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Entwicklerkonferenz I/O : Der Google-Assistent lernt Deutsch

„Google Home“, ein Pendant zu Amazons „Alexa“, soll nun auch bald in Deutschland verfügbar sein. Bild: AP

Die Entwicklerkonferenz des Internetkonzerns steht im Zeichen künstlicher Intelligenz. Die meisten Neuheiten gibt es rund um Googles Assistenzsystem. Das ist jetzt auch auf Geräten eines großen Rivalen zu haben.

          Der amerikanische Internetkonzern Google macht sein Assistenzsystem bald auch in Deutschland verfügbar. Wie das zur Alphabet-Holding gehörende Unternehmen am Mittwoch auf seiner Entwicklerkonferenz im kalifornischen Mountain View ankündigte, soll es das Gerät „Google Home“, das im vergangenen Jahr in Amerika herauskam, von diesem Sommer an auch hierzulande geben. Die mit ihm verknüpfte Software „Google Assistant“ soll dann neben Englisch auch Deutsch und einige andere Sprachen verstehen können.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das Assistenzsystem ist Googles Antwort auf den erfolgreichen „Echo“-Lautsprecher von Amazon und die darin integrierte Software „Alexa“. Diese Geräte reagieren auf Sprachbefehle, sie können Fragen beantworten, Musik abspielen, Tische in Restaurants reservieren und als eine Schaltzentrale im „Smart Home“ fungieren, in dem viele Dinge wie Lichtschalter und Thermostate mit dem Internet verbunden sind.

          Googles System auch auf dem iPhone verfügbar

          Google und Amazon bauen ihre Assistenzsoftware nicht nur in ihre eigenen Produkte ein, sondern auch in Geräte anderer Unternehmen. Google-Vorstandsvorsitzender Sundar Pichai sagte, Google Assistant sei heute schon in 100 Millionen Geräten verfügbar.

          Googles CEO, Sundar Pichai, auf der Entwicklerkonferenz in New York
          Googles CEO, Sundar Pichai, auf der Entwicklerkonferenz in New York : Bild: AFP

          Diese Zahl könnte sich deutlich erhöhen. So hat Google Allianzen mit einer ganzen Reihe von Unternehmen wie Sony, LG oder Bang & Olufsen geschlossen, die die Assistant-Software in ihre Geräte integrieren wollen. Am meisten Aufsehen dürfte indessen die Ankündigung erregen, dass es den Google-Assistenten von nun an auch als eine Smartphone-Anwendung für das iPhone von Apple geben soll. Darin steckt erheblicher Zündstoff, denn Apple erlaubt damit einen direkten Wettbewerber seiner eigenen Assistenzsoftware Siri auf seine Geräte. Googles Assistent gilt allerdings im Vergleich mit Siri in der Branche als deutlich besser.

          Eine ganze Reihe an neuen Funktionen

          Google hat seine Assistenzsysteme um eine ganze Reihe von Funktionen ergänzt. Mit „Google Home“ zum Beispiel sind jetzt auch Telefonate möglich, und das Gerät bekommt Zugriff auf weitere Unterhaltungsangebote, etwa die Gratisversion des Musikdienstes Spotify. Die Assistant-Software erlaubt jetzt auch Transaktionen. So wurde demonstriert, wie man direkt über den Dienst Essen von einem Restaurant bestellen kann. Sowohl die Auswahl der Speisen, die Angabe der Lieferadresse und die Bezahlung werden über den digitalen Assistenten abgewickelt.

          Google versteht sein Assistenzsystem als Paradebeispiel dafür, wie das Unternehmen seine Produkte mit künstlicher Intelligenz anreichert. Vorstandschef Pichai verfolgt seit geraumer Zeit den Leitsatz „AI First“, also „künstliche Intelligenz zuerst“, und wiederholte dies auch am Mittwoch. Google stellte noch eine Reihe von anderen Produkten vor, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Zum Beispiel den neuen Dienst „Google Lens“, der Smartphone-Kameras in die Lage versetzt, Dinge zu erkennen.

          Nicht nur digitale Dinge sind gefragt

          Es wurde demonstriert, wie eine Blume identifiziert werden kann, wenn man die Handy-Kamera darauf hält. Oder wie man sich automatisch in ein W-Lan-Netzwerk einwählen kann, wenn man die Kamera auf das Passwort richtet. Google stellte außerdem eine neue Generation für seinen im vergangenen Jahr erstmals herausgekommenen Mikroprozessor vor, der für Anwendungen rund um künstliche Intelligenz konzipiert ist.

          Aber selbst Google setzt darauf, dass Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz noch immer analoge Dinge wollen. So wurde ein neues Angebot vorgestellt, das es leichter macht, Fotoalben zusammenzustellen, die dann direkt von Google als physische Produkte bestellt werden können. Auch bei diesem Dienst setzt Google freilich künstliche Intelligenz ein.

          Quelle: FAZ.NET

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