Der französische Transportminister Gilles de Robien teilte am Dienstag in einem Fernsehinterview mit, dass die Regierung „in den nächsten Wochen“ eine Gesetzesvorlage zur weiteren Privatisierung der Fluggesellschaft einbringen will. Damit wird der Staat vermutlich seine Mehrheit an der Fluggesellschaft abgeben.
Eine endgültige Entscheidung darüber, wieviele Aktien zur weiteren Privatisierung der Air France verkauft werden sollen, ist nach den Worten des Ministers noch nicht gefallen. Allerdings wird der Staat laut de Robien „wahrscheinlich“ eine Beteiligung von 20 bis 25 Prozent behalten.
Im Moment hält die Regierung noch 56 Prozent der Titel. Mitarbeiter der Air France sind derzeit mit elf Prozent der Aktien am Unternehmen beteiligt. Die restlichen Titel sind im freien Umlauf.
Dialog zwischen Piloten und Management
Das Management der Air France wird am Mittwoch den Interessenvertretern der Mitarbeiter den vorläufigen Ablaufplan für die Privatisierung erläutern. De Robien sagte, die Piloten der Air France, die bis Montag einen viertägigen Streik unternommen haben, hätten das Recht, den Privatisierungsplan mit dem Management zu erörtern, es sei aber auch nötig, dabei “angemessen“ zu reagieren.
Angesichts des Kursverfalls der Air France-Aktien am Montag um vier Prozent hätten die Piloten selbst Geld verloren, gleichfalls das Bodenpersonal und die Gesellschaft insgesamt, sagte de Robien. Zurzeit notieren Air France-Aktien an der Börse in Paris um rund 1,1 Prozent fester als am Vortag.