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Luftfahrtindustrie Airbus hofft auf Großbestellung während Merkels China-Besuch

Die Kanzlerin besucht China. Im chinesischen Airbus-Werk in Tianjin könnten neue Bestellungen verabredet werden.

© AFP Airbus-Werk in Tianjin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der chinesische Regierungschef Wen Jiabao wollen am Freitag die Fertigstellung des einhundertsten Flugzeugs im chinesischen Airbus-Werk in Tianjin feiern. Wie die F.A.Z. aus Luftfahrtkreisen weiter erfuhr, könnten auch neue Bestellungen verabredet werden.

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Dafür spricht, dass der Vorstandsvorsitzende des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Thomas Enders, die Kanzlerin begleitet. Auch die Vorstandsvorsitzenden von Airbus S.A.S., Toulouse, und des Schwesterunternehmens Eurocopter S.A.S., Marignane, Fabrice Brégier und Lutz Bertling, wollen nach China reisen. Möglicherweise steht dort zudem die Verlängerung des Gemeinschaftsunternehmens in Tianjin über 2016 hinaus auf dem Programm. Die Stadt ist der Geburtsort des scheidenden Ministerpräsidenten Wen. Airbus wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Keine Bewegung im Streit um Luftfahrtemissionen

Noch in Verhandlung ist, wie viele Maschinen China wirklich neu ordert. Es ist von rund 100 die Rede, doch kann sich das schnell ändern: Bei der letzten politisch flankierten Bestellrunde in Berlin im Juni 2011 hatten die Asiaten die Europäer düpiert, indem sie statt der verabredeten 100 Flugzeuge nur 88 bestellt hatten; das ist eine chinesische Glückszahl. Airbus hatte sich damals Hoffnung auf 150 Aufträge gemacht. Hintergrund für die Verringerung war schon damals der Streit um die Einbeziehung der Luftfahrt in den europäischen Emissionshandel (ETS). China und andere Länder widersetzen sich der seit Jahresbeginn geltenden Neuregelung aus Brüssel. Die Regierung in Peking hat ihren Fluggesellschaften verboten, sich am ETS zu beteiligen, und der Lufthansa als Vergeltung mit Strafabgaben auf China-Flüge gedroht.

China hat wegen der Verstimmungen nicht nur weniger neue Flugzeuge bei Airbus in Auftrag gegeben, sondern auch bestehende Bestellungen auf Eis gelegt. Das betrifft 45 Maschinen vom Typ A330 sowie in Hongkong 10 Großraumflieger A380. Der Gesamtlistenpreis, auf den große Abschläge üblich sind, beträgt 14 Milliarden Dollar. Bei den jetzt in Rede stehenden Neubestellungen geht es nicht um solche Langstreckenflugzeuge - im ETS-Streit gibt es keine Annäherung -, sondern um die Mittelstreckenmodelle A320. Diese werden in Toulouse, Hamburg und eben in Tianjin gefertigt. Die chinesische Seite hat Interesse daran, das Werk besser auszulasten. Schließlich sind an der Fertigung, die an der Gewinnschwelle steht, Staatsunternehmen beteiligt. Derzeit bringt es die Fertigungslinie auf kaum vier Flugzeuge im Monat, in Frankreich schaffen zwei Linien 14 Maschinen, in Deutschland werden an drei Linien sogar 24 A320 fertig.

Von den 114 Maschinen aller Typen, die Airbus 2011 in China verkaufte, stammten 36 aus Tianjin. Das Land ist der wichtigste Kunde hinter den Vereinigten Staaten. Nach Berechnungen der Europäer braucht China bis 2020 mehr als 3800 neue Flugzeuge im Wert von 509 Milliarden Dollar. Doch Airbus schafft es bisher nicht, entsprechend mit zu wachsen. Noch liefert man zwar jedes fünfte Flugzeug nach China. Beim Auftragsbestand aber ist es nur jedes zehnte. Deshalb sind neue Bestellungen so wichtig, und deshalb schmerzen die Stornierungen und Verzögerungen so sehr.

Merkel kommt am Donnerstag zu den zweiten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen zunächst nach Peking, das im Nordwesten an die Hafenstadt Tianjin grenzt. An den Kabinettsgesprächen, die China mit keinem anderen Land der Welt abhält, nehmen auf chinesischer Seite 13 Minister und Staatssekretäre teil, auf deutscher 9. Darunter sind unter anderen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sowie die Ressortchefs Wolfgang Schäuble (CDU, Finanzen), Philipp Rösler (FDP, Wirtschaft), Peter Ramsauer (CSU, Verkehr) und Peter Altmaier (CDU, Umwelt).

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Quelle: F.A.Z.

 
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