Nach der Entscheidung des Metro-Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes, dem Affentheater um seine Vertragsverlängerung nicht mehr länger beiwohnen zu wollen, kamen die üblichen Dankesadressen der Beteiligten. Von einem der beiden dominierenden Metro-Anteilseigner, der Familie Haniel, klingt die Stellungnahme nach Pflichtprogramm. Dort ist Cordes zuletzt nur noch auf wenig Gegenliebe gestoßen. Aber es wäre zu einfach, das Gezerre um Cordes auf einen Konflikt der Familienaktionäre untereinander einzuengen.
Cordes hat es nicht geschafft, den Metro-Aufsichtsratsvorsitzenden und Haniel-Chef Jürgen Kluge zu überzeugen. Auch Arbeitnehmervertreter im Metro-Aufsichtsrat wurden nicht zu Freunden, mancher familienunabhängige Vertreter der Kapitalseite ebenfalls nicht. So wird die Causa Cordes für Aktionäre und Aufsichtsräte zum Lehrstück für eine missratene Nachfolgeplanung und für schlechte Corporate Governance. Vorstandschefs können lernen, dass man nicht nur für bessere Zahlen, sondern auch um Sympathien kämpfen muss. Cordes kann sich nur damit trösten, in dem Spiel wenigstens seine Widersacher vorgeführt zu haben.