In Filialen des Discounters Aldi Süd haben Manager dem „Spiegel“ zufolge heimlich Kundinnen beim Einkauf gefilmt. Filialleiter hätten vor allem Frauen in kurzen Röcken oder mit ausgeschnittenen Tops aufgenommen, sobald diese sich über Kühltheken beugten oder vor Regalen bückten. Die Aldi-Mitarbeiter hätten in solchen Fällen mit der Kamera herangezoomt, danach seien die Filme auf CD gebrannt und untereinander getauscht worden, berichtet das Magazin, das sich auf ihm vorliegende Bilder beruft. Die Vorfälle ereigneten sich demnach in Frankfurt am Main, Dieburg und anderen hessischen Filialen.
Kassenbereich überwacht?
Eine Sprecherin von Aldi Süd erklärte am Sonntagnachmittag: „Die vom Spiegel geschilderten Aufnahmen sowie die Existenz entsprechender DVDs sind uns nicht bekannt.“ In einer Stellungnahme an das Magazin hatte der Discounter noch geschrieben, dass „das Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters nicht ausgeschlossen“ werden könne. „Sollte ein missbräuchlicher Umgang den Vorgesetzten bekannt werden, wird ein solches Vorgehen umgehend untersucht, unterbunden und zieht entsprechende disziplinarische Konsequenzen nach sich“, zitiert der „Spiegel“ aus der Aldi-Stellungnahme.
Der Konzern soll dem Bericht zufolge zudem nicht nur die Filialen allgemein überwacht haben, sondern auch den Kassenbereich. Detektive würden „in Verdachtsfällen“ beauftragt, zusätzliche mobile Minikameraanlagen zu installieren. Aldi Süd argumentierte dem Bericht zufolge, bei Kameras im Kassenbereich sei sichergestellt, dass „die Pin-Eingabe keinesfalls einsehbar wird“. Der „Spiegel“ betont dagegen, die ihm vorliegenden Bilder zeigten eindeutig das EC-Karten-Terminal.
Vage Ähnlichkeiten mit dem Lidl-Skandal
Zudem seien bei Aldi Süd mobile Miniaturkameras nicht nur in den Verkaufsräumen zum Einsatz gekommen, sondern auch dort, wo es keinerlei Kundenkontakt gebe. In seinen Zentrallagern habe das Unternehmen seine Lagermitarbeiter und Speditionsbeschäftigte überwacht, berichtet das Magazin. Der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar, sagte dazu: „Wenn etwa Diebstähle durch offene Maßnahmen verhindert oder aufgeklärt werden können, ist eine heimliche Überwachung jedenfalls unzulässig.“
Die vom „Spiegel“ berichteten Fälle erinnern vage an Vorkommnisse im Jahr 2008. Damals war der Discounter Lidl in die Kritik geraten, weil in mehreren hundert Supermärkten der Kette die Mitarbeiter von Detektiven überwacht wurden.
Wo keine Kläger, da keine Klage..
Faruk Yalcin Dinc (fereli)
- 30.04.2012, 00:12 Uhr
@ Jürgen Meier
Tyler Durden Volland (tylerdurdenvolland)
- 29.04.2012, 23:37 Uhr
@ Siegfried Kellner
Tyler Durden Volland (tylerdurdenvolland)
- 29.04.2012, 23:32 Uhr
Fake?
Klaus Michael Strauss (kmstFAZ)
- 29.04.2012, 22:10 Uhr
Hier kann es nur eine Antwort geben1
Jürgen Meier (jm0001)
- 29.04.2012, 19:36 Uhr
