18.12.2006 · Die Bundesregierung hat ihre Suche nach neuen Finanzinvestoren beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nach Angaben aus Regierungskreisen erfolgreich abgeschlossen. Rund ein Dutzend Finanzinstitute wollten sich indirekt bei EADS engagieren, hieß es.
Die Bundesregierung hat ihre wochenlange Suche nach neuen Finanzinvestoren beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nach Angaben aus der Regierung erfolgreich abgeschlossen.
„Der Kreis der Investoren steht“, sagte am Montag ein hoher Regierungsbeamter, der mit dem Thema vertraut ist, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Rund ein Dutzend Finanzinstitute wollten sich indirekt bei der EADS finanziell engagieren. Derzeit würden die letzten Details besprochen. Mit einer endgültigen
Vereinbarungen sei im Januar zu rechnen. Von EADS und seinem deutschen Großaktionär Daimler-Chrysler war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Stimmrechte sollen bei Daimler-Chrysler bleiben
Daimler-Chrysler will seine EADS-Beteiligung auf 15 Prozent von derzeit 22,5 Prozent reduzieren. Um das
fein austarierte Machtverhältnis zwischen Deutschland und Frankreich bei dem Luftfahrtkonzern zu erhalten, bemühte sich die Bundesregierung um den Einstieg eines deutschen Finanzkonsortiums. Die Konstruktion für die Übernahme des 7,5-prozentigen EADS-Pakets, die von der Deutschen Bank und der amerikanische Investmentbank Morgan Stanley erarbeitet wurde, steht nach Informationen aus Finanzkreisen grundsätzlich.
So solle das Finanz-Konsortium über eine komplexe Derivate-Konstruktion den Anteil halten, während die Stimmrechte bei Daimler verblieben, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Zunächst werde an eine Laufzeit von vier Jahren gedacht. Deutsche Bank und Morgan Stanley wollten sich hierzu nicht äußern.
Deutscher Staat selbst wird wohl nicht Anteilseigner
Der Kreis der neuen EADS-Investoren soll sich den Angaben zufolge aus privaten und öffentlich-rechtlichen Instituten, überwiegend aus Deutschland, zusammensetzen. Beteiligen würden sich unter anderem Deutsche Bank, Commerzbank, Goldman Sachs und auch die staatliche Förderbank KfW. In welchem Maße auch Landesbanken zum Zuge kommen, war noch nicht zu erfahren. Von ihnen hat etwa die Düsseldorfer West LB grundsätzlich Bereitschaft zur Mithilfe an einer Lösung signalisiert. Die Bayern LB will sich hingegen nicht engagieren.
Klar ist damit aber auch, daß der deutsche Staat nicht selbst Anteilseigner bei der EADS wird, wie es der französische Staat bereits ist. Ursprünglich hatte sich die Regierung die Möglichkeit einer Staatsbeteiligung offen gehalten, falls keine privatwirtschaftlichen Lösungen gefunden werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,67 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,38% |
| Rohöl Brent Crude | 105,49 $ | −1,27% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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