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Loveparade Die lieben Finanzen - schwarze Aussichten für die Techno-Parade

 ·  Weil die Loveparade nicht als Demonstration anerkannt worden ist, kommen auf ihre Veranstalterfirma, Planetcom, enorme Mehrkosten zu.

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Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Der Antrag der Loveparade-Veranstalter, den Techno-Umzug als politische Demonstration anzuerkennen, wurde in einem Eilverfahren vorerst abgelehnt. Damit ist die Sache noch nicht endgültig entschieden, aber für die diesjährige Loveparade steht fest: Ihre Veranstaltergesellschaft Planetcom wird in die roten Zahlen rutschen. Loveparade-Sprecher Enric Nitzsche rechnet mit zusätzlichen Kosten in einer Höhe von bis zu 670.000 Mark. Damit stünden Ausgaben in Höhe von vier Millionen Mark Einnahmen über 2,5 Millionen Mark gegenüber, erklärt Nitzsche.

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes kann Planetcom die Loveparade auch künftig nur noch - wie in diesem Jahr - über eine Sondernutzungsgenehmigung kommerziell betreiben. Für viele Kosten, die bislang die Stadt getragen hat, muss das Unternehmen damit selbst aufkommen. Dieses Jahr ist die Parade trotz der Mehrkosten gesichert. Nächstes Jahr sieht die Sache anders aus.

Gewinn für schlechte Zeiten gespart

Für die Veranstaltung am 21. Juli übernimmt Planetcom die Reinigung des Tiergartens komplett. Kostenpunkt: rund 220.000 Mark. Noch einmal 350.000 Mark wird das Unternehmen voraussichtlich für die Schäden im Tiergarten bezahlen müssen. Hinzu kommen Kosten für logistische Maßnahmen - bis etwa 110.000 Mark - wie Verkehrsbeschilderung oder das Aufstellen von Toilettenhäuschen.

Planetcom habe den in den vergangenen fünf Jahren erwirtschafteten Gewinn von 1,25 Millionen Mark nicht an die fünf Gesellschafter ausgeschüttet, sondern für schlechte Zeiten gespart, erklärt Nitzsche. „Und die sind jetzt da.“ Nur dadurch könne die Parade am 21. Juli stattfinden. Doch ein Defizit von bis zu einer Viertelmillion Mark wird bleiben. „Wir sparen Kosten, wo es nur geht“, sagt Nitzsche. „Ein Defizit können wir uns gar nicht erlauben.“ Für das nächste Jahr sei die Veranstaltung indes nicht gesichert.. „Das ist keine Drohgebärde, sondern wirtschaftliche Realität“, betont Nitzsche.

Einen Teil der Kosten werde der Senat für Wirtschaft übernehmen. Das hatte der frühere Senator für Wirtschaft, Wolfgang Branoner (CDU) bereits zugesichert. Wie hoch der ist, darüber schweigt der Sprecher des seit einigen Wochen amtierenden Übergangssenats, Claus Guggenberger, mit Verweis auf Verhandlungen mit anderen Veranstaltern. „Ich kann nicht abschätzen, was der nächste Senat beschließen wird“, behauptet Guggenberger. Eins könne er jedoch sagen: Der Senat, bei dem sämtliche für die Loveparade notwendigen Anträge gebündelt werden, habe Gebühren und sonstigen Kosten im Hinblick auf die Bedeutung der Loveparade für Berlin festgelegt.

Als Wirtschaftsfaktor nicht hoch genug einzuschätzen

„Als Wirtschaftsfaktor ist die Loveparade gar nicht hoch genug einzuschätzen“, meint Natascha Kompatzki, Sprecherin von Berlin Tourismus Marketing. Die eine Million Raver trage hochgerechnet rund 250 Millionen Mark an zusätzlicher Kaufkraft in die Stadt. Pro Person im Schnitt 254,90 Mark, hat das Institut für Markt und Wirtschaftsforschung errechnet. Davon entfielen 23,1 Prozent auf Verpflegung, 21,6 Prozent auf Shopping, 18,7 Prozent auf Kultur (Museen, Clubs), 10,2 Prozent auf Übernachtung und 2,5 Prozent auf den Nahverkehr.

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