Der Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Martin Blessing hat sich für niedrigere Gehälter in den Banken und eine Teilnahme der Europäischen Zentralbank (EZB) am Schuldenschnitt Griechenlands ausgesprochen. Unbegrenzte Käufe von Anleihen südeuropäischer Staaten, die von der EZB geplant werden, nannte er einen „Rechtsbruch, der kein Vertrauen schafft“.
Der Vorstandssprecher der zur italienischen Großbank Unicredit gehörenden Hypo-Vereinsbank, Theodor Weimar, sagte dagegen auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt: „Wir sind im Euroraum in einer Transferunion angekommen.“ Deutschland müsse bereit sein, für Europa Geld in die Hand zu nehmen. Derzeit gebe es eine Kapitalflucht nach Deutschland. „Das Geld, das wir als Doping bekommen, sollten wir auf ein Treuhandkonto einzahlen“, sagte er.
Kosten für schärfere Regulierung: Dreistelliger Millionenbetrag
Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der genossenschaftlichen DZ Bank, warnte davor, dass die Phase sehr niedriger Zinsen länger andauern könnte. „Dann bräuchten wir in den Banken ein Kostenmanagement, wie wir es noch nicht gesehen haben.“ Kirsch bezifferte die Kosten der schärferen Regulierung allein für seinen Finanzkonzern bis 2016 auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Diese Regulierungskosten müssten verdient, die Kapazitäten in der Bankenbranche verringert werden.
Banken vorzuschreiben, Investmentbank- und Kundengeschäft zu trennen, löst nach Ansicht von Commerzbank-Chef Blessing kein in der Krise aufgetretenes Problem. Statt dessen sollten Derivate nur noch über Börsen zu handeln sein sowie der Markt für Kreditversicherungen (CDS) wie ein Sachversicherungsmarkt reguliert, die Wertpapierleihe hinterfragt und Schattenbanken wie Hedge-Fonds mehr Regeln gesetzt werden. Für sein eigenes Haus wies Blessing die Vorstellung zurück, die stark schrumpfende, vermutlich vor einem neuen Stellenabbau stehende Commerzbank werde zu einer Großsparkasse: „50 Prozent unseres Geschäfts ist kein Sparkassengeschäft.“ 50 Auslandsstützpunkte, 4 Millionen Kunden in Polen und ein Investmentbanking könne eine Sparkasse nicht bieten. „Wir lieben auch unsere Investmentbanker, denn sie helfen unseren Firmenkunden und zocken nicht im Kasino.“
„Übertrieben hohes Gehaltsniveau“
Gleichwohl sprach sich Blessing dafür aus, „das in Teilen übertrieben hohe Gehaltsniveau in der Finanzdienstleistungsbranche weltweit jenem der Industrie wieder anzunähern“. Er beklagte aber: „Wer sich beim Thema Vergütung zuerst und zu stark bewegt, wird verlieren – und zwar die talentiertesten Mitarbeiter.“ Deshalb könnten sich die Banken hier nicht selbst regulieren. Es gebe aber zumindest in den Vereinigten Staaten in den vergangenen hundert Jahren „einen klaren Zusammenhang“ zwischen mehr staatlicher Regulierung und sinkenden Gehältern. „Seit den achtziger Jahren stiegen in Amerika mit zunehmender Deregulierung die Gehälter im Vergleich zu denen in der Gesamtwirtschaft deutlich an. Und es ist absehbar, dass die globale Re-Regulierung dieses überdurchschnittliche Vergütungsniveau wieder zurückdrehen wird“, sagte Blessing.
Wie zuvor Jürgen Fitschen, der neue Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, sprachen sich Blessing und Weimar für eine Aufsicht für alle europäischen Banken aus. Diese einheitliche Aufsicht mit klar definierten Durchgriffsrechten müsse den nationalen Aufsehern einheitliche Regeln für die Überwachung aller Banken, auch von regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, vorgeben.
Ich finde es nicht mehr witzig, gerade von Deutschlands obersten
Pleitier Vorstand
Christoph Runge (Chris271)
- 05.09.2012, 16:43 Uhr
senkung von bankgehältern
thomas röver (hartmutthomas)
- 05.09.2012, 16:19 Uhr
Was wird wohl Verdi dazu sagen, besonders Herr Bsirske.Er will ja in den
Aufsichtsrat der Dt. Bank
klaus keller (klkeller)
- 05.09.2012, 16:02 Uhr
Warum?
Joerg Seibert (joerg51)
- 05.09.2012, 15:19 Uhr
Kann der Mann haben!
Jürgen Wenz (satyrffm)
- 05.09.2012, 14:39 Uhr