Die Deutsche Post AG wird ihr Angebot für den britischen Logistik-Konzern Exel vermutlich schon am Montag abgeben. Dies erfuhr die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung aus Londoner Bankenkreisen. Dort wird damit gerechnet, daß Post-Chef Klaus Zumwinkel rund 5,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen muß, um zur Weltspitze der Logistikunternehmen aufzuschließen.
Das Angebot bedeutet einen Preis von etwas mehr als 12,40 Pfund pro Aktie (18,20 Euro) und liegt damit am oberen Ende der Erwartungen. Bislang hatten Beobachter mit einem Gesamtpreis von 5,3 Milliarden Euro gerechnet. Exakt 73 Prozent des Kaufpreises sollen in bar, die übrigen 27 Prozent in Aktien gezahlt werden. Vom Zusammenschluß erwartet sich die Post jährliche Synergieeffekte von 200 Millionen Euro.
Exel-Vorstand zum Chef der Logistikeinheit
Am Wochenende tagte in Bonn der Aufsichtsrat der Post; die Beratungen waren bei Redaktionsschluß noch nicht abgeschlossen. Nennenswerter Widerstand gegen den Übernahmeplan wurde indessen nicht erwartet. Der Board von Exel hat sich bereits positiv zur Absicht der Deutschen Post geäußert. Insgesamt würde die Deutsche Post dann mit knapp 500.000 Mitarbeitern der größte deutsche Arbeitgeber. Die neu formiere Logistikeinheit strebt mittelfristig (2008) einen Gewinn von einer Milliarde Euro (2004: 280 Millionen) an.
Exel-Vorstand John Allan soll Chef der neuen Logistikeinheit werden, die aus der Logistiksparte der Post und aus Exel gebildet wird. Hauptquartier wird die kleine Stadt Bracknell nahe London werden. Eine Hauptversammlung der Exel-Aktionäre findet im November statt. Der bisherige Logistikvorstand Frank Appel werde künftig einem erweiterten Corporate-Service-Bereiche vorstehen, schreibt die F.A.S.