04.01.2013 · Das kommunistische nordkoreanische Regime hat offenbar schon konkrete Pläne für eine wirtschaftliche Öffnung des Landes für ausländische Investoren. Nach Informationen der F.A.Z. wird Pjöngjang dabei von deutschen Ökonomen und Juristen beraten.
Von Philip PlickertRichtlinien für Lesermeinungen
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An wen auch sonst sollte Nordkorea...
...sich auch wenden mit vagen Ideen, wie man sich aus einer
selbstmörderischen Abwärtsspirale vielleicht noch vor der
Katastrophe befreien könnte? Das Land steht mit dem Rücken an
die Wand genagelt und kann niemand trauen - ausser vielleicht
Deutschland, das keine regionalen und hegemonialen Interessen hat. So
weit so logisch.
Wie einige hier darauf kommen, dass Nordkorea
überdurchschnittliches Wirtschaftspotential haben sollte, umgeben
von gigantischer Konkurrenz, wie China, Japan oder selbst Südkorea,
ist mir absolut schleierhaft. Aber solch ein Potential sahen gewiss auch
einige in den Ostländern nach der Oeffnung. Mehr als teures
Aufholen war aber nicht drin.
Das einzig Begrüssenswerte an einer "Normalisierung" dort
wäre, dass es ein durchgeknalltes Regime weniger gäbe auf der
Welt. Abtasten kann man ja mal aus deutscher Sicht, aber allzu grosse
Hoffnungen sollte man sich dabei nicht machen. Dicke und
Wiedervereinigungen sind nicht immer ganz unproblematisch und billig.
Der Westen muss Kim Jong-Un unterstützen
Was würden Sie machen, wenn Sie plötzlich mit 28 Jahren auf
den Chefsessel einer Militärdiktatur gehievt werden und Ihr Vater
wie ein Gott verehrt wird? Sie müssen erst mal den
verknöcherten alten Generälen zeigen, dass Sie der Oberstramme
sind. Also lassen Sie mal eine Rakete ins All schießen, damit alle
sehen, dass Sie es mit Ihrem neuen Job ernst meinen.
Kim Jong-Un will ein Führer zum Anfassen sein. Er ist in Nordkorea
eine Art Popstar. Was kann schon schiefgehen, wenn Nordkorea in den
6-Parteien-Gesprächen große Zugeständnisse bekommt?
Wichtig ist, dass die innerkoreanische Grenze fällt. Sobald die
Nordkoreaner im Alltag mit dem Konsumrausch der Südkoreaner in
Kontakt kommen, fällt das Regime der Steinzeitkommunisten. Wenn der
Westen Kim Jong-Un jetzt nicht die Chance zu einer ehrenvollen Wende
gibt, dann werden wir es weitere 50 Jahre lang mit einem Menschen
aushalten müssen, der seinem Vater immer ähnlicher wird, bis
er sich ebenfalls für einen Gott hält. Wollen wir das?
Die Wende dürfte gelingen - und Korea die Erfolgsstory der ostasiatischen Tiger noch übertreffen
Da an einem stabilen Nordkorea nicht zuletzt China interessiert ist:
Weil es die Präsenz der USA vor seiner Haustür nicht duldet,
hat China 1950 die US-Truppen in Nordkorea massiv zurückgeschlagen
- später in Vietnam haben die USA bekanntermassen zumindest keinen
Landkrieg mit China mehr riskiert.
.
China wird deshalb Kim III. wo immer nötig organisatorische
Hilfestellung bei den Wirtschaftsreformen leisten. Wer könnte so
etwas besser, zumal bei der gemeinsamen konfuzianischen und daoistischen Tradition?
Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass die Wende gelingt.
Allzugross will Nordkorea die Abhängigkeit von China natürlich
auch nicht werden lassen. Die deutsche Hilfe dürfte daher sogar
noch willkommener sein als die chinesische, da sich Nordkorea und
Deutschland durch ihre direkte Zusammenarbeit hier einen Spielraum
ggü. China schaffen.
Und wenn die Wende gelingt, dürfte die Erfolgsstory die der
bisherigen ostasiatischen Tiger sogar noch übertreffen.
Werden 2 Nord Koreaner an der Spitze des vereinigten Koreas stehen. Sie
werden die Marktwirtschaft und die Demokratie zerstören, um etwas
neues besseres zu schaffen " Die marktkonforme Demokratie " !
Ach nee ! Wieso kommt mir das nur so bekannt vor ?
Ein Türchen für den Süden, ein Tor für den Norden
Lassen wir mal die militärischen Spekulationen beiseite, denn die
ernähren nicht das NK-Volk, das den prosperierenden Norden und
Süden Asiens sieht und fühlt.
Welches andere Land hat sich friedlicher und erfolgreicher
wiedervereinigt als D? Insofern ist eine Beratung mit deutschen Experten
- egal ob eine Wiedervereinigung angestrebt ist oder nicht - ein
sinnvolles, wenn nicht sogar logisches Eruieren.
Was es für N- und SK politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich
bedeuten könnte und welche Kosten beide Länder, insbesondere
SK, zu tragen hätten, wird den Führer NK's womöglich
abschrecken und die "kontrollierte" Öffnung NK's
über China vorziehen. China beweist beste Erfahrungen in der
Steuerung seiner Investoren.
Was soll man dazu noch sagen? Ein französischer Schauspieler wird von den Medien gemobbt, weil er sich freundlich zu der nicht ganz perfekten Demokratie Russlands geäußert hat. Dort gibt es aber Oppositionsparteien, regierungskritische Zeitungen, ein relativ freies Internet mit gleichfalls regierungskritischen Blogs. Nichts von alledem gibt es in Nordkorea oder Saudi Arabien. Deutsche "Experten", die mit diesen Regimen gemeinsame Sache machen, werden von den Medien gelobt. Da ist dann von "Öffnung" die Rede. Was soll man zu dieser leicht zu durchschauenden Doppelmoral noch sagen? Einfach widerlich!
Nordkorea als aufstrebende Wirtschaftskraft, Aber die Atombombe darf es nicht aus der Hand geben. Nur so kann es überleben
Soso, man lässt sich von deutschen Ökonomen beraten.
Dann kann man für die Bevölkerung nur hoffen, dass man sich nicht Bofinger oder Hickel beraten lässt.
was unsere politik seit anfang des neuen jahrhunderts produziert,
kann man ja schon in der pfeife rauchen. aber dann zu glauben,
wenn man der reinen L E E R E wie in nordkorea folgt, wendet
sich alles zum besten, dann muss man wirklich ein totaler hohl-
kopf sein. wenn selbst dort jetzt, wie gerade zuvor in birma, er-
kannt wird, so kann es nicht weitergehen, dann müssten auch
hier den letzten anhängern dieser lehre die lichter aufgehen???
Der starke Zynismus bisheriger Kommentare: Was ist die Quelle?
Ich bin beeindruckt vom Zynismus der meisten Kommentare hier: handelt es
sich bei den Kommentatoren um Geheimdienstmitarbeiter, die in einer
James-Bond-gleichen nordkoreanischen Mission herausgefunden haben, dass
das alles nur Lug und Trug ist (leider aber Details nicht mitteilen
dürfen)? Und die daher messerschaft schlussfolgern, dass die
deutschen Berater offensichtlich Komplettidioten sind? Oder projizieren
sie nur ihren frei-flottierenden Zynismus?
Ich weiß über Nordkorea nichts, halte es generell aber mit
Markus Schmidt (s.u.): "Mehr Markt und mehr Handel fördert den
Frieden, schafft Wohlstand und verschafft langfristig auch [zu] mehr
Demokratie;" mir gefällt auch der Satz: "Wer Handel
treibt, schießt nicht." Mir scheint, jede Bewegung Nordkoreas
ist besser als das Sich-Verschanzen, das Verhungernlassen der eigenen
Bevölkerung und das Drohen mit Kernwaffen. Und wenn es am Ende doch
zu nichts kommt: Es sind schon mehr Bemühungen völlig umsonst gewesen.
Vor Wirtschaftlichen Reformen braucht es Gesellschaftliche Reformen...
...oder anders ausgedrückt: verziehen Sie sich Herr Kim und nehmen
Sie Ihr geliebtes Militär gleich mit.
Nein, genau umgekehrt funktioniert es
Das ist zu kurz gedacht. Südkorea war bis 1988 eine
Militärdiktatur. Es vermietete einige Zehntausend Soldaten an die
USA im Vietnamkrieg. Dafür erhielt Südkorea 1 Mrd US Dollar,
die das bettelarme Land in die Entwicklung seiner Wirtschaft steckte.
Das Ergebnis 2013 ist: Stabile Demokratie mit mehrmaligem Wechsel der
politischen Verantwortung zwischen Regierung und Opposition. Mitglied
der G20 Industrienationen, Weltmarktführer bei Hifi (Samsung, LG),
Schiffbau (Hyundai). Kernkraftwerken. Der UN-Generalsekretär ist
Südkoreaner. Olympische Spiele, Fußball-WM,
Leichtathletik-WM, demnächst Olympische Winterspiele.
So ähnlich kann das in Nordkorea auch laufen. Aber was macht man
mit den 3 Millionen nordkoreanischen Soldaten? Die kann man nicht
einfach in die Arbeitslosigkeit entlassen. Mein Vorschlag: Die sollen
die US- und NATO-Truppen in Afghanistan ersetzen. Dafür kriegt
Nordkorea Geld für den wirtschaftlichen Aufbau. Und wir sparen Geld
und haben unsere Soldaten 2014 wieder zuhause.
Ich bin dafür, weg mit dem Militär
Das könnte man allen Ländern des Westens auch empfehlen. Geht und nehmt Euer geliebtes Militär mit
... dann gibts bald McDonalds und Starbucks ohne Ende und an jeder Ecke. Die Nordkoreaner werden dann erst mal gut zunehmen und benoetigen fortan PS starke westliche Karossen die natuerlich auf Sprit angewiesen sind. Diese muss man natuerlich finanzieren und hochversichern. Es wird nicht lange daueren und die Nordkoreaner werden sich erst mal wuenschen sie koennten die Grenze wieder hochziehen. Trotzdem viel Glueck.
Warum sollten die anders ticken als wir.
Eine Wiedervereinigung bis zum Sommer ist möglich
Im Juli 2013 jährt sich zum 60. Mal der Tag, an dem Korea's
endgültige Teilung durch ein Waffenstillstandsabkommen besiegelt
wurde. Der junge Diktator in Pjöngjang weiss um die einmalige
Chance, die dieser Jahrestag bietet. Den älteren Koreanern die
Chance zu geben, die Verwandten im Süden zu besuchen, müsste
in jedem Fall durchsetzbar sein.
Und wie wir aus der Geschichte wissen, sind Entwicklungen, die eine
gewisse Dynamik gewinnen, urplötzlich unumkehrbar. In Deutschland
war es nicht anders.
Der Welt würde 2013 ein so bewegendes Ereignis, wie eine
koreanische Wiedervereinigung sehr gut tun. Die Achse des Bösen
wäre endlich Schnee von gestern. Die Staatshaushalte vieler
westlicher Länder könnten durch Kürzung bei den
Militärausgaben dem Ziel näher kommen, ausgeglichen zu sein.
Nordkorea's Regime weiss, dass es von Ländern wie Burma, Vietnam
und Bangla Desh abgehängt wird, wenn es weiterhin seinem
Steinzeitkommunismus frönt.
Nicht das ganze Regime weiß es
Ich stimme Ihnen in fast allem zu. Ob allerdings "Nordkoreas
Regime" weiß, dass es abgehängt wird, bezweifle ich. Kim
Jong- Un und seine Ratgeber ahnen es. Aber haben sicher noch viele aus
dem alten Partei- und Militär-Establishment gegen sich. Man darf
nicht vergessen: Kim Il-sung ist immer noch der "ewige
Führer" - quasi unsterblich. Diese Sporen muss sich Enkel
Jong-Un erst noch verdienen. Er versucht, das Volk hinter sich zu
bringen, indem er sich als Führer zum Anfassen gibt, quasi wie ein
Popstar.
Das kann auch scheitern. Deswegen wären USA und EU gut beraten,
alles zu tun, Kim Jong-Un zu unterstützen und nicht durch lauter
Vorbedingungen den Steinzeitkommunisten wieder Aufwind zu geben. Man
erinnere sich: Die deutsche Wiedervereinigung fing damit an, dass Helmut
Kohl Gorbatschow mit Göbbels verglich. Sowas kann auch mal schief gehen.
Ich wünsche dem in die Feudalherrschaft hineingeborenen Herrscher
Nordkoreas viel Erfolg und die nötige Umsicht bei seinen
ambitionierten Plänen. Wenn er meint, was er sagt, ist er in einer
schwierigen und gefährlichen Lage. Seilschaften werden aus
ideologischen, machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen mit
allen Mitteln, bis zum Mord, gegen ihn arbeiten. Diese Feinde kennt er
nicht. Er muss sich also sehr vorsichtig und mit einer für
Außenstehende eventuell schwer verständlichen Rücksicht
verhalten, um den friedlichen Wandel und die Öffnung nach
außen, welche das Land dringend braucht, umsetzen zu können.
Wenn das gelingt und dafür nötig ist, dass einige oder alle
Menschen, die entsetzliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen
haben, ungeschoren davon kommen, um ihr Stillhalten zu erkaufen - ist es
das Wert. Der Frieden ist ein hohes Gut - und wenn diese Verbrecher bei
Amnestie mit ihren Verbrechen aufhören, haben sie immerhin diese
eine Sache richtig gemacht.
"Von deutschen Wissenschaftlern beraten"
Lassen Sie mich raten - Nordkorea beginnt die Öffnung mit Millardenzahlungen an Griechenland und Pleitebanken?
"Nordkorea bereitet baldige Öffnung der Wirtschaft vor"
Welche "Wirtschaft" soll sich da öffnen?
NK ist viel weniger leistungsfähig als die ehemals
"Zehntgrösste Wirtschaftsmacht der Welt", vulgo DDR. Im
Arbeiterparadies hat damals immerhin niemand gehungert...
Klingt jetzt erstmal danach, als ob diese de facto extremkapitalistische
Diktatur (alles im Privatbesitz des Diktators) seine Sklaven verleihen wollen.
Investoren ins Land lassen hilft dem machtlosen Volk ja nicht, die
interessieren sich - wie wir nun wirklich alle wissen und teilweise
maximal nicht zugeben wollen - nun Mal einen Dreck für
Menschenrechte, die nur unnötig kostspielig sind.
Nebenbei ist es für seriösen Journalismus noch akzeptabel,
wenn man die Selbstbezeichnung einer Partei übernimmt, nicht aber,
wenn man selbst etwas z.B. kommunistisch nennt, was einfach
überhaupt nicht kommunistisch ist (Nordkorea hat ein extremes
Klassensystem, wie jede Diktatur). Dadurch übernimmt man als
Journalist unkritisch die Lügen der Diktatur und die Frage
entsteht: Warum?
Nordkorea ist kommunistisch
Und zwar wie im Bilderbuch. Der Versuch, das in "Kapitalismus" umzudeuten, ist lächerlich. Alles Kapital ist dort im Besitz der Arbeiterklasse, vertreten durch die Führung.
Kapitalismus und Kommunismus
Extremkapitalismus? Kapitalismus heißt Marktwirtschaft. Warum
diskreditieren Sie dieselbe? Nennen Sie es von mir aus Feudalismus.
Beim Kommunismus machen Sie sich ja auch die Mühe zu differenzieren
... obwohl komischerweise alle Staaten, die sich sozialistisch oder
kommunistisch schimpfen, Klassengesellschaften und Diktaturen der
abscheulichsten Art sind. Alle. Insofern kann man den Begriff
Kommunismus mit Recht auch so belegen, damit die sozialistischen
Träumer endlich mal die Realitäten anerkennen. Der
"Traum" vom Sozialismus/Kommunismus endet immer in einem Nordkorea.
Nach China nun auch Nordkorea. Natürlich ist Handel gut und friedensstiftend. Noch sind wir dort jedoch nicht soweit. Es hieß ja immer, daß eine wirtschaftliche Öffnung auch eine politische bewirken kann. Viele meinten und meinen ja sogar, daß dies zwingend sei. Ich fürchte ja eher, und hatte das auch schon vor vielen Jahren formuliert, daß die Nomenklatura eine Agenda hat, Kapitalismus ohne Marktwirtschaft zu etablieren. Und selbst Demokraten dürfte bange werden, wenn dieser Plan - so wie es aussieht - aufgeht. Klar, daß da "die Deutschen" vorne dabei sind.
und wäre ein grosses Plus für Deutschland, nicht nur wirtschaftlich. Gut das der Junior Diktator in der Schweiz seine Schulung machte, das hat möglicherweise Einfluss gehabt.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.01.2013 19:46 Uhrah ja, die Schweizer
Das könnte sein, dass er sich jetzt von der Schweizer Schokoladenseite zeigt
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
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Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?