08.05.2012 · In Großbritannien folgt Rücktritt auf Rücktritt. Auch in Deutschland, Amerika und der Schweiz hagelt es Kritik an zu hohen Vorstandsgehältern.
Von Carsten Knop und Marcus Theurer, Frankfurt/LondonRichtlinien für Lesermeinungen
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Wieso hinter vorgehaltener Hand diskutieren?
Ganz einfach, eine Diskussion soll jederzeit möglich sein. Obzwar
Gehälter dieser Dimension mindestens so unanständig sind, wie
manche Witze. Man kann für besondere Erfolge ein, zwei
Monatsgehälter als Prämie gewähren. Aber doch nicht die
genannten Millionenbeträge. Diese Gelder müssen wieder
angelegt werden und wandern in die Spekulation mit Rohöl und das
verteuert wieder die Spritkosten für den Kleinen Mann.
Ein Teufelskreis. Deshalb: Alles über 700.000 Euro ist
abzuschöpfen. Entweder für eine Sonderprämie für die
MitarbeiterInnen zu verwenden, die ja wesentlich für den
Unternehmenserfolg sind, oder als Steuer. Dann werden die Firmen ehest
umschwenken. Die Irrwitzgagen sind ein Todesstoß für die
Moral und bar jeglicher Relation zu Krankenschwestern, LKW-Fahrern usw.
Kann mir armen kleinen Würstchen ...
... bitte einmal jemand erklären, was man mit 25 Millionen Pfund
macht? Wahrscheinlich bekommen diese Mitarbeiter so viele Piselotten
nicht nur einmal pro Jahr, sondern jedes Jahr Beträge in
ähnlicher Größenordnung. Wie schafft man es, so
unglaublich viel Geld auszugeben? Wie viel Geld ist das Stunde?
Bestimmt kaufen diese Jungs ganze Wolkenkratzer oder gar ganze Staaten.
Aber wozu!? Ich werde mich jetzt übergeben und leise vor mich hin
weinen, weil ich mit meinem durchaus ärmlichen Einkommen nicht
einmal in der Lage bin, mir eine betrügerische Riesterrente zu
leisten. Was ja auch sein Gutes hat.
Die Teile für ein "deutsches" Auto kommen doch bis zu 80% aus Niedriglohnländern und die übertariflich in Deutschland bezahlten Arbeitnehmer lässt man sich über hiesige Mondpreise teuer bezahlen. So schmiert man die Gewerkschafter und Politikaufsichtsräte, die obendrein noch Steuervergünstigungen, Subventionen und Standortgeschenke hinterherwerfen, damit es unseren medialen Vorzeigekombinaten auch ja gut geht. Geplündert wird dort wo die Lobby am kleinsten ist, bei den kleinen u. mittelständischen Unternehmen, wo über 75% aller Angestellten u. Arbeiter beschäftigt sind...Politik vorbei am Bürger. Vollkommen unverständlich bleibt, wieso ein Produkt sich "Made in Germany" bezeichnen darf, dass zu 80% im Ausland produziert wird, während die hiesige Industrieproduktion weiterhin abwandert und die Vorstandsetagen sich dusslig verdienen können.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2012 07:29 UhrIst doch logisch...
.. die Groß-Aktionäre winken mit angeblichen neuen
Investitionen für das Unternehmen, sie kaufen sich ein und wenn es
etwas schlechter geht stoßen sie das Unternehmen ab. Was aus den
Beschäftigten wird spielt keine Rolle!
Es wird im Wirtschaftsteil und der eigenen Wbpage mit den guten
Unternehmen geprotzt, an denen man Anteilseigner ist und macht auf
netten Investor, nach einiger Zeit wird abgestoßen und man fischt
im neuen Teich.
Der nette Satz: mit so wenig Aufwand wie möglich soviel wie
möglich produzieren (Gewinn erzielen)
Man bombardiert die einfachen Leute mit mehr und mehr Verantwortung
(Selbstkontrolle genannt) und diese fühlen sich langsam aber sicher
verheizt zu werden (wie recht sie doch haben).
Made in Germany verkauft sich eben noch immer besser mit hohem Preis als
made in Polska!
Der Deutschen liebster Sport: Manager-Bashing
Ich kann dieses Manager-Bashing nicht mehr hören... Wer von Ihnen
kennt denn ein paar DAX-Vorstände?
Die Spitzenmanager, die ich in den letzten Jahren - beruflich und privat
- kennengelernt habe, sind zu 95% sehr hart arbeitende Menschen. Viele
haben große Opfer dafür gebracht, um in die Position zu
kommen, in der sie sind. Während sie finanziell sehr gut dastehen,
leiden Gesundheit, Freundschaft und Familie unter der immensen
Belastung.
Ich maße mir da nicht an, zu bestimmen, was viel, sehr viel oder
zu viel Gehalt ist. Für mich ist eines maßgeblich: Der Erfolg
des Unternehmens!
Ist das Unternehmen erfolgreich (z.B. VW) dann sollen Manager (wie
übrigens auch alle anderen Mitarbeiter) ruhig fürstlich
entlohnt werden. Ist das Unternehmen nicht erfolgreich dann sollte
zuerst der Vorstand dies zu spüren bekommen...
Die paar schwarzen Schafe verdecken den Blick darauf, dass auch die
Manager es waren, die unsere Wirtschaft zu einer der
wettbewerbsfähigsten der Welt gemacht haben!
Eine Ursache der überzogenen Bezüge ist die Lüge des knappen Guts...
...die mantramäßig repetiert wird. "Top Talent wandert zu den Märkten die am besten zahlen." Zahlen wir nicht, ist unser "top Manager" demnächst bei der Konkurrenz in London, New York, Sydney, Singapur, Tokio oder Dubai. Der Markt für Talente ist global geworden und der Manager ebenfalls. Bullshit! Der Anteil derjenigen der obersten ein tausend, die über die hierfür notwendige interkulturelle Kompetenz verfügen, ist in Deutschland vernachlässigbar. Tatsächlich aber ist die Ursache genau das Gegenteil! Provinzlertum und Cliquenwirtschaft. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass der Kreis der GFs, ARs und Vorstände - mit den daran schmarotzenden Headhunter - in jeder Banche aus einer überschaubaren Anzahl von Personen besteht, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen. Die Eintrittsbarrieren in diesen Kreis werden bewusst hoch gehalten. Es ist eine Art Rotary Club, die ihre Mitglieder selber aussucht und sie alimentiert.
letzlich entsolidarisieren immense vorstandsgehälter die
gesellschaft , und es wird irgendwann zu unruhen in unserem land kommen.
wie soll ich meiner nichte von der gewaltenteilung im staat
erzählen, wenn die superreichen diesen staat nach ihren interessen
umformen, und der staat für schlecker nichts mehr übrig hat.
es müsste eine 80% absteuerung ab einem jahresgehalt von 240000
euro erfolgen.
wo seid ihr grünen? piraten...
Wahrscheinlich ist es im Grunde einfach:
Die Aktiengesellschaften denken ja an den Geschäftserfolg.
Wird der über dem verdienten Gehalt gelegene Teil dazu verwendet,
um unter der Hand Schmiergeldzahlungen durchzuführen ?
Die Beträge müssen dann nicht innerbetrieblich verbucht werden.
Ein einfacher Test:
Was verdiente H. Abs im Gegensatz zu H. Ackermann bei seinem Ausscheiden
oder andere Vorstände und leitende Angestellte. Ein vergleich
60-Jahre mit heute wäre vielleicht hilfreich.
Wurde früher Wirtschaftskriminalität härter verfolgt ?
Das Schlimme ist, daß das Ausplündern durch angestellte Vorstände unter den Augen der Gewerkschaften passiert. Der Aufsichtsrat ist paritätisch besetzt und kann den maßlosen Forderungen widersprechen. Warum tun die Gewerkschaften das nicht und palavern immer nur über einen angemessenen Mindestlohn und nicht auch einmal über einen angemessenen "Höchstlohn"?
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.05.2012 15:22 UhrVon wegen "paritätisch" ...
"Die Seite der Anteilseigner (Aktionäre) kann alle Abstimmungen im Aufsichtsrat für sich entscheiden: Kommt es zum Patt zwischen Arbeitnehmer- und Anteilseignerseite, hat der Vorsitzende ein Doppelstimmrecht (§ 29 Abs. 2 MitbestG)."
Das haben Sie treffend formuliert!
Der Mai ist gekommen die Gewerkschaft kreischt ins Mikro, hinter dem Vorhang liegt der Scheck!
Ist doch klar...
... es gibt schließlich lukrative Aufsichtsratsmandate in diversen Unternehmen zu besetzen und da trifft "man" sich eben immer wieder. Daher tritt hier keiner einem anderen (finanziell) auf die Füsse - abgesehen von den Parolen in Talk-Shows und am 1.Mai.
Da soll einem Topmanager ein Anreizprogramm gewährt werden! Da fragt man sich wozu? Von jemanden, der ein Millionengehalt bezieht (verdient möchte ich nich unbedingt sagen) kann man erwarten, daß er 100 Prozent Leistung gibt. Das ist auch mit Zusatzleistungen nicht zu toppen und damit rausgeschmissenes Geld. Manager, die nicht bereit sind diese 100 % zu bieten, sollte man rechtzeitig entsorgen.
Die Gehälter sind doch ausgehandelt....
zwischen Aufsichtsrat / Eigentümer und dem Vorstand. Arbeitet er
schlecht wird er früher oder später rausfliegen.
Außerdem kann man immerhin feststellen, dass Manager immerhin noch
arbeiten für ihr Geld. Eine Familie Quand Hauptaktionärin von
BMW streicht kein Millionensalär ein, sondern die werden bei einem
BMW-Gewinn von 2,1 Mrd. um Mrd. reicher.
Es bedarf nicht nur einer höheren Besteuerung von hohen
Gehältern sondern vor allem einer Umverteilung von Vermögen
über eine Vermögensabgabe. Eine Familie Quand arbeitet
für ihr Geld vermutlich weniger als der eingesetzte Vorstand.
Am Problem wird vorbei geredet
Zumindest am Hauptproblem. Wie Sie sagen, die Superreichen arbeiten
nicht für ihr Geld. Ihre Eltern haben dafür gearbeitet, sie
erbten es und spekulieren damit. Bei einer Abgeltungssteuer von 25 %, im
Gegensatz zum Einkommenssteuer-Höchstsatz von 45 % den die
bösen Manager zahlen.
Allerdings bin ich auch nicht der Meinung, Boni hätten in dieser
Einkommensklasse irgendeine Anreizwirkung. Sie sind schlicht Werkzeuge
des Wettbewerbs um die Topkandidaten.
Diese unglaublich hohen Gehälter gehören leider zum
Grundproblem der sozialen Marktwirtschaft, welche (nach meiner Kenntnis)
nicht ohne externes Eingreifen gelöst werden können. Die Frage
ist doch: geht das Geld nicht an die Manager, wer bekommt es dann? Im
Idealfall natürlich fliesst es in profitable Projekte, oder setzt
Anreize für alle Mitarbeiter. In der Realität allerdings geht
es in die Taschen der Aktionäre. Diese "verzichten"
darauf und engagieren einen "besseren" Manager. Und der Kreis
schliesst sich.
Die Lösung muß von innen kommen...
...nämlich aus den Firmen bzw. aus dem Kreis der Aktionäre. ANgesichts der bisherigen Unsummen wäre es sinnvoll, die Höhe der Vorstandsbezüge jährlich auf der HV rückwirkend zu veröffentlichen und fürs neue Jahr neu festzulegen. Dies könnte festgeschrieben werden in den entsprechenden AG-Gesetzen.
Sehr gut getroffen Herr Vormbaum. Nur - wer gibt Angestellten eines
Unternehmens das Recht, sich dermaßen hemmungslos wenn nicht gar
kriminell auf Kosten der Unternehmer selbst zu bedienen? - Das
Aktiengesetz! Warum wird dieses nicht geändert? Meine Antwort:
oligarchische Klickenwirtschaft. Die Funktionäre in den
großen Aktiengesellschaften (fälschlicherweise selbst in der
seriösen Presse als Unternehmer tituliert) stecken mit den
Politfunktionären unter einer Decke! Hätte DE eine
Gewaltenteilung (Abgeordnete und Richter dürfen demnach keine
Beamten sein!!) wäre das vermutlich anders!
Ohne Gesetzesänderung wird sich auch wohl kaum etwas bewegen. Wer
glaubt, daß Menschen von sich aus auf etwas verzichten, wozu
selbst der Papst nicht imstande ist, (z.B. legalisierte Selbstbedienung)
hat von der menschlichen Seele keine Ahnung!
Angestellte Manager plündern die Unternehmen
mit ihren fetten Bezahlungen und nicht zu vergessen, die üppigen
Altersbezüge.
Ich als Aktionär bin äußerst wütend mit mickrigen
Dividenden abgespeist zu werden, währenddessen die Manager sich
selbst mit Millionen-Boni beweihräuchern.
Jede Putzfrau und jeder Nachtwächter würden bei einer solchen
Arbeit nicht nur einen Tritt in den Arsch bekommen, sondern auch wegen
Untreue fristlos gekündigt werden. Stichwort: "Frikadelle"
Und in den meisten Fällen plündern.....
mittelständische Unternehmen ihre Sklaven (Mitarbeiter mag man hier kaum sagen).
Bitte erklären Sie mir,...
... welchen positiven Beitrag Sie als Aktionär dem Unternehmen
beisteuern. Ich tu mich immer etwas schwer mit Aktionären, da ich
einer bin, der eher die Hand anlegt um positiv mitzuwirkren am Unternehmen.
Ich danke Ihnen schon im Voraus.
1 Million Euro Jahresgehalt ist doch eigentlich verdammt viel Geld. Bei
guter Arbeit sollte so einem Manager/Vorstand mit ruhigem Gewissen ein
Bonus am Ende des Jahres überwiesen werden können von 15-20%
des Jahresgehaltes.
Bei wirklich absolut großen Konzernen 2 Millionen Jahresgehalt ist
auch ok.
Alles was darüber ist ist doch total überzogen. 17 Millionen
ist schon fast Betrug an den einfachen Arbeitnehmer/innen.
Facharbeiter mit 4000 Brutto arbeiten 20.8 Jahre für 1 Million!
Höhere Angestellte mit 8000 Brutto immerhin auch noch 10.4 Jahre.
Es wird echt Zeit, da etwas zu ändern! Das hat nichts mit Neid zu
tun, sondern mit Vernunft!
Ab ins Ausland
Haben Sie noch nie davon gehört, dass jährlich 100'000 Fachkräfte aus dem Euroraum - vorwiegend Deutschland - in die Schweiz emigrieren?
Legen Sie nicht alles auf die Goldwaage....
... diese Zahlen dienen nur als Beispiel. Wenn Sie als Fachakademiker
nicht auf 4000 Brutto kommen, dann sollten Sie nicht das Bundesland
wechseln, sondern den Bundesstaat! Will damit sagen, ab ins Ausland, wo
Fachkräfte erwünschte Arbeitnehemer sind, die Ihre Kompetenz
am rechten Fleck einbringen und eben entsprechend belohnt werden.
Deutschland entsorgt sich selber mit ihrer miesen Behandlungs- und
Entlohnungsweise gut ausgebildeter Fachkräfte!
Scheuen Sie sich nicht, es kostet nur etwas Überwindung und etwas
Anpassung an andere Lebensgewohnheiten und eine andere Kultur!
Aber Sie können mir glauben, am Ende profitieren Sie, nicht nur finanziell!
Facharbeiter 4000 Brutto?
Höhere Angestellte 8000 Brutto?
Sehr geehrter Herr Wagner,
ich möchte sofort in ihrem Bundesland, in ihrer Stadt, arbeiten.
Gerne als Wagenschieber. Denn dann verdiene ich immer noch mehr als
jetzt - als ausgebildeter Fachinformatiker. Ich kenne keinen, absolut
keinen der 4000 Brutto verdient. Nicht mal Akademiker bekommen hier
(NRW) soviel. Gehören Sie etwa auch zu den TopManagern die den
Anschluss nach unten, zum Volk, verloren haben???
Anstatt über Mindestlöhne, sogar noch flächendeckend,
sollte über Höchstlohn gesprochen werden.
Eine Lösung könnte sein:
Der Verstand erhält z.B. 1 Mio Vergütung, davon muß er
aber mit 900 T€ mindestens fünf Jahre für das Unternehmen haften.
Hohe Vorstandsgehälter sind nur tragbar, wenn die Vorstände
auch für die Entwicklung des Unternehmens zur Verantwortung gezogen werden.
Manager großer Unternehmen leben im Schlaraffenland. Als Angestellte nicht für das haftend, was sie strategisch entscheiden, genehmigen sie sich Großteils üppigste Gehälter. Ist die eine Wiese abgegrast, wandert man zur nächsten und kümmert sich recht wenig um das, was gewesen ist. Wenn so ein "Talent" mal richtig in einem Unternehmen zugepackt hat, kann es sein, dass es sich nie wieder von diesem Engagement erholt. Da heute schon 10 Jahre eine schier unüberschaubare Zeitspanne im Wirtschaftsleben bedeuten, genügt der Tageserfolg, das kurze Feuerwerk, um zum Star am Managerhimmel zu avancieren und so blickt der moderne Topmanager nur mit Verachtung auf traditionelle Familienunternehmer, die ohnehin im Aussterben begriffen sind, da heutige Erben lieber Geld ausgeben als es zusammenzuhalten. Am schönsten ist das Schlaraffenland in der Finanzbranche verwirklicht, wo man sich üppigste Boni für verheerendste Leistung genehmigt, die dann in staatlichen Rettungsfonds enden.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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