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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Luft- und Raumfahrt Teilrückzug der Großaktionäre bei EADS

 ·  Daimler-Chrysler und Lagardere reduzieren ihre Beteiligungen am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern. Der Versuch des Konzerns, mit Thales und Alcatel einen Satellitenkonzern aufzubauen scheint gescheitert.

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Sechs Jahre nach der Fusion zum europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bauen die beiden industriellen Großaktionäre Daimler-Chrysler und Lagardere ihre Beteiligungen im Gleichschritt ab. Die deutsch-französische Machtbalance bleibt damit nach dem Verkauf mit einem Volumen von mehr als vier Milliarden Euro erhalten.

Nach dem Abschluß der Transaktion werden Daimler-Chrysler und die französische Seite - mit dem Medienkonzern Lagardere und dem Staat - noch je 22,5 Prozent der EADS-Anteile halten. Weil ein Verkauf der EADS-Anteile für beide aus steuerlichen Gründen erst 2007 sinnvoll ist, verständigten sich beide Großaktionäre mit Investmentbanken auf ein Vorgehen, um die wirtschaftlich erst später wirksame Abgabe von je 7,5 Prozent der Aktien schon jetzt festzumachen.

EADS-Kurs gibt 3,5 Prozent ab

Daimler-Chrysler und Lagardere betonten, sie wollten beide EADS weiter unterstützen und wesentliche Anteilseigner bleiben. Auf eine genaue Höhe der Beteiligung will sich Daimler-Chrysler aber nicht festlegen.

An der Pariser Börse gab der Kurs der EADS-Aktie zu Handelsbeginn um 3,5 Prozent auf 33,05 Euro nach, während die Anteilsscheine von Lagardere um fünf Prozent auf 67,50 Euro zulegten. Im deutschen Handel gewann die Daimler-Chrysler-Aktie zwei Prozent auf knapp 49 Euro. Der Stuttgarter Autokonzern kann durch den Verkauf im kommenden Jahr mit einem Gewinnbeitrag von etwa einer Milliarde Euro rechnen. Daimler-Chrysler und Lagardere wollen sich stärker auf ihr jeweiliges Kerngeschäft - Autos und Medien - konzentrieren.

Der Verlust der EADS-Anteilsscheine lag auch darin begründet, daß die beiden französischen Konzerne Alcatel und Thales ihr Satellitengeschäft ohne EADS-Beteiligung zusammenlegen. Vor wenigen Wochen hatte EADS Thales und Alcatel den Vorschlag unterbreitet, den Satellitenhersteller EADS Astrium beim Rüstungsunternehmen Thales einzubringen, um im Gegenzug einen Anteil von rund 20 Prozent an Thales zu erhalten.

EADS sieht höheren Anteil an Streubesitz positiv

EADS war im Jahr 2000 aus der Zusammenführung der deutschen Dasa, der französischen Aerospatiale und der spanischen Casa aufgebaut worden. Daimler-Chrysler brachte seine Tochter Dasa in das europäische Unternehmen mit ein. Der Einfluß war sorgsam zwischen Deutschland und Frankreich austariert worden: Die EADS hat zwei Verwaltungsrats- und zwei Vorstandschefs - jeweils einen Deutschen und einen Franzosen. Um die Neubesetzung der Posten im vergangenen Jahr hatte es einen Machtkampf gegeben. Auch die unteren Führungsebenen werden entsprechend besetzt. EADS kontrolliert den größten europäischen Flugzeughersteller Airbus, der dem amerikanischen Konkurrenten Boeing in den vergangenen Jahren den Rang abgelaufen hat.

Die Chefs von EADS, Tom Enders und Noel Forgeard, begrüßten den Schritt der Großaktionäre. „Wir glauben, daß ein größerer Streubesitz für unsere Aktionäre Wert schafft und die EADS-Aktie attraktiver macht“, sagten sie. Es sei positiv, daß Daimler-Chrysler und Lagardere Großaktionäre blieben und die EADS weiter unterstützen wollten. Lagardere hatte bereits mehrfach die Absicht bekundet, sich von einem Teil seiner EADS-Aktien zu trennen, und hält künftig noch 7,5 Prozent.

Komplizierte Transaktion

Wegen der Steuerproblematik vereinbarten Lagardere und Daimler-Chrysler komplizierte Transaktionen, um den Verkauf der EADS-Anteile schon jetzt zu sichern und damit eine länger anhaltende Unsicherheit zu verhindern. Daimler-Chrysler leiht die Aktien mit einem Marktwert von mehr als zwei Milliarden Euro zunächst an Investmentbanken, die diese am Markt plazieren. Die Abwicklung sei für den Zeitraum Januar bis April 2007 vorgesehen, hieß es.

Lagardere gibt die Aktien über Pflichtwandelanleihen ab. Bis die Aktien in drei Schritten zwischen 2007 und 2009 endgültig die Besitzer wechseln, wird das Unternehmen weiter Dividenden dafür von EADS erhalten. EADS teilte mit, die Investmentbanken JP Morgan und Morgan Stanley würden als Teil der verschiedenen Transaktionen insgesamt 73 Millionen Aktien von EADS - davon annähernd 12 Millionen für die französische Bank IXIS CIB im Auftrag von Lagardere - in einem beschleunigten Verfahren an institutionelle Investoren veräußern.

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Lieber ehrlich

Von Johannes Pennekamp

Die SPD und noch mehr die Grünen haben höhere Steuern für Top-Verdiener angekündigt - und finden sich dabei besonders ehrlich. Was sie gerne verschweigen: Zu den Top-Verdienern im Land zählen nicht nur Millionäre mit Sportwagen, sondern auch schon leitende Angestellte, Handwerksmeister und Beamte. Mehr 3


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