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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Luftfahrt "Ein neues Gefühl"

 ·  Das neue Großraumflugzeug A380 wird seinen Platz auch in der Flotte der Lufthansa finden. Der Lufthansa-Chef Mayrhuber glaubt, daß mit dem A380 ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte aufgeschlagen werde und erklärt im Interview, warum das so sei.

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Das neue Großraumflugzeug A380 wird seinen Platz auch in der Flotte der Lufthansa finden. Der Lufthansa-Chef Mayrhuber glaubt, daß mit dem A380 ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte aufgeschlagen werde und erklärt im Interview, warum das so sei.

Herr Mayrhuber, was hat der Passagier vom Riesen-Airbus A380?

Mehr Komfort, mehr Raum und damit auch ein völlig verändertes Raum- und Reisegefühl in einer neuen Flugzeuggeneration. Mit dem A 380 beginnt ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte. Das werden die Fluggäste bereits beim Einsteigen spüren. Heller, offener und größer wird die Kabine sein.

Was bringt es für die Lufthansa?

Das Flugzeug bietet uns durch seine Größe die Möglichkeit, auch dort zu wachsen, wo fehlende Flughafenkapazitäten dies sonst verhindern. Davon profitiert der Kunde, denn wir können ihm ein größeres Sitzplatzangebot bieten und damit mehr Nachfrage auch auf diesen Strecken bedienen. Das gilt ganz sicher für die Flüge nach Amerika und Asien.

Bekommt der Kunde mehr Beinfreiheit?

Mit fast 90 Zentimeter Sitzabstand in der Economy bieten wir jetzt schon einen sehr guten Sitzkomfort. In der Business-Klasse sind wir ohnehin führend. Und auch bei First Class und Economy bleibt die Zeit nicht stehen. Lufthansa hat immer ihre eigene Kabine entwickelt. Wir haben nie "von der Stange" gekauft.

Wird Fliegen teurer?

Preise bilden sich im Markt und in einem freien Wettbewerb. Für den Kunden bringt der A380 nur Vorteile. Wirtschaftliches Fliegen zu mehr Zielorten. Wir müssen jeden Tag aufs neue unsere Kunden überzeugen. Und da zählen verschiedene Faktoren, natürlich der Preis, das Vielfliegerprogramm, die Kompetenz unserer Mitarbeiter, aber vor allem unser Streckenangebot. Wer wirtschaftlich produziert, hat die Nase vorn, kann dem Kunden mehr bieten. All diese Faktoren machen ein Produkt und seinen Wert aus. Aber es hat seinen Preis.

Wieviel haben Sie für die 15 bestellten A 380 bezahlt?

Ein faires Geschäft für Airbus und für uns. Wir haben zu einem Zeitpunkt bestellt, wo anderen der Mut fehlte. Aber es ist gute Tradition, daß wir keine Aussagen zu unseren Vertragskonditionen machen.

Wie viele A 380 wollen Sie insgesamt haben?

Wir haben 15 bestellt, und 2007 fliegen die ersten Lufthansa-Fluggäste im A 380. Ich spekuliere heute nicht über das Potential und welche Bestellungen dann folgen können. Aber der Luftverkehr ist eine Wachstumsbranche, unser Produkt erhält von den Kunden Top-Rankings bei Qualität, Sicherheit und Streckenangebot, und wir haben angekündigt, daß wir im profitablen Langstreckengeschäft weiter wachsen wollen. In der Regel war die erste Bestellung eines Flugzeugtyps bei Lufthansa nie die letzte.

Muß Boeing sich Sorgen machen?

Jeder muß Chancen im Markt erkennen und nutzen. Für uns als Fluggesellschaft ist entscheidend, dem Kunden in verschiedenen Segmenten das beste Reiseangebot zu bieten. Das Flugzeug selbst spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. Die Wirtschaftlichkeit hat Auswirkungen auf den Preis, die Umweltbilanz ist zu berücksichtigen, und natürlich geht es vor allem um den Reisekomfort. Wettbewerb ist für mich immer ein belebendes Element, er spornt an, verhindert Trägheit und läßt ein Unternehmen auch auf einer Erfolgswelle innovativ bleiben. Von einem gesunden Wettbewerb zwischen den Flugzeugherstellern profitieren alle - die Kunden und wir als Fluggesellschaft.

Sind Sie selbst schon einmal mit dem neuen Airbus geflogen?

Nein, denn der Erstflug soll erst im Frühjahr stattfinden. Aber die Vorfreude wächst.

Quelle: hpe./wvp., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16.01.2005, Nr. 2 / Seite 37
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