24.11.2012 · Großprojekte waren die Stärke von Siemens. Jetzt hakt es: ICE-Züge strotzen vor Pannen, Windparks geraten zum Debakel. Es wird ungemütlich für den Vorstandschef Peter Löscher.
Von Georg Meck und Christian SiedenbiedelRichtlinien für Lesermeinungen
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Auch in anderer Hinsicht hat sich wohl Siemens übernommen. In Sachsen hat Siemens die Ausrüstung der Gebäudeleittechnik der Universitäten geliefert. Wenn neue Gebäude an die Zentralen der Gebäudeleittechnik angeschlossen werden sollen, sind Techniker von Siemens schwer zu bekommen. Sie arbeiten am Berlin-Brandenburg International...
"Die ruhmlose Handy-Sparte wurde an Asiaten verkauft"
Das stimmt so nicht.
Siemens hat sich der defizitären Handysparte (und deren deutschen
Mitarbeitern) durch Übergabe an BenQ entledigt und obendrein noch
250 Millionen Euro "Mitgift" ***gezahlt***!
die ruhmlose handysparte wurde verkauft
von "verkaufen" konnte doch keine Rede sein.. Im Unterschied zu einem unbeabsichtigten Kollateralschaden nahm man die Entlassung von mehr als 5000 Mitarbeitern billigend in Kauf, inkl. der sofortigen Filetierung von Produktionseinheit, Personal, Pensionsfondsanteilen und (so weit mir bekannt war ..) zigtausenden Mobilfunk-Patenten.....durch diese asiatische Marken- Mafia. Was hat das noch mit einem ehrbaren "Verkauf" zu tun? So weit ich noch weiß, wurde trotz Insovenz noch ein Jahr lang produziert ...und geliefert, die Gewinne gen fernost verschoben um dann beim Lichtausmachen leere Taschen vorweisen zu können.....! Anm.: Meine damalige Wahrnehmung, wer es besser weiß, sollte es sagen!
"Lernen Sie _einfach_ zu denken!"
Der wichtigste Satz, den ich in meinem Studium gehört habe. Dazu
sind solche Unternehmen _einfach_ nicht mehr fähig.
Ganz schlimm wird es, wenn man sich die amerikanische, kostenorientierte
Unternehmensführung zum Vorbild macht, wie es Siemens mit
verheerendem Erfolg seit Jahren tut.
Diese Seuche hat schon so weit um sich gegriffen, dass man schon
Probleme bekommt, jemandem zu erklären, dass es nicht Zweck eines
Unternehmens ist Gewinne zu maximieren, sondern Werte für Kunden zu schaffen.
Ich habe einen Siemens Wasserkocher. Das Gerät ist wohl der
technische Versuch eines Siemens Technikers Wasserstoffatome zu spalten.
Ganz schlecht. Ach für die Energiewende.
Die Züge sind ja auch so.
Wieso kauft die Bahn nicht japanische Hochgeschwindigkeitszüge. Die
"Asiaten" können das besser. Die
"Europäer" sind ja fast überall auf griechischem
Niveau angekommen.
Der Grund ist,
daß sich die Japaner wegen der Auflagen und Prüfmethoden des
Eisenbahn-Bundesamtes weigern, überhaupt Angebote abzugeben.
Nichts Neues in Germanien.
Wichtig ist heute:" Deliver the promise !" und nicht Erfahrung, Physik und Technoligie
Ich glaube, langsam und sicher hat das "angloamerikansiche
Sytem" bei SIEMENS auch Fuß gefasst. Heutzutage ist es in
vielen Unternehmen ganz normal, dass Vorstände und alle anderen
Manager mit variabler Vergütung "die Kohle kassieren "
bei Erreichung bestimmter vereinbarten Ziele, die zwar für die
Manager sehr lukrativ sind, aber für das Unternehmen vor allen
Dingen für die Belegschaft katastrophal sind. Die
Innovationsfähigkeit und Erfahrung lernen Sie an keiner Hochschule
oder Uni, sondern im Laufe der Zeit ! Wenn ein Vorstand oder
Personalmanager glaubt, ein frischer UNI-Absolvent kann mit tollen
Powerpoint und sonstigen Präsentationen die Naturgesetze, Erfahrung
und Wissen ersetzen, dann kann man sich über solche
Entwicklungspannen wie bei SIEMENS nicht wundern ! Schon gar nicht, wenn
noch unerfahrene und frische Ingenieure die Arbeit bzw. Leistungen von
erfahrenen 2-3 Ingenieuren versprechen ! "Deliver the promise
!" !!!
Moderne Züge sind hochkomplexe Wesen
Die negativen Folgen der ganzen Probleme sind ärgerlich. Jedoch ist
zu bedenken, dass solche hochkomplexen Gebilde, wie die heutigen
Züge, eher schon mit modernen Flugzeugen (A380, Boeing 787
Dreamliner) zu vergleichen sind. Übrigens haben fast alle anderen
Bahnhersteller die gleichen Probleme. Unvorhergesehene Vorkommnisse
bringen die Zeitpläne da regelmäßig durcheinander.
Vielleicht müsste man auch einmal darüber nachdenken, ob die
Zulassungsbürokratie da etwas straffer gestaltet werden
könnte, wenn Genehmigungen so lange brauchen, dass die Software
dann immer schon veraltet ist...
...wenn Genehmigungen so lange brauchen, dass die Software dann immer schon veraltet ist...
Sie weisen in die falsche Richtung!! Diese Software (für die Bremsensteuerung) ist nicht veraltet, sie ist schlicht und einfach fehlerhaft!
Seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten stirbt Siemens. Gewiss einzelne
Unternehmensteile wie die Medizintechnik sind weiterhin
leistungsfähig, aber der noch aus wilhelminischer Zeit stammende
Konzernverbund hat sich überlebt. Sollen die gesunden Firmenteile
nicht mit in den Ruin gezogen werden, ist eine Abwicklung des
Siemenskonzerns dringend angesagt. Das Konzept Siemens hat sich
überlebt.
Übrigens, wegen seiner hervorragenden Lage am Wittelsbacherplatz in
München ließe sich der Firmensitz von Siemens in ein
erstklassiges Luxushotel verwandeln.
@U.Schnappe;W.Herzog: Übersehen wird,
daß eine wesentliche Ursache im Mangel einer qual.
Industriepolitik liegt.
Wir leisten es uns seit Jahrzehnten, keinen Wirtschaftsmin. von Format
zu haben (QuotenMin=FDP?). Die letzten Industriepolitiker waren Schmidt
und Strauss. Jetzt kommen die Vorgaben von der Wallstreet
(Goldzahn&Raffke), nicht von Unternehmern. Diese setzen Fremdmanager
ein.
Denen fällt nur der Personalabbau ein, was sonst? Also
presst/plündert man per Quartalsergebnis die Firmen aus oder
zerschlägt sie:HochTief!
Die IG-Nachfolger hatten nach dem Krieg gezeigt, wie es geht. VW ist
noch rechtzeitig aufgewacht, Opel nicht (fahr seit 30J solche Karren).
Solange wir auf qual. Wissenschaft- und Industriepolitik verzichten (die
Elite hält sich weitgehend von der Politik fern; qual. Kämpfer
werden weggebissen), misslingt jede (Energie-)Wende zur Halse - der
Sturm wird aber stärker.
Haltet Euch fest!!
SChönen Sonntag,
Egbert del Moro
Ein ganz grundsätzliches Problem
Vielleicht ist das jetzt ein wenig zu abstrakt. Es ist ein in
politisch-modernistischer Manier gerne übersehene Tatsache,
daß - bei allem Ehrgeiz und trotz aller Verbissenheit - die Hybris
demokratischer Willkür nun einmal nicht über den Gesetzen der
Physik steht. Siemens ist ein Technologiekonzern. "Gehorcht"
man dort dem trotzigen Willen demokratischer Wichtigtuer und
"Machthaber" mehr als den Gesetzen der Physik und des Marktes,
dann zerbricht man daran.
Es fängt in der staatlich okkupierten Schule an, die
lehrbuchmäßig politisch korrekt "demokratisiert"
wurde - und in der Meinung und Staatsglauben viel mehr Platz haben als
Wahrheit und Naturgesetz. Für Gesetze hält man heutzutage
ohnehin allenthalben bloße Rechtsvorschriften. Es gibt aber immer
eine Sache, eine Wirklichkeit und eine Realität, die vom Trotz der
uneinsichtigen Politik völlig ungerührt bleibt. Wenn man nun
die Welt auf den (politischen) Kopf stellen will, dann darf man sich
nicht wundern, daß sie nicht mehr läuft.
Mal von den Konzernumbrüchen, den internen Verkrustungen und die daraus entstehenden Herausforderungen. Ich lese dass schon richtig, dass ein Zugmodell insgesamt im Fahrbetrieb 80.000 Mal die Erde umrundet und ein deutsche Prüfungsbehörde trotzdem die Zulassung verweigert? Verkehrsminister Stolpe a.D. wäre wohl sogar ohne Anweisung von seinem Regierungschef Schröder Richtung Bonn aufgebrochen und hätte dem Gerald Hörster, Chef des EBA, die Leviten gelesen. Das Verhalten von Ramsauer ist da gelinde gesagt, wie immer, ein Trauerspiel. Da trifft das pädagogische Sprichwort "Perfektionimus ist eine anerkannte Krankheit" aussnahmsweise mal zu.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.11.2012 12:45 UhrGenau das ist das Problem
Wenn es Probleme gibt, dann müssen Leute ran, die überhaupt
keine Ahnung haben. So wird hier gedacht. Dass Bremsen erst mit einer
Sekunde Verzögerung reagieren, ist schon ein dicker Hund. Das
riecht schon danach, dass da möglicherweise noch mehr im Argen ist.
Wie oft der ICE von Eschede wohl vorher schon die Welt umrundet hatte ?
Wer entscheidet ? Ingenieure ?
Oder Juristen, Betriebswirte, mit ihren bunten Bildchen und ihren 3 Wort-Aussagen auf ihren tuffigen PowerPoint Slides ? Vielleicht krankt unsere Industrie daran, dass man eine Kultur übernommen hat, in der es kein Wert mehr ist, etwas zu verstehen, sondern einfach nur zu reden. Irgend etwas. Unsere Pharmaindustrie wurde durch den Einfluss von Outsidern und Nichtskönnern schon zugrunde gerichtet. Wäre es nicht ein Wunder wenn es in anderen Geschäftsbereichen anders wäre ?
war schon immer etwas Besonderes. In den 90er Jahren legte sie den
Bahnverkehr in Hamburg einige Wochen lahm, beim Toll Collect-Projekt kam
sie gar nicht erst zum EInsatz, nun die ICEs. Hat es dem Konzern jemals
wirklich geschadet ?
Der Ausstieg aus dem Privatkundengeschäft war sicher
vernünftig, das ist zu schwer. Den Ausstieg aus der Korruption
halte ich für riskant.
" Zu Beginn sprach Löscher von einer 'Lehmschicht' im mittleren Management."
Nun löscht Löscher überhaupt den Ruf des früheren Vorzeigunternehmens wohl gänzlich aus. Auch im Kleinen liefert der Konzern nur wenig begeisterungsfähige Erzeugnisse (schnurloses Telefon/Innerohr-Hörgeräte/Haushaltsgeräte). Nach arrogantem Briefkontakt mit den jeweiligen Sparten dieser weltweiten Firma bin ich nun zufriedener Kunde von japanischen, schweizerischen und westfälischen Firmen mit tüchtigeren Ingenieuren. Vielleicht sollte die Konzernzentrale wieder in ihre angestammte Berliner Heimat zurückkehren. Der bayerische "Mia san mir!"- Standpunkt ist wenig erfolgversprechend.
Daß nur Gewinnmaximierung keine erfolgversprechende Geschäftspolitik sein kann, wird auch der
... Herr Vorstandschef lernen müssen. Zwar steht sein Unternehmen mit dieser Fehlentwicklung nicht alleine, weshalb man vermuten darf, dß auch an vielen Businessschulen der Begriff "Kundenzuriedenheit nicht mehr vorkommt. Aber Gewinne, wenn auch keine überhöhten, ergeben sich von alleine, wenn Qualität, Kreativität und kundengerechte Produkte den Kunden das Gefühl vermtteln, daß sie im Mittelpunkt des Firmeninteresses stehen. Das Gefühl "angezockt" zu werden tritt leider immer öfter auf und es wäre nicht das erste Mal, daß Unternehmen daran scheitern.
Auch der Herr Vorstandschef sollte lernen, daß Gewinnmaximierung keine Geschäftspolitik ist
Wer die Kundenzufriedenheit aus dem Blick verliert, wenn er einen Konzern "umbaut", der wird sich mit Problemen konfrontiert sehen. Nun steht der Herr Löscher mit diesen Problemen nicht alleine, ganz im Gegenteil. Es scheint, daß viele Business-Schulen die jungen Leute (und auch ältere) in die falsche Richtung schicken. Die richtigen Gewinne (nicht unbedingt überhöhte) ergeben sich von alleine, wenn man sein Geschäft richtig führt, aber als alleiniges Unternehmensziel sind sie absolut untauglich.
Eine hübsche Gesellschaft dank Herrn Cromme
Das Siemens-Problem fing mit Herrn Cromme an, Aufsichtsratmitglied als
1998 der Bestechungsparagraph in Kraft trat. Wohlwissend, daß im
ganzen Nahen Osten und auch anderswo kein Geschäft ohne "
nützliche Nebenabgaben" zustande kommt, tat er so, als ob
darüber im Aufsichtsrat von S. nie gesprochen wurde. So konnte er
Überraschung heucheln, als der Siemensvorstand später seinen
Hut nehmen mußte. Cromme nicht doof spielte jetzt den Saubermann
und engagierte Headhunter mit dem Finden von Vorstandsnachfolgern, wohl
wissend, daß Headhunter dieses oft mit dem Know How studentischer
Budenvermittlungen betreibwn. So kam es wie kommen mußte, ein
Branchenfremder aus der 2. Reihe durfte Siemensgeneral spielen. Und da
man zu der Zeit die Medienaufmerksamkeit am ehesten erregte, wenn man
Bestechungstäter präsentierte, wurde Siemens von fast allen
technischen "Führungsleuten " gereinigt . Die fehlen nun.
Was blieb: Eine hübsche Laien-Gesellschaft. Herr
Cromme kassierte bisher 2stellige Millionen.
Der Löscher ist doch ein armer Teufel!
In einer Gesellschaft, die zurück auf die Bäume will, hat eine
Technologiekonzern kein leichtes Dasein.
Nur, mein Mitleid hält sich in Grenzen. Ich hab von Siemens noch
nie gehört, dass die Energiewende, so wie sie Deutschland will,
eine absolute Verrücktheit ist. Im Gegenteil die Broschüren
dieses "windigen Konzerns" strotzen nur so von
Ökospinnerei und unerfüllbaren Wünschen.
Sollten wohl besser in China produzieren!
Die Chinesen wissen, wie man den technologischen Rückstand (siehe Solarindustrie) innerhalb kürzester Zeit aufholt und dann überholt. Überholen ohne Einzuholen. Deutschlands Zukunft! Wird aber alles besser mit EU und Frauenquote!
Komplexität von Projekten ist für die Allgemeinheit nicht zu erahnen
Ausgehend von dieser Annahme, habe ich fast ein wenig Verständnis
für so manchen hier getätigten oberflächlichen Kommentar.
Aber auch nur fast. Wer keine Kenntnisse von Projekten und deren
Unabwägbarkeiten hat sollte besser keinen Kommentar von sich geben.
Wenn früher die Anforderung darin bestand eine Deutsche Norm zu
erfüllen die nicht selten von Siemens mitgestaltet wurde,
müssen in einer globalisierten Welt eine Vielzahl
unterschiedlichster Normen erfüllt werden. Hinzu kommen wechselnde
Anforderungen während der Projektlaufzeit. In den verschiedenen
Märkten versuchen Konkurrenten zudem agressiv über den Preis
Anteile zu gewinnen. Deren Produkte halten oft schon leicht
überdurchschnittlichen Belastungen nicht stand. Währenddessen
Produkte von Siemens über die ich Kenntnisse habe, sogar
Anforderungen weit über die Norm und oft auch extreme spezifischen
Anwendungsfälle beherrschen. Ich bin stolz bei Siemens zu arbeiten
und werde kein schlechtes Wort über dieses Unternehmen
Ja, ja, ja ...
... die Welt ist ungerecht. Hier geht es um das Unvermögen eines deutschen Konzerns mit technischen Produkten, einen Großkunden zu beliefern, nicht dass das aus dem Blickfeld gerät. Dazu gehört auch, Vorschriften und Randbedindungen beider Entwicklung zu berücksichtigen. Wer das nicht begreift und kann, ist weg vom Fenster. Da hilft auch kein Stolz.
Zuviele Fachfremde in der Siemensführung
Siemens ist noch immer ein Unternehmen mit Spitzenprodukten auf de ganzen Welt, aber es hilft nicht, wenn bei einem Technologiekonzern Fachfremde die Richtung vorgeben. Herr Löscher mag ein guter Pharmamanager sein, aber die komplexen Produkte, die Siemens produziert, versteht er nicht und viele in seiner Entourage auch nicht. Nur wer das Produkt versteht, kann die Kundenbedürfnisse verstehen. Ausserdem hat man immer öfter den Eindruck, die deutschen Unternehmen unterschätzen immer wieder die Komplexität von Steuerungssoftware. Ich kann mich an Probleme bei AirBus, Daimler und Telekom erinnern.
Georg Meck Jahrgang 1967, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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Christian Siedenbiedel Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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