http://www.faz.net/-gqe-76eon

Liquide Mittel : Das Geld der Aktionäre

Manche Unternehmen sitzen auf hohen Beständen liquider Mittel. Der Elektronikkonzern Apple zum Beispiel. In Zeiten niedriger Zinsen bleibt die Frage: wohin damit?

          Es gibt Unternehmen, die können sich über Schwierigkeiten mit der Finanzierung nicht beklagen. Sie sitzen auf hohen Beständen liquider Mittel, die sich nur zu sehr niedrigen Zinssätzen anlegen lassen. Aktionäre kaufen aber keine Aktien, damit Unternehmen zur Sparkasse werden. Doch wohin mit dem Geld? Der Markt für Unternehmensübernahmen liegt darnieder. In Forschung und Entwicklung kann nicht so viel investiert werden wie Geld vorhanden ist. Und die Pflege des Maschinenparks finanziert sich in solchen Situationen schon fast von allein.

          Der Elektronikkonzern Apple zum Beispiel verfügt über liquide Mittel von knapp 140 Milliarden Dollar. Die größten europäischen Unternehmen sitzen nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor’s auf einem Kassenbestand von gut 1000 Milliarden Euro. Diese Nachricht garniert die deutsche Software AG mit dem Beschluss, die Aktionäre angesichts eines eigenen Barmittelbestands von 316 Millionen Euro mit einem Aktienrückkaufprogramm zu erfreuen. Und in Amerika will der Hedge-Fonds-Manager David Einhorn Apple dazu motivieren, die noch ungleich höheren Geldreserven viel zügiger als bisher an die Aktionäre zurückzuzahlen.

          Geld, für das in Unternehmen keine ausreichend rentierlichen Ideen mehr vorhanden sind, sollte den Aktionären in der Tat zurückgegeben werden. Aber Vorsicht: Es bringt nichts, Kapital auszukehren und die Aktionäre kurz danach um eine Kapitalerhöhung zu bitten, zum Beispiel wenn dann doch eine Akquisition ansteht.

          Insofern ist Apples Ideenlosigkeit frappierend: Apple könnte zum Beispiel Daimler kaufen und zeigen, wie die Mobilität in den nächsten 100 Jahren aussehen wird. Die Idee ist nur ein Gedankenspiel, das zeigen soll: Unternehmerischer Mut ist spannender als jede Rückzahlung an Aktionäre. Aber eine solche ist immer noch besser als Geld bloß zu verwalten.

          Carsten Knop

          verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung und Unternehmen.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Toronto vom Wasser aus betrachtet - auf der Seite will Google die „smart City“ bauen.

          „Smart City“ : Hier baut Google die intelligente Stadt

          Viele Roboter, wenige Autos und Müll und Pakete werden unterirdisch transportiert: Der Technologiekonzern Alphabet hat sich eine Metropole für sein nächstes großes Projekt ausgesucht. Darum geht es.
          Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy kann im Katalonien-Konflikt auf die Unterstützung aus der Opposition hoffen.

          Konflikt in Spanien : Selten harmonisch

          Von der Minderheitsregierung zur gefühlten großen Koalition: Die Katalonien-Krise eint die Parteien in Madrid. Sie wollen die Wahl eines neuen Regionalparlaments in Katalonien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.