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Maschinen machen Deutschland krisenfest Die Industrie ist wieder da

Deutschland erlebt eine Reindustrialisierung - und ist damit gut durch die Krise gekommen. Der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung konnte gehalten und zuletzt sogar gesteigert werden, so eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums.

© dapd „Wir haben weiter, wie wir das gut können, Waschmaschinen, Schrauben, Dübel, Maschinen und Autos gebaut - mit großem Erfolg.“

Deutschlands Industrie erlebt ein Comeback. Das geht aus einer Studie für das Bundeswirtschaftsministerium hervor, die am Montag in Berlin vorgestellt wird. Demnach hat Deutschland den Anteil der Industrie an der Wertschöpfung in den vergangenen 15 Jahren gehalten und zuletzt sogar gesteigert. Deutschland erlebt also eine Reindustrialisierung - auf hohem Niveau. Im Jahr 2011 lag der Industrieanteil bei rund 23 Prozent. Andere EU-Staaten hatten weniger: Italien zuletzt 16 Prozent, Spanien 13 Prozent, Frankreich und Großbritannien nur etwa 10 Prozent.

Die starke Industrie hat dazu geführt, dass Deutschland besonders gut durch die Krise gekommen ist. Davon sind die Studienverfasser vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln überzeugt. Getragen worden sei die Erholung besonders vom Export. „Zudem sind die Standortbedingungen für die Industrie hierzulande als gut bis sehr gut zu beurteilen“, sagte Karl Lichtblau vom IW Köln der F.A.S. Unter 45 untersuchten Ländern steht Deutschland auf dem fünften Rang.

Vor diesem Hintergrund plädieren SPD und Gewerkschaften für einen Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. Notwendig sei ein Wachstum, das wieder auf reale Werte statt auf fiktive Finanzvermögen setze, heißt es in einem am Samstag in Berlin vorgestellten Memorandum. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück forderte zudem: „Wir brauchen in der Industriepolitik eine stärkere Koordinierung in Europa.“ Davon hänge der künftige Wohlstand des ganzen Kontinents ab.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte: „Deutschland steht im Augenblick aus mehreren Gründen wie Alice im Wunderland da.“ Einer der Gründe sei, dass die Deutschen einen hohen Anteil von Industrieunternehmen gehalten hätten. Deutschland sei den Ratschlägen, eine Dienstleistungsgesellschaft zu werden, ausdrücklich nicht gefolgt, sagte Steinmeier. „Wir haben weiter, wie wir das gut können, Waschmaschinen, Schrauben, Dübel, Maschinen und Autos gebaut - mit großem Erfolg.“

Gewerkschaften fordern mehr Geld

Für Arbeitgeber wie Gewerkschaften kommt dieses Lob der Industrie zur rechten Zeit. Denn sie fordern Unterstützung vom Staat wegen der schwächelnden Auftragslage in Teilen der Branche. Den Spitzen der Tarifparteien geht es insbesondere darum, die Krisenregelung für Kurzarbeit, eingeführt nach dem Lehman-Kollaps, wiederzubeleben. Rainer Dulger, seit September Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, schlägt eine sofortige Ausweitung des Kurzarbeitergelds auf bis zu zwei Jahre vor. Auf diese Weise könnten Arbeitsplätze gesichert und Deutschland krisenfester gemacht werden, sagte Dulger am Samstag. IG-Metall-Chef Berthold Huber forderte, dass auch Leiharbeiter besser mit Kurzarbeitergeld versorgt werden sollten.

Noch ist die gemeldete Kurzarbeit weit entfernt von den Werten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Erste Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung kommen vor allem aus der Automobilindustrie und ihren Zulieferern.

Eine Abwrackprämie, wie von der Großen Koalition einst beschlossen, steht nicht im Forderungskatalog der Tarifpartner. „Eine erneute Abwrackprämie würde ins Leere laufen“, sagte Gesamtmetall-Präsident Dulger. Außerdem sei fraglich, wie dies finanziert werden sollte. IG-Metall-Chef Huber empfiehlt vielmehr staatliche Programme zur energieeffizienten Sanierung von Häusern und Anreize für den Kauf fortschrittlicher Haushaltsgeräte. Dies liefe in Richtung einer Abwrackprämie für Kühlschränke, wie sie von Vertretern der einschlägigen Industrie in der Finanzkrise ins Spiel gebracht worden war.

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Quelle: F.A.S./lika./mec.

 
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