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Luftfahrt „Frankfurt ist bei den Gebühren Spitze“

Schlechte Nachrichten für den Frankfurter Flughafen: Zum Winterflugplan verschiebt die Fluggesellschaft Condor Starts von ihrem Heimatflughafen nach München. Dort sind die Start- und Landegebühren niedriger.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Condor-Chef Teckentrup

„Wir werden zwei Flugzeuge von Frankfurt nach München verlagern“, bestätigte der Vorsitzende der Condor-Geschäftsführung Ralf Teckentrup im Gespräch mit der F.A.Z. Zuletzt hatte Condor keine Langstreckenflüge ab München im Programm, nun werden zwei Boeing-767-Flugzeuge dort stationiert.

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Das Nachtflugverbot in Frankfurt ist laut Teckentrup nicht letztlich ausschlaggebend für den Strategieschwenk. Vielmehr sind es Kostengründe. „Frankfurt ist hinsichtlich des Verkehrsaufkommens und der Passagierzahlen der erfolgreichste deutsche Flughafen, er ist aber auch bei den Gebühren Spitze“, sagte er. Laut den Entgeltordnungen der Flughäfen fällt für eine startende Passagiermaschine in Frankfurt ein Grundentgelt von 2,50 Euro je Tonne an, in München sind es 2,38 Euro. Dazu kommen Gebühren für Lärm, Emissionen, Passagiere und die Sicherheit, die weiter auseinanderliegen. So muss eine Gesellschaft in Frankfurt ein Sicherheitsentgelt von 1,21 Euro je Passagier zahlen, in München sind es 66 Cent. Branchenkreisen zufolge führt das dazu, dass ein Start einer Langstreckenmaschine in Frankfurt mehr als 12.000 Euro kostet, in München knapp 9000 Euro.

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Teckentrup schließt weitere Verlagerungen nicht aus. „Wir gucken uns die Passagierentwicklung an und entscheiden dann, ob wir zum Winter 2014 etwas verändern werden.“ Auch das Nachtflugverbot könnte dann eine Rolle spielen. „Die Langstrecken sind davon weniger betroffen, das Flugverbot verschlechtert unsere Wettbewerbsfähigkeit auf Kurz- und Mittelstreckenflügen.“ Weil in Frankfurt zwischen 23 und 5 Uhr keine Starts erlaubt sind, kann ein Flugzeug nicht zweimal am Tag zu den Kanarischen Inseln und zurück fliegen.

Teckentrup fordert, im deutschen Luftverkehr faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Durch die Luftverkehrsabgabe und den Emissionshandel sieht sich die Branche ohnehin stark belastet. Er will es aber nicht zum Streit kommen lassen. Im vergangenen Jahr hatten Forderungen nach Gebührensenkungen aus dem Lufthansa-Konzern die Flughäfen verärgert. „Wir müssen uns in der Branche zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie wir Prozesse effizienter gestalten können. Alle Partner müssen ihren Beitrag dazu leisten“, sagte der Condor-Chef.

Derweil arbeitet der Mutterkonzern Thomas Cook an einer Vernetzung seiner Fluglinien. Künftig sollen deren Strecken enger abgestimmt werden, so dass Urlauber der Konzerngesellschaften mehr Reisemöglichkeiten bekommen. Veränderungen im Condor-Konzept, das anders als in den drei Schwestergesellschaften auch Nischenziele wie Alaska und Burma umfasst, soll es nicht geben. Im Geschäftsjahr 2011/12 hatte Condor mit 38 Flugzeugen einen bereinigten operativen Gewinn von 35,7 Millionen Pfund (41 Millionen Euro) erzielt – halb so viel wie im Jahr zuvor.

Quelle: F.A.Z.

 
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