08.06.2008 · Die Behauptung der Lufthansa, die Passagierdaten seien - im Gegensatz zu Telefondaten - quasi öffentlich, ist ziemlich lächerlich. Ausgerechnet die Deutschen, die personifizierte Zuverlässigkeit, bestechen und belauschen. Höchste Zeit, dass das aufhört.
Von Holger AppelMan kann an diesem Montag zwei Selbstversuche unternehmen: erstens ein Anruf bei der Deutschen Lufthansa. Man wolle gerne wissen, ob Herr Mayer oder Frau Müller in den vergangenen Wochen geflogen seien, wann das war und wohin die Reise führte.
Die Antwort kann sich jeder denken. Zweitens ein Anruf bei Freunden im Ausland. Die begrüßen den Bekannten aus Deutschland schon mit der Frage, welche Schweinerei jetzt wieder los sei: „Hat die Post eure Briefe geöffnet? Registriert euch der Innenminister mit seinen Mautbrücken? Es knackt so komisch in der Leitung.“ Siemens zahlt Schmiergeld, VW geht ins Bordell, die Telekom spioniert Daten aus. Und mit der Lufthansa kann man auch nicht fliegen, ohne Gefahr zu laufen, dass die Gesellschaft verfolgt, mit wem man sich wann und wo getroffen hat.
Die Behauptung der Lufthansa, die internen Passagierlisten seien - im Gegensatz zu Telefondaten - quasi ein öffentliches Gut, ist ziemlich lächerlich. In der Außenwahrnehmung wird jedenfalls kein Unterschied gemacht. Ausgerechnet die Deutschen, die personifizierte Zuverlässigkeit, bestechen und belauschen. Es ist höchste Zeit, dass das aufhört.
wie wahr wie wahr
Terrence Troesch (twt89)
- 09.06.2008, 11:12 Uhr
Die LH hat doch recht!
Jacob Palczynski (palle_czynski)
- 09.06.2008, 12:30 Uhr
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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