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Veröffentlicht: 18.01.2016, 17:28 Uhr

Zivilcourage Online Facebook gibt Geld aus gegen Hasskommentare

Sogar der Bundesjustizminister hatte das größte soziale Netzwerk der Welt zuletzt aufgefordert, fremdenfeindliche Kommentare seiner Mitglieder zu löschen. Der Konzern reagiert.

von , Berlin
© AP Sheryl Sandberg ist die ranghöchste Managerin im Facebook-Reich.

Das soziale Netzwerk Facebook will den Kampf gegen Hassbotschaften im Internet verstärken. Die Geschäftsführerin Sheryl Sandberg kündigte in Berlin die Gründung einer „Initiative für Zivilcourage Online“ an. Das Bündnis soll europäische Vereinigungen, die sich gegen Extremismus im Web engagieren, mit mehr als einer Million Euro unterstützen. Mit dabei sind zwei internationale Forschungsinstitute und eine deutsche Stiftung gegen Rassismus.

Die Initiative soll außerdem Experten zusammenbringen, um Regierungen zu beraten und Bürgerinitiativen Instrumente zur aktiven Gegenrede (Counterspeech) anzubieten. „Hassrede hat in unserer Gesellschaft keinen Platz – auch nicht im Internet“, sagte Sandberg: „Facebook ist kein Ort für die Verbreitung von Hassreden oder Aufrufen zu Gewalt.“

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Der Konzern war unter anderem von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) aufgefordert worden, Hassbotschaften seiner Mitglieder auf seinen Seiten konsequenter zu löschen. Zum Jahresende hatte sich der Konzern bereit erklärt, an einer entsprechenden Arbeitsgruppe (Taskforce) des Ministeriums mitzuwirken. Außerdem trat Facebook der freiwilligen Selbstkontrolle von Multimedia-Diensteanbietern (FSM) bei.

Das Unternehmen will überdies eine Truppe auf die Beine stellen, um von Berlin aus fremdenfeindliche Kommentare schneller zu löschen, ebenso konkrete Gewaltdrohungen und Mobbing. Dabei setzt das Netzwerk auf die Bertelsmann-Tochtergesellschaft Arvato, die mehr als hundert Mitarbeiter für diese Aufgabe zur Verfügung stellt.

Nach Angaben eines Sprechers nutzen in Deutschland 27Millionen Menschen die Plattform. „Wir werden es nicht zulassen, dass eine kleine Anzahl von ihnen Facebook als Sprachrohr für brutalen Hass und dumpfen Rassismus missbraucht“, sagte er. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Maßnahmen gegen Volksverhetzung verlangt. Der Grünen-Netzpolitiker Konstantin von Notz sagte, entsprechende Inhalte müssten nicht nur schnellstmöglich gelöscht, sondern auch an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.

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