30.10.2006 · Erfolgsgeschichte: Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat trotz Premium-Preise ihren Aktienkurs verdreifachen können. Das hat auf dem deutschen Markt für Neid, Sehnsucht und Respekt gesorgt.
Lindt & Sprüngli ist eine häufig kopierte, aber nie erreichte Schweizer Erfolgsgeschichte. Selbst als sich nahezu alle Produzenten in Preiskämpfen zerfleischten, verlangte das börsennotierte Unternehmen einen Premium-Preis und bekam ihn.
Der Aktienkurs hat sich binnen fünf Jahren verdreifacht, der Umsatz kletterte 2005 auf 2,2 Milliarden Franken, die Umsatzrendite liegt mit acht bis zehn Prozent in einer Höhe, die vor allem bei den wichtigen großen Konkurrenten auf dem hart umkämpften deutschen Markt Neid, Sehnsucht und zumindest Respekt erzeugt. Die Schweizer haben auf Qualität gesetzt, stets gute Kakaosorten eingekauft und ihre Marke sorgsam behandelt.
Conche sorgt für cremige Struktur
In den neunziger Jahren dehnten sich die Schweizer aus: 1994 wurde die Wiener Confiserie Hofbauer in das Unternehmen integriert, 1997 die Turiner Firma Caffarel gekauft. Anfang 1998 übernahm Lindt die Ghirardelli Chocolate Company in San Francisco, die älteste amerikanische Schokoladefabrik. Zuvor war bereits die Aachener Monheim ins Lindt & Sprüngli-Imperium geholt worden. Firmengründer Rodolphe Lindt aus Bern erfand die Conche, eine Rührtrommel, die an einen Betonmischer erinnert. Die bis dahin übliche brüchig-sandige Konsistenz der handelsüblichen Schokoladen, bitter im Geschmack, erhielt die heute feincremige Struktur.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.378,45 | −1,13% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2446 | −0,34% |
| Rohöl Brent Crude | 105,45 $ | −1,31% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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