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Luftfahrt „Das Flugzeug ist ökologisch am besten“

Lufthansa-Chef Mayrhuber im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Energiesparen aus Eigennutz, erzwungene Zickzackrouten, den Handel mit Emissionsrechten und die Verlagerung des Standortes nach Zürich.

© dpa Ein Österreicher in Frankfurt: Wolfgang Mayrhuber

Die Deutsche Lufthansa wird weiter in treibstoffschonende Flugzeuge investieren. "Wenn wir heute schon eine Flotte betreiben könnten, die im Durchschnitt 3 Liter Treibstoff pro Passagier und 100 Kilometer benötigte statt 4,4 Litern, dann hätten wir bei den heutigen Treibstoffkosten rund eine Milliarde Euro weniger Treibstoffaufwand", sagt Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Mayrhuber unterstreicht damit, dass die Fluggesellschaft ein ureigenes Interesse besitzt, möglichst sparsam mit teuren Ressourcen umzugehen und damit auch die Umweltbelastung zu vermindern. In der aktuellen Debatte um die Folgen der Klimaveränderung ist er sich zwar der Verantwortung des Luftverkehrs bewusst, sieht ihn aber nicht in einer Schlüsselrolle. "Wir wollen und können natürlich noch mehr tun", sagt er und verweist auf große Unterschiede der Fluggesellschaften. Dennoch sieht er im öffentlichen Bewusstsein eine Diskrepanz zwischen Handeln und Fordern. Ein großer Teil der Emissionen könne von jedem selbst beeinflusst werden.

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Emissionsmengen stärker vom Verbrauch entkoppeln

Er führt Jürgen Hambrecht an, den Vorstandsvorsitzenden von BASF, der kürzlich ein Beispiel für ein individuelles Energiesparprogramm gegeben hat. Hambrecht hatte gesagt, dass mit dreifach verglasten Fenstern, gedämmten Fassaden und Klimatapeten der durchschnittliche Verbrauch von Heizöl von derzeit 25 Liter je Quadratmeter im Jahr auf 3 Liter gesenkt werden könne. In der allgemeinen Klimadiskussion müsse es darum gehen, in den Industrieländern "mit dem kleinsten Material- oder Geldeinsatz die größte Hebelwirkung zu erzielen".

Die Frage sei doch auch: "Emittieren wir so viel, weil wir so viel reisen, oder emittieren wir so viel, weil die Reise künstlich durch Stau unterbrochen wird?" Aber die Politik sei offenbar noch nicht bereit, diese wirklich entscheidenden Fragen anzugehen. Mayrhuber plädiert deshalb, die vorhandenen technischen und organisatorischen Möglichkeiten in Europa auszuschöpfen. "Wir müssen die Emissionsmengen stärker vom Verbrauch entkoppeln. Das ist in vielen Sektoren mit einem relativ überschaubaren Mitteleinsatz darstellbar." Er verweist auf das Beispiel von Hambrecht. Auch werde die vorhandene Technologie nur unzureichend genutzt.

Mit drei Kilometern Straße kommen sie nicht weit

Deshalb sagt Mayrhuber: "Das Flugzeug ist in ökonomischer und ökologischer Hinsicht das beste Transportmittel für Strecken von mehr als 350 Kilometern." Als Beispiel für seine Behauptung führt er den Energiebedarf für die Herstellung eines Flugzeugs an, den Treibstoffverbrauch je Passagier auf 100 Kilometer - die aktuelle Lufthansa-Flotte erreicht hier einen Wert von 4,4 Litern - sowie die deutlich niedrigeren Lärmteppiche der Flugzeuge und den Landverbrauch. Mit drei Kilometern Startbahn könne man in die ganze Welt fliegen, aber "mit drei Kilometern Straße oder Schiene kommen Sie nicht weit". Emission in Form von Kohlendioxid und anderen Gasen, Landverbrauch, Herstellungsverbrauch und Lärmbelastung - "in allen vier Kategorien schlagen wir alle anderen Verkehrsmittel eindeutig", fasst er seine These zusammen.

Aber warum steht die Luftfahrt bei der Klimadiskussion so sehr im Fokus? Dafür macht Mayrhuber den Eindruck verantwortlich, dass es in der Luftfahrt ein überproportionales Wachstum gebe. "Aber wenn wir heute in ganz Europa den Luftverkehr stilllegen würden, dann, sagen uns die Experten, macht das 0,5 Prozent der Emissionen in der Welt aus." Und unterstelle man, dass in der ganzen Welt der Luftverkehr eingestellt würde, dann käme man im höchsten Fall auf rund 3 Prozent des weltweiten Emissionsvolumens. Selbst wenn man eine Verdoppelung des internationalen Luftverkehrs unterstelle, dann erreichte die Branche allenfalls 6 Prozent des Emissionsvolumens.

Drei Säulen der Klimaentlastung

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