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Liquiditäts-Engpässe Französischer Staat will Immobilienbank retten

 ·  Die in Liquiditätsnöte geratene Immobilienbank Crédit Immobilier de France soll die gewünschten Staatsgarantien erhalten. Dafür musste sie zunächst die Führungsspitze austauschen.

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Die französische Regierung ist bereit, die Immobilienbank Crédit Immobilier de France (CIF) mit Hilfe einer staatlichen Garantie vor dem Untergang zu retten. Am Wochenende teilte der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici mit, dass er dem Hilferuf des CIF nach staatlicher Stützung nachkommen werde. Dafür müsse zwar zuerst die Erlaubnis der europäischen Kommission sowie des französischen Parlaments erhalten, schränkte der Minister ein. Doch damit ist zu rechnen.

Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Frankreich mit mehr als 20 Milliarden Euro für die Immobilienbank einstehen wird. Im Zuge der Finanzkrise hatte Frankreich schon der belgisch-französischen Bankengruppe Dexia Staatsgarantien gewährt. Diese staatliche Rettung war wie auch Bankenrettungen in anderen Ländern aus Angst vor einem Flächenbrand genehmigt worden.

Der CIF ist eine kleinere Bank zur Finanzierung von Immobilienprojekten, die aus dem Sozialwohnungswesen hervorging. Zu der 104 Jahre alten Finanzgruppe gehören 56 regionale Genossenschaftsbanken. Sie hat Ausleihungen von rund 33 Milliarden Euro in den Büchern stehen, vor allem an Privathaushalte. Im Mai wollte sie für das vergangene Jahr einen Gewinn auf Vorjahreshöhe von 78 Millionen Euro ausweisen. Doch die Ratingagentur Moody’s hatte im Februar eine Herabstufung um bis zu vier Stufen angedroht. Dies führte dazu, dass die Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss nicht bestätigen wollten.

CIF verfügt über keine Einlagen

Seit Wochen kursierten somit Gerüchte über Liquiditäts-Engpässe. Die CIF verfügt über keine Einlagen, sondern finanziert sich ausschließlich über die Finanzmärkte. „Dieses sehr spezifische Geschäftsmodell ist in der Krise ins Wanken geraten. Zudem wird es durch die neuen Kapitalvorschriften im Rahmen von Basel 3 in Frage gestellt“, teilte Finanzminister Moscovici mit. Am vergangenen Dienstag machte Moody’s seine Drohung war und stufte CIF um drei Noten herab. Wenn der Staat nicht zur Hilfe eile, könnte die Bewertung sogar um neun Stufen gesenkt werden, ließ die Ratingagentur wissen.

Dies erschütterte die Bank bis ins Mark. Das niedrigere Rating ermöglichte es einigen Investoren, ihre Anleihen fällig zu stellen. Neue finanzielle Mittel konnte sich der CIF aufgrund des allgemeinen Misstrauens offenbar schon seit Februar am Markt nicht mehr besorgen, hieß es in der französischen Presse. Die Liquiditätskrise war somit eingetroffen. Am Freitagabend rief die Bank eine Sondersitzung ihres Aufsichtsrates ein, der die Bitte um eine staatliche Garantie beschloss.

Seit mehreren Jahren drängt der französische Staat CIF zu einem Anschluss an eine größere Bankengruppe. Seine ehemaligen Konkurrenten Comptoir des entrepreneurs und Crédit Foncier de France existieren schon seit den neunziger Jahren nicht mehr oder schlüpften unter ein anderes Dach. Doch bisher wollte niemand beim CIF zugreifen. Selbst die staatliche französische Postbank winkte ab. Etliche CIF-Kredite an finanziell schwächere Haushalte zu variablen Zinsen und mit langen Laufzeiten schrecken offenbar ab. Außerdem steht die Postbank schon unter dem Druck der Regierung, das kommunale Kreditgeschäft von Dexia zu übernehmen.

Im Zeichen der Krise und auf Drängen des Staates hat CIF jetzt auch sein Management ausgewechselt. Der Vorstandsvorsitzende Claude Sadoun, der im Sozialwohnungswesen eine bekannte Figur ist, verließ seinen Posten. Sein Führungsstil ist als autokratisch und wenig transparent kritisiert worden. Sadouns Nachfolger wird Bernard Sevez; Patrick Amat ist zur Nummer zwei ernannt worden. „Der Staat erwartet, dass der ehemalige CIF-Chef auf jede Art von Abfindung verzichtet“, erklärte Minister Moscovici. CIF verfügt zwar nicht über Einlagen, doch über andere Aktiva in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Diese gelten durchaus als attraktiv, heißt es in Paris.

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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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