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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Luftfahrt Cargolifter gewinnt Boeing als Partner

 ·  Nach einjähriger Verhandlung hat Cargolifter endlich einen Partner. Boeing soll auch einen finanziellen Einstieg beim Luftschiffbauer erwägen.

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Der finanziell angeschlagene Luftschiffbauer Cargolifter ist bei der Suche nach einem strategischen Partner aus der Industrie fündig geworden. Mit Boeing, dem weltweit größten Luft- und Raumfahrtkonzern, vereinbarte Cargolifter am Donnerstag eine Zusammenarbeit.

Beide Unternehmen wollen die weiteren geschäftlichen Möglichkeiten für die Entwicklung und Nutzung von Luftschiffen gemeinsam prüfen. Die Entscheidung über einen finanziellen Einstieg bei Cargolifter hält sich Boeing noch offen. Cargolifter-Finanzvorstand Karl Bangert sagte, bei den Gesprächen sei auch die Möglichkeit einer Beteiligung von Boeing an dem deutschen Unternehmen zur Sprache gekommen. „Das ist mit drin", betonte Bangert. Die Entscheidung hierüber solle im Laufe des Jahres fallen.

Helium-Luftschifffe zur Überwachung der USA

Die Absichtserklärung kam nach rund einjährigen Gesprächen zwischen Cargolifter und Boeing zustande. Nach Angaben von Cargolifter-Vorstandschef Carl von Gablenz sollen nun auch Möglichkeiten untersucht werden, die über die bisherigen Pläne des Luftschiffbauers hinaus gehen. Dazu gehört auch der Einsatz von Helium-Luftschiffen oder -Ballons zu militärischen Zwecken. Geprüft wird auch die Entwicklung von unbemannten Luftschiffen, die in 20 Kilometern Höhe den Luftraum über den USA überwachen könnten. Seit den Anschlägen vom 11. September sei die Luftraumüberwachung „ein starkes Thema“ in Amerika, so Christian von Tümpling, Leiter der Entwicklungsabteilung bei Cargolifter.

Bisher hatte sich Cargolifter auf die Entwicklung eines Luftschiffs konzentriert, das eines Tages Schwerstlasten bis zu 160 Tonnen über mehrere tausend Kilometer hinweg transportieren soll. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde der Start des so genannten CL 160 erst im Frühjahr wieder verschoben. Der erste Prototyp soll nun im Frühjahr 2005 abheben. Bis zur Serienreife wird das Projekt nach bisherigen Berechnungen mindestens 720 Millionen Euro kosten. Bislang wurden schon 340 Millionen Euro in die Entwicklung gesteckt.

Börse honoriert Durchbruch

Finanzvorstand Bangert bezeichnete die Absichtserklärung als „Durchbruch“, um nun auch an weitere Finanzmittel zu kommen. „Wir hätten keinen besseren Partner finden können“, sagte Bangert. Cargolifter bemüht sich derzeit beim Bund und dem Land Brandenburg um weitere staatliche Hilfen. An der Börse wurde die Nachricht des MDax-Unternehmens mit einem Kurssprung belohnt. Die Aktie schoss um bis zu 30 Prozent in die Höhe, gab dann allerdings wieder einen Teil der frühen Gewinne ab.

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