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Managergehälter Was der Vorstandschef verdient, bleibt intransparent

30.03.2007 ·  Zwar legen die Dax-30-Unternehmen brav offen, wieviel Gehalt ihre obersten Manager bekommen. Doch wer kein Experte ist, wird aus den Zahlen oft nicht schlau: Die Art und Weise wie über Pensionseinkünfte und Aktienoptionen berichtet wird, verwirrt oft mehr, als dass sie erhellt.

Von Ralf Nöcker
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Die im Dax notierten Unternehmen sind in ihren Geschäftsberichten den neuen gesetzlichen Verpflichtungen zum Ausweis von Vorstandsbezügen nachgekommen. Die Unternehmensberatung Towers Perrin hat sich die Berichte der Dax-Unternehmen des Jahres 2006 vorgenommen und kommt dabei zunächst zu dem Schluss, dass das Vorstandsvergütungsoffenlegungs-gesetz tatsächlich einen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Corporate Governance liefert. Sämtliche Unternehmen berichten darin über die individuelle Vergütung ihres Vorstands.

Dennoch gebe es Potential für noch mehr Transparenz, sagte Towers-Perrin-Partner Michael Kramarsch. Vor allem die nach wie vor uneinheitliche Berichterstattung über Pensionszuwendungen und Langzeitvergütungen (Long Term Incentives, LTI) erschwere den Vergleich der Abschlüsse. „Das liegt allerdings nicht primär an den Unternehmen, die in der Regel die gesetzlichen Bestimmungen übererfüllt haben, sondern an den Bestimmungen selbst“, betonte Kramarsch. Das Gesetz enthalte handwerkliche Fehler, die auch darauf zurückzuführen seien, dass es relativ schnell auf den Weg gebracht wurde. Kramarsch wies aber auch darauf hin, dass der Gesetzgeber nach seiner Kenntnis nur wenig auf externes Expertenwissen zurückgegriffen habe.

Vergleichbarkeit bleibt auf der Strecke

Besonders problematisch seien die neuen Regelungen zur Altersversorgung. Das Vorstandsvergütungs-offenlegungsgesetz betrachtet Pensionszusagen nicht als Bestandteil der Gesamtvergütung und fordert daher auch nicht ihren individuellen Ausweis. „Die Unternehmen haben versucht, über die Mindestanforderungen des Gesetzes hinauszugehen. Leider taten sie es auf jeweils anderen Wegen“, sagt Kramarsch.

Im Ergebnis bleibe die Vergleichbarkeit auf der Strecke. Denn die Programme zur Altersversorgung unterschieden sich je nach Unternehmen erheblich voneinander. 62 Prozent der Dax-Unternehmen verfügen über sogenannte endgehaltsabhängige Zusagen, bei denen ein bestimmter Prozentsatz des letzten Festgehalts als Rente gewährt wird. 24 Prozent der Unternehmen haben dagegen auf beitragsorientierte Systeme umgestellt.

Größter Teil des Einkommens aus Tantiemen

Bei Vergütungshöhe und -struktur habe die Studie keine Überraschungen ergeben, hieß es weiter. Spitzenverdiener im Dax ist Josef Ackermann. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Bezüge der Dax-Vorstandsvorsitzenden im Durchschnitt mit 5 Prozent nur moderat gestiegen. Deutlicher sei der Sprung vom Geschäftsjahr 2004 auf 2005 gewesen, erläuterte Kramarsch. „Damals hat es einen Nachholeffekt gegeben, die Dax-Unternehmen haben sich jetzt auf einem international wettbewerbsfähigen Niveau eingependelt.“

Den größten Teil der Bezüge eines Dax-Vorstandsvorsitzenden machen mit durchschnittlich 42 Prozent die Tantiemen aus, im Jahr 2002 lag deren Anteil bei 46 Prozent. Auf die Grundvergütung entfallen nur noch 21 (2002: 29) Prozent, auf Langfristvergütungen wie Aktienoptionen 20 (2002: 25) Prozent. Altana, BMW, die Deutsche Postbank und Hypo Real Estate verfügen über gar keine LTI-Programme für die Vorstandsmitglieder. „Bei den LTI hat sich Deutschland Gott sei Dank von amerikanischen Verhältnissen abgekoppelt“, sagte Kramarsch. Dort machten die LTI oft bis zu 75, teils aber auch mehr als 90 Prozent der Gesamtvergütung aus.

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