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Ab 2017 : Küken sollen nicht mehr in den Schredder

Forscher der Uni Leipzig haben eine Methode entwickelt, mit der am wenige Tage alten Ei erkannt werden kann, welches Geschlecht das Küken haben wird. Bild: dpa

Weil nur Hennen Eier legen, werden männlichen Küken bisher millionenfach aussortiert und getötet. Agrarminister Schmidt will das ändern. Das Geschlecht soll künftig vor dem Ausbrüten bestimmt werden.

          Die Praxis, männliche Küken zu töten, weil sie keine Eier legen können, soll 2017 ein Ende haben. Darauf hat sich Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) festgelegt. Das Ministerium zitierte ihn am Montag mit dem Satz: „Mein Ziel ist, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört.“ Dann solle ein Gerät marktreif sein, mit dem das Geschlecht im Ei festzustellen sei. Nur die weiblichen Tiere könnten dann auch ausgebrütet werden. Bisher wird das Geschlecht erst nach dem Schlüpfen von Experten bestimmt und die männlichen Küken werden dann aussortiert. Weil Hühnerrassen für die Ei-Produktion wenig Fleisch ansetzen, sind die männlichen Tiere nicht als Masthähnchen tauglich.

          Jan Grossarth

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Gesetzlich festschreiben will Schmidt den Ausstieg nicht. Er setze auf Mithilfe der Wirtschaft: „Bis Ende 2016 wollen wir einen Prototypen für ein Gerät haben, das das Geschlecht im nur drei Tage bebrüteten Ei bestimmt.“ Wenn es das gebe, gebe es für die Wirtschaft keine Rechtfertigung mehr. Laut Ministerium werden in Deutschland jährlich rund 45 Millionen Küken vergast oder geschreddert.

          Kritik kam aus Nordrhein-Westfalen, wo das Töten verboten worden war, ein Gericht aber das Verbot kippte. Agrarminister Remmel (Grüne) forderte ein „sofortiges Ende“ per Gesetz. Er kündigte eine Bundesratsinitiative an. Ähnlich äußerte sich Niedersachsens Minister Meyer (Grüne), der selbst kein Verbot erwirkte.

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