13.06.2005 · Airbus leidet unter dem deutsch-französischen Machtkampf beim Mehrheitsaktionär EADS. Gustav Humbert ist noch immer nicht zum Airbus-Chef ernannt. EADS sagt eine lange geplante Pressekonferenz ab.
Der führende europäische Flugtechnikkonzern EADS hat seine monatelange Führungskrise nicht wie erhofft bis zum weltgrößten Branchentreff in Paris-Le Bourget lösen können. Zu Messebeginn am Montag sagte EADS seine für Dienstag geplante Pressekonferenz ersatzlos ab.
Der Schritt gilt als peinliches Eingeständnis einer strategischen Blockade beim europäischen Vorzeigeunternehmen, während der Streit der EU mit den USA über Subventionen im Flugzeugbau vor der Welthandelsorganisation WTO eskaliert.
Die EADS-Großaktionäre Daimler-Chrysler und Sogeade (Lagardère und der französische Staat) blockieren sich seit einem halben Jahr im Streit um die Führungsstruktur bei EADS und der Konzerntochter Airbus. Auslöser war der Versuch des Airbus-Chefs Noël Forgeard, die deutsch-französische EADS-Doppelspitze zu verdrängen und alleine die Konzernführung zu übernehmen. Forgeard fand dabei die Unterstützung von Präsident Jacques Chirac, DaimlerChrysler blockte den Versuch jedoch ab. Nun warten Forgeard und der Deutsche Thomas Enders seit Wochen auf ihre Bestätigung als Co-Chefs und EADS wird kommissarisch von den Chef-Aufsehern geführt.
Streit im Aktionärslager gibt es auch über die Frage, ob EADS wichtige Zulieferer wie den Elektronikkonzern Thales (10,4 Milliarden Euro Umsatz) übernehmen sollte. Forgeard und Chirac sind dafür. Daimler-Chrysler lehnt eine Vollfusion ab, mit der die Franzosen ein Übergewicht am EADS-Kapital erhielten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.384,64 | −0,68% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2456 | −0,26% |
| Rohöl Brent Crude | 106,20 $ | −0,61% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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