener Zeit ahnten.

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Um einen Irrtum zu vermeiden: Künstliche Intelligenz war damals schon ein großes Thema gewesen. Unternehmen wie Google, Facebook, Microsoft, Apple, Baidu, Alibaba, Bosch, die großen Autohersteller, Banken, Versicherer und unzählige unbekannte Start-ups und Wagniskapitalgeber investierten hohe Summen, Milliardenbeträge, um in dieser Technologie voranzukommen. Ein regelrechter Wettlauf um die größten Talente war voll im Gange, international und direkt in die Universitäten hinein. Es gebe „keine Institution auf dem Planeten“, keine Behörde, kein Unternehmen, das nicht durch Künstliche Intelligenz verbessert werden könne, postulierte der Amazon-Gründer Jeff Bezos. Die Hoffnungen waren insgesamt groß und teils sehr konkret: schlaue Computerprogramme, die genau verstehen, was wir sagen, Autos, die auch in schwierigen Verkehrssituationen allein fahren können, komplizierte Krankheiten kurieren, Kapital erfolgreicher anlegen, den Energieverbrauch verringern und schließlich irgendwie alle Menschen reicher machen.

          Beinahe jeder studiert nun

          Natürlich waren auch Arbeitsplätze ein Thema. Und eines, das ängstigte. Denn klar war nicht nur den KI-Vordenkern gewesen, dass während dieser „Automatisierung auf Steroiden“, wie der renommierte Informatiker Andrew Ng das nannte, viele Arbeitsplätze verlorengehen und ganze Berufsbilder verschwinden würden. „Technischer Fortschritt hatte immer die Effekte, erstens den Wohlstand insgesamt zu vergrößern, zweitens neue Arbeitsplätze zu schaffen, drittens einige Berufe überflüssig zu machen. Der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz wird dieselben Effekte haben“, sagte Yann LeCun, KI-Forschungschef von Facebook und einer der Pioniere des Feldes, im Rahmen der Serie über Künstliche Intelligenz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er fügte aber mit optimistischem Grundton hinzu: „Künstliche Intelligenz wird die menschliche Intelligenz erweitern, nicht ersetzen – in der gleichen Weise, wie jedes neue Instrument unsere Fähigkeiten vergrößert.“

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