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Apple vs. FBI : Auch Google sollte Handys knacken

  • Aktualisiert am

Auch von Google wollte das FBI schon, dass es Handys knackt. Bild: AP

Ein spektakulärer Streit zwischen Apple und dem FBI ist gerade zu Ende gegangen. Dabei sollte auch Google schon Handys knacken – und zwar schon vor vielen Jahren.

          Der Streit um den Zugriff auf iPhones zwischen der amerikanischen Bundespolizei FBI und dem Konzern Apple ist gerade zu Ende gegangen – weil das FBI das iPhone auch ohne Apple knacken konnte. Nun wird bekannt, dass Apple längst nicht das einzige Unternehmen ist, das für die Regierung ein internetfähiges Mobiltelefon knacken sollte: Auch Google sollte wohl schon mehrfach ran. Das berichtet das Wall Street Journal und beruft sich dabei auf Gerichtsunterlagen aus sieben amerikanischen Bundesstaaten.

          Demnach fand die Bürgerrechts-Organisation American Civil Liberties Union 63 Fälle, in denen die Regierung unter Berufung auf ein Gesetz aus dem Jahr 1789 versuchte, entweder Apple oder Google gerichtlich dazu zu zwingen, ihr Zugang zu Daten auf einem Handy zu verschaffen. Außerdem seien diese Anfragen kein neues Phänomen. Sie reichten zurück bis ins Jahr 2008.

          Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die amerikanische Regierung es ohne Apples Hilfe schaffte, das iPhone eines der beiden Attentäter zu knacken, die im Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen getötet hatten. Das Justizministerium teilte am Montag dieser Woche mit, es habe sich Zugang zu den Daten auf dem Gerät verschafft und benötige deshalb die Unterstützung von Apple nicht mehr.

          Die Behörde hat deshalb ihre Bemühungen aufgegeben, Apple auf juristischem Weg zur Kooperation zu zwingen. Damit fand ein öffentlichkeitswirksamer und erbittert geführter Rechtsstreit zwischen den beiden Seiten ein schnelles Ende.

          Dieser Ausgang hatte sich angedeutet, nachdem das Ministerium mitteilte, entgegen seiner ursprünglichen Aussage womöglich doch nicht auf Apple angewiesen zu sein. Eine „außenstehende Partei“ habe der zum Ministerium gehörenden Bundespolizei FBI eine Methode zur Entschlüsselung des Geräts demonstriert, die aber noch getestet werden müsse, hieß es damals. Offenbar hat diese Methode nun tatsächlich funktioniert. Ob auf dem Gerät nützliche Informationen gefunden worden sind, die dem FBI bei seinen Ermittlungen weiterhelfen könnten, teilte das Justizministerium am Montag nicht mit.

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