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M-Commerce Der Trend geht zum Zweithandy

 ·  Der Weg in die Informationsgesellschaft verläuft in Deutschland nicht auf einer vierspurigen Autobahn. Zu niedrige Investition in die Telekommunikation, bemängelt der Branchenverband Bitkom. Dafür werden die Deutschen handyfreundlicher.

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Nach wie vor liegt Deutschland bei den Investitionen für Informationstechnik und Telekommunikation im hinteren Mittelfeld. Rund 2.700 Mark pro Kopf und Jahr geben Deutsche aus. Eindeutig zu wenig, bemängelte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz: Bitkom, bei der Vorstellung der Studie „Wege in die Informationsgesellschft“. Zum Vergleich: Spitzenreiter Schweiz, USA und skandinavische Länder bringen es auf über 5.000 Mark.

Deshalb zieht der Bitkom weiterhin gegen Geräteabgaben für PCs, CD-Brenner und andere Hightech-Geräte zu Felde. Außerdem fordert der Branchenverband die steuerliche Begünstigung für Schüler- wie Lehrer-PCs. Zudem sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Home-PCs ausstatten können, „ohne einen geldwerten Vorteil zu versteuern“, meinte Volker Jung, Präsident des Verbands. Ein entsprechendes Programm hat in Schweden zu einer explosionsartigen PC-Verbreitung geführt.

Handyfreudiges Deutschland

Rundherum optimistisch hingegen beurteilt Jung die Entwicklung der Infrastruktur im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik als Voraussetzung für M-Commerce in Deutschland. „Wir ziehen auf dem Weg ins mobile Internet an allen Wettbewerbern einschließlich den USA vorbei“. So wurden im Jahr 2000 hierzulande 35 Millionen neue Kommunikationsanschlüsse geschaltet. Allein 24 Millionen entfallen auf Mobilfunkanschlüsse, der Rest auf Festnetz und Internet.

Darüber hinaus hat sich im letzten Jahr die Zahl der Mobilfunkteilnehmer auf 48 Millionen mehr als verdoppelt. Damit liegt Deutschland zwar immer noch hinter Italien, Großbritannien und Spanien. Dennoch ergibt sich eine Zuwachsrate von 106 Prozent im letzten Jahr. Das Wachstum dürfte sich bis 2003 auf etwa zehn Prozent einpendeln. Das Zweithandy ist dann nach Schätzungen des Bitkom bereits Realität.

Allein die breite Handy-Akzeptanz in der Bevölkerung wertet Jung als Anzeichen für einen prosperierenden M-Commerce-Markt. Bis zum Jahr 2003 schätzt der Branchenverband in fast allen europäischen Ländern mit einem Wachstum von rund 200 Prozent beim mobilen Kommerz. Momentan ist Deutschland im europäischen Vergleich mit 483 Millionen Mark Umsatz vor Italien führend.

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