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Luftfahrt Cargolifter hängt in der Luft

13.05.2002 ·  „Die Lage ist ernst. Es geht um Tage“, heißt es beim angeschlagenen Luftschiffbauer Cargolifter. Die Bundesregierung lehnt einen Zuschuss ab.

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Der angeschlagene Luftschiffbauer Cargolifter steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. „Die Lage ist ernst. Es geht eher um Tage als um Wochen“, sagte Cargolifter-Sprecherin Silke Rösser. Zu einem konkreten Datum wollte sie sich nicht äußern. „Eine akute Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft wird in den nächsten Tagen nicht eintreten", hieß es in einer Presseveröffentlichung des Unternehmens vom Sonntag.

Abfuhr von der Bundesregierung

Auf der Suche nach neuem Geld hat Cargolifter von der Bundesregierung eine Abfuhr bekommen. „Auf absehbare Zeit wird es keine finanziellen Zusagen von uns geben“, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag. Die Hoffnungen ruhen jetzt vor allem auf der brandenburgischen Landesregierung. Allerdings hat Potsdam weitere Unterstützung bislang von der Mithilfe des Bundes abhängig gemacht.

Hoffen auf Potsdam

Nach Firmenangaben gab es auch am Montag Gespräche mit dem Bundeskanzleramt und der Staatskanzlei in Potsdam. Die Hoffnung ruht nun vor allem auf dem Land. Der stellvertretende Regierungssprecher Manfred Füger verwies am Montag allerdings auf ein längst bewilligtes Darlehen, das von Cargolifter mangels Hausbank nicht abgerufen werden könne. „Cargolifter muss unbedingt eine Bank finden, um dieses Geld in Anspruch nehmen zu können“, sagte Füger.

Am Dienstag will sich das brandenburgische Kabinett mit der Lage von Cargolifter befassen. „Beschlossen wird aber voraussichtlich gar nichts“, sagte Füger. „Wir brauchen zunächst Klarheit über das Finanzierungskonzept.“

Fehlendes Finanzierungskonzept

In den vergangenen Tagen hatte der Luftschiffbauer wiederholt auf seine prekäre finanzielle Lage hingewiesen. Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) hatte am Donnerstag erklärt, das Land werde Cargolifter wegen eines fehlenden langfristigen Finanzierungskonzeptes vorerst nicht helfen. Auch wolle man zunächst auf eine Entscheidung der Bundesregierung über Hilfen für Cargolifter warten.

Cargolifter-Jungfernflug 2005

Die Cargolifter AG entwickelt im südbrandenburgischen Brand ein Luftschiff, das schwerste Lasten über mehrere tausend Kilometer hinweg transportieren soll. Wegen der Finanzprobleme wurde der Jungfernflug auf 2005 verschoben. Das Projekt kostet mindestens 720 Millionen Euro. Bisher wurden 340 Millionen Euro in die Entwicklung gesteckt. Das Land Brandenburg förderte das Projekt mit fast 40 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 470 Menschen - davon rund 255 in Brand.

Enttäuschende Wandelanleihe

Seit längerem verhandelt Cargolifter mit dem Land über ein Darlehen von bis zu 50 Millionen Euro. Weitere Hoffnungen setzt das Unternehmen auf die Wandelanleihe, die seit kurzem auch von der breiten Öffentlichkeit gezeichnet werden kann. Die Anleihe war zunächst den eigenen Aktionären angeboten worden und hatte lediglich 3,8 Millionen Euro eingebracht. Erwartet worden waren mindestens zehn Millionen.

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