Home
http://www.faz.net/-gqe-77emh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Luftfahrt „Frankfurt ist bei den Gebühren Spitze“

Schlechte Nachrichten für den Frankfurter Flughafen: Zum Winterflugplan verschiebt die Fluggesellschaft Condor Starts von ihrem Heimatflughafen nach München. Dort sind die Start- und Landegebühren niedriger.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Condor-Chef Teckentrup

„Wir werden zwei Flugzeuge von Frankfurt nach München verlagern“, bestätigte der Vorsitzende der Condor-Geschäftsführung Ralf Teckentrup im Gespräch mit der F.A.Z. Zuletzt hatte Condor keine Langstreckenflüge ab München im Programm, nun werden zwei Boeing-767-Flugzeuge dort stationiert.

Timo Kotowski Folgen:  

Das Nachtflugverbot in Frankfurt ist laut Teckentrup nicht letztlich ausschlaggebend für den Strategieschwenk. Vielmehr sind es Kostengründe. „Frankfurt ist hinsichtlich des Verkehrsaufkommens und der Passagierzahlen der erfolgreichste deutsche Flughafen, er ist aber auch bei den Gebühren Spitze“, sagte er. Laut den Entgeltordnungen der Flughäfen fällt für eine startende Passagiermaschine in Frankfurt ein Grundentgelt von 2,50 Euro je Tonne an, in München sind es 2,38 Euro. Dazu kommen Gebühren für Lärm, Emissionen, Passagiere und die Sicherheit, die weiter auseinanderliegen. So muss eine Gesellschaft in Frankfurt ein Sicherheitsentgelt von 1,21 Euro je Passagier zahlen, in München sind es 66 Cent. Branchenkreisen zufolge führt das dazu, dass ein Start einer Langstreckenmaschine in Frankfurt mehr als 12.000 Euro kostet, in München knapp 9000 Euro.

Mehr zum Thema

Teckentrup schließt weitere Verlagerungen nicht aus. „Wir gucken uns die Passagierentwicklung an und entscheiden dann, ob wir zum Winter 2014 etwas verändern werden.“ Auch das Nachtflugverbot könnte dann eine Rolle spielen. „Die Langstrecken sind davon weniger betroffen, das Flugverbot verschlechtert unsere Wettbewerbsfähigkeit auf Kurz- und Mittelstreckenflügen.“ Weil in Frankfurt zwischen 23 und 5 Uhr keine Starts erlaubt sind, kann ein Flugzeug nicht zweimal am Tag zu den Kanarischen Inseln und zurück fliegen.

Teckentrup fordert, im deutschen Luftverkehr faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Durch die Luftverkehrsabgabe und den Emissionshandel sieht sich die Branche ohnehin stark belastet. Er will es aber nicht zum Streit kommen lassen. Im vergangenen Jahr hatten Forderungen nach Gebührensenkungen aus dem Lufthansa-Konzern die Flughäfen verärgert. „Wir müssen uns in der Branche zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie wir Prozesse effizienter gestalten können. Alle Partner müssen ihren Beitrag dazu leisten“, sagte der Condor-Chef.

Derweil arbeitet der Mutterkonzern Thomas Cook an einer Vernetzung seiner Fluglinien. Künftig sollen deren Strecken enger abgestimmt werden, so dass Urlauber der Konzerngesellschaften mehr Reisemöglichkeiten bekommen. Veränderungen im Condor-Konzept, das anders als in den drei Schwestergesellschaften auch Nischenziele wie Alaska und Burma umfasst, soll es nicht geben. Im Geschäftsjahr 2011/12 hatte Condor mit 38 Flugzeugen einen bereinigten operativen Gewinn von 35,7 Millionen Pfund (41 Millionen Euro) erzielt – halb so viel wie im Jahr zuvor.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Im Gespräch: Condor-Chef Ralf Teckentrup „Es ist klar, dass das dritte Terminal kommen muss“

Die Erweiterung des Frankfurter Flughafens hält Ralf Teckentrup für unbedingt notwendig. Dabei bringt sie der Fluggesellschaft Condor, die er leitet, nicht nur Vorteile. Mehr

28.08.2014, 11:10 Uhr | Rhein-Main
Luftverkehr Und weiter auf die Malediven

Der neue Flughafen in Doha setzt Maßstäbe an Komfort und Effizienz. Das dazugehörige Land lernt allerdings niemand kennen. Denn in Qatar will keiner bleiben Mehr

02.09.2014, 10:58 Uhr | Reise
Aus für Johnsons Lieblingsprojekt Kein neuer Flughafen für London

Londons schillernder Bürgermeister Boris Johnson hätte gerne einen neuen Großflughafen in der Themsemündung gehabt. Doch seine Pläne haben jetzt eine schwere Abfuhr erhalten. Mehr

02.09.2014, 09:56 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.03.2013, 18:37 Uhr

Uber versus Taxi

Von Britta Beeger

Ein Gericht untersagt Uber die Vermittlung privater Fahrten in ganz Deutschland. Aber die Firma lacht darüber. So dreist war noch keiner. Mehr 17 15

Umfrage

Nerven Sie geschäftliche Mails im Feierabend?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Viel Geld für Werbung im Internet

Unternehmen investieren stark in Onlinewerbung – so auch Germanwings. Nur der Autobauer Volkswagen und die Auktionsplattform Ebay geben hierzulande mehr dafür aus. Mehr