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Manager-Gehälter "Akzeptanz des Kodex in Gefahr"

04.08.2004 ·  Max Kley, Präsident des Deutschen Aktieninstituts, wendet sich im F.A.Z.-Gespräch gegen die gesetzliche Offenlegung von Manager-Gehältern.

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Die Weigerung der meisten Dax-Unternehmen, ihre Vorstandsbezüge einzeln aufzudecken, hat für einen Eklat gesorgt. Max Dietrich Kley, Präsident des Deutschen Aktieninstituts, wendet sich gegen einen gesetzlichen Zwang. Kley ist zudem Mitglied der Kommission, die unter Vorsitz von Gerhard Cromme den Deutschen Corporate Governance Kodex entwickelt hat. Er ist Interimschef von Infineon.

Herr Kley, wie lange hält der Schweigepakt von Dax-Unternehmen, die Bezüge einzelner Vorstände nicht zu veröffentlichen?

Es gibt keine Absprache. Es ist rätselhaft, wie Professor Baums, der Vorsitzende der Regierungskommission "Corporate Governance", zu seiner Meinung kommt.

Haben Aktionäre ein Recht zu erfahren, was die Vorstandsvorsitzenden ihres Unternehmens verdienen?

Das muß für jede und in jeder Gesellschaft einzeln entschieden werden. Das war ja gerade Inhalt des Kodexprinzips "comply or explain" (annehmen oder Abweichungen erklären). Ohne diesen Grundsatz hätte es keine große Akzeptanz gegeben. Wenn dieser Grundsatz jetzt faktisch durch Drohung mit dem Gesetzgeber ausgehebelt wird, sehe ich schwarz für die Akzeptanz des Kodex.

Warum veröffentlicht der Chemie- und Pharmakonzern Bayer das Gehalt seines Vorstandsvorsitzenden, der Chemiekonzern BASF, in dessen Aufsichtsrat Sie sitzen, dagegen nicht?

Das müssen Sie Bayer fragen.

Was halten Sie von Plänen, eine Veröffentlichung gesetzlich vorzuschreiben?

Ankündigungen von Politikern soll man nicht überbewerten. Wenn man so etwas im privaten Bereich gesetzlich verankern will, dann muß man auch alle Repräsentanten des öffentlichen Lebens einbeziehen, zum Beispiel Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete mit ihren Nebeneinkünften.

Können Sie sich mit dem Kompromiß anfreunden, nur das Gehalt des Vorstandsvorsitzenden zu veröffentlichen?

Der Deutsche-Corporate-Governance-Kodex sieht einen solchen Kompromiß nicht vor.

Woran soll sich das Gehalt eines Vorstandsvorsitzenden konkret orientieren - an Ertragskennzahlen, erfüllten Zielen oder dem Aktienkurs?

Es gibt die verschiedensten vernünftigen Modelle. Ich selbst bevorzuge eine Kombination von Roce (Kapitalrendite) und erfüllten Zielen in der Strategie und im Personalfragen, aber keine Abhängigkeit vom Aktienkurs.

Die Fragen stellte Michael Roth.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2004, Nr. 180 / Seite 13
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