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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

„Libor“-Zinsskandal Staatsanwälte wollen Banker festnehmen

 ·  Weil Bankhändler den Zinssatz „Libor“ manipuliert haben, wollen Staatsanwälte sie demnächst festnehmen. Das haben jedenfalls die Anwälte der Verdächtigen erfahren. Es könne sich nur noch um Wochen handeln.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (20)

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Otto Meier

Die Banker haben nur genutzt, was Politiker ihnen ermöglicht haben.

Noch bestimmt in Demokratien die Politik die Rahmenrichtlinien auch der Wirtschaft. Schröder (SPD) hat diese Richtlinien erheblich verändert und gelockert. Angeblich, um einerseits die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und insbesondere der Finanzwirtschaft zu stärken, andererseits, um die Kosten des Sozialstaates zu senken. Beides ist gründlich mißlungen und hat uns eine Krise beschert, von der wir uns mit solchen PolitikerInnen nicht mehr erholen werden.

Sicherlich haben etliche pfiffige Kapitalisten sehr gut davon profitiert, sie profitieren immer noch davon, aber die Allgemeinheit wird dabei auf der Strecke bleiben. Und das ist das eigentliche Übel, nicht die Banker, sondern unsere PolitikerInnen sind es, die uns der Ausbeutung widerstandsunfähig überlassen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 14:05 Uhr
gisbert heimes

Gehirnwäsche

Die Banker haben 'nur' genutzt, was sie von der Politik GEFORDERT haben und diese ihnen willfährig geliefert hat: Deregulierung. In dem blödsinnigen Glauben an die philantropische Funktion 'freier' Märkte.

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Johannes Ross

Verlorene Gangsterehre

Das Verbrechen der Bankster liegt darin, dass sie die Ganovenehre verraten und ihre Mitbankster um viel Geld gebracht haben.
Der Schaden für die reeale Wirtschaft und auch für die Aktienmärkte ist eher gering. Klagen und Schadenersatz fordern die großen Hedgefonds und die weltweiten Zocker auf und mit Derivaten.
Aber ich gebe Ihnen Recht, das wird bald aus den Schlagzeilen verschwinden und wie immer kommen die Täter ohne Strafe davon. Wenn überhaupt dann zahlen die Banken, aber doch nicht die Verantwortlichen. Das ist die Grundlage für die Branche. Boni in die Tasche und weg, der Schaden bleibt den anderen.

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Bernd Winkler

Wahre Strafverfolgung ist gar nicht möglich

Der LIBOR Betrug ist der grösste Finanzbetrug der moderneren Geschichte. Wenn man darüber nachdenkt, dass praktisch alle variablen Zinsgeschäfte am LIBOR hängen und der Betrug über mindestens 5 Jahre lief, so ist der Schaden jenseits unseres Vorstellungsvermögens. Auch klar ist, dass die führenden Banken den günstigeren LIBOR brauchten, um ihre Bilanzen darstellen zu können. Ohne niedrige Zinsen wären die Hypotheken und Derivate noch toxischer und selbst kleinste Zinserhöhungen würden zur endgültigen EK-Vernichtung führen. Der Betrug am Aktieninvestor ist da noch garnicht mitgerechnet-die am Betrug beteiligten Banken haben sich besser dargestellt als sie waren (Vorspiegelung niedrigerer Zinsen) Eine wirkliche Aufklärung des Skandals würde zum sofortigen Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems führen. Dieses benötigt den Betrug im System zum überleben. Deshalb wird dieses Thema bald aus den Schlagzeilen verschwinden....Wetten dass?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 13:32 Uhr
Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 23.07.2012 13:32 Uhr

Recht haben Sie

Ich kann mir die Ausmaße dieses Betrugs kaum vorstellen. Die Bewertungen sämtlicher Aktiva über die DCF Methode müssten revidiert werden. Der gesamte Zins- Swap Markt war falsch gepreist auch sämtliche Devisentermingeschäfte. Und,und, und..."the mind boggles" wie die Engländer sagen.

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otto kaldrack

die großverbrecher bänkster und ihre helfer in den aufsichtsräten

was in anderen ländern möglich ist, sollte auch in "D" möglich sein, die kapitalverbrecher
dahin zu stecken, wo sie hin gehören und ihre helfer in den aufsichtsräten, ohne ansehen
der person gleich mit. stattdessen konnten sich alle mit ihren scheingeschäften die taschen
bis zum geht nicht mehr füllen, und der deutsche steuerzahler darf es nicht nur für die
eigenen verbrecher, nein auch für die "befreundeten" im euroraum ausbaden. kleinver-
brecher, wie taschendiebe u.a. werden verfolgt, aber die großen läßt man mit vollen
taschen laufen. der libor ist dabei fast noch das kleinste übel.

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Ronny Schaffer

Das Saubermann-Image der Banken ist wohl endgültig hinüber

Die einzige Bank, die transparent, krisenfest und ehrlich ist, findet man wohl nur noch im Park.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 13:38 Uhr
Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 23.07.2012 13:38 Uhr

Banken waren nie der Saubermann!

Das ist eine der "urbanen Mythen" wie es heutzutage so schön heißt. Höchstens der freundliche Sparkassenvorstand im C&A Anzug in Hinterpfuiteufel; und das aus nur Ignoranz und Blauäugigkeit. Habe selber lange genug in der Branche gearbeitet.

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gisbert heimes

Niemand hat die Absicht, das System in Frage zu stellen

Nach dem auf die Deregulierungsdekaden (Reagonomics, Thatcherismus) folgenden Crash wird jetzt verzweifelt versucht, Brandmauern zu bauen und Feuerschneisen zu legen (Basel III, ESM & Co.). Damit befindet sich das System namens 'Marktwirtschaft' längst mitten in der Konversion.

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Florenz Müller-Machens

Warum nur beim Libor?

Warum wurden in der Bankenkrise die Staatsanwälte in der EU noch nie aktiv? Die Unterstützung von Griechenland zur Aufnahme in den Euroklub, Verkauf nicht werthaltiger Wertpapiere mit AAA-Rating nach Europa etc.etc. Bisher schien Betrug in Europa für Banken kein Straftatbestand zu sein.

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Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 22.07.2012 21:24 Uhr

Der Liborskandal ist lediglich der Auslöser...

einer umfassenden Desillusioniertheit mit dieser Branche. Spätestens mit der Sozialisierung der Milliardenverluste (in D übrigens fast ausschließlich von öffentlich-rechtlichen Banken eingefahren) der Finanzkrise war die Branche eine Geisel des Schicksals. Sie haben nicht vor ihrer Tür gekehrt und weiter gemauschelt, geschummelt und abkassiert. Der m.E. größte Skandal ist die Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch diverse Großbanken, die es v.a. Kleptokraten aus Drittweltländern ermöglicht, dringend benötigtes Investitionskapital ausser Landes zu befördern. Das Perverse: Dieses Kapital liegt bei Privatbanken und wandert vornehmlich in die Märkte der ersten Welt. Die Dritte finanziert also die erste! Hierzu gibt es seit ein paar tagen erschreckende Zahlen.

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stefan maier
stefan maier (sxyxs) - 22.07.2012 21:10 Uhr

keine Sorge

Man wird ein paar kleine hängen(auch nur so viele wie der Pöbel verlangt) -den Banken passiert nichts.
Obwohl es sich hier um ein vorsätzliches ,straff organisertes, koordiniertes u vor allem bankenübergreifendes Verbrechen handelt das niemals von Einzelpersonen aus einer Laune heraus verübt werden konnten u welches nur wieder beweist dass die Banken bereit sind alles,wirklich alles zu tun um ihre primitive Gier zu befriedigen wird dieser Skandal trotz seiner Grösse auf bemerkenswert kleiner Flamme gekocht anstatt bei Politikern Weltweit Alarmstimmung auszulösen.
Am Ende werden ein paar neue Nick Leesons abgeurteilt werden,die angeblich alles im Alleingang bewerkstelligt haben oder es läuft wie bei Barclays die lächerliche 500 mio strafe zahlen und das wars.
Und die Banken,zumind. die europäischen, die das nicht zahlen können werden vermutlich aus dem ESM bedient.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 00:49 Uhr
Bernd Hoefel
Bernd Hoefel (hoefel) - 23.07.2012 00:49 Uhr

Richtig

Das war schon immer so. Es kann mir auch keiner erzaehlen, dass Kerviel bei SocGen der alleinige Uebeltaeter war und dass seine Oberen nichts gewusst haben. Die Eurex ruft bei solchen Positionen immer an. Jetzt ist das Gebot der Stunde die Oberen, bis hin zum Herrn Tucker der Bank of England (der bei Barclays anrief, um sich ueber die zu hohen Libor Saetze zu beschweren), vor Schaden zu bewahren. Das wird damit erreicht, dass man ein paar kleine Haendler and den Pfahl bindet und viele tausend Seiten neuer Regeln erlaesst, die den wahren Kern des Uebels nicht treffen.

Solange die Aufseher entweder unfaehig oder befangen sind (oder beides), wird es keine echten Loesungen geben. Warum wird wegen des erlogenen Euro-Beitritts Griechenlands niemand angeklagt? Weil sich keine Bauernopfer finden lassen.

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Edda Kuhlmann

Suendenboecke

In einer e-mail, die als Beweis durch die Medien geistert, schreibt ein Haendler, der Libor mit 5.48% zu niedrig sei, er wuerde einen Libor von 5.55% fuer marktgerechter halten, moeglicherweise noch ein bisschen hoeher. Das sind 7 Basispunkte, vielleicht auch 15. Zum Vergleich: Der Libor (und der Euribor) liegt derzeit zwischen 0.24 und 1% (je nach Laufzeit). Der Libor ist ein Durchschnitt von Zinsen, die Banken untereinander zahlen, ohne Sicherhheiten stellen zu muessen. Niemand wird ernsthaft behaupten, dass irgendeine suedeuropaeische oder franzoesische Bank oder irgendeine Bank ohne AA rating zu diesem Zinssatz irgendetwas bei einer anderen Bank leihen kann, noch dazu unbesichert. Der tatsaechliche Zinssatz duerfte deutlich ueber 5% liegen. Das ist ein Unterschied von 400 Basispunkten. Damals, wie heute, war ein niedriger Libor politisch gewollt. Das ganze Theater wegen der 2007 Saetze ist ein reines Strohfeuer, um einen Suendenbock zu haben und vom heute abzulenken.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.07.2012 21:26 Uhr
Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 22.07.2012 21:26 Uhr

Nicht ganz

"Das ganze Theater wegen der 2007 Saetze ist ein reines Strohfeuer, um einen Suendenbock zu haben und vom heute abzulenken."

Bleiben noch die Manipulationen voher und danach.

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Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 22.07.2012 20:31 Uhr

Das ganze Thema ist doch wohl so gravierend

dass man die Bank-Lizenz entziehen kann. Basta. Und die Verantwortlichen zur Rechenschaft mit allen Konsequenzen ziehen kann.

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horst lien

Man könnte fast meinen

Fall-s der Liborzins mit emails als Absprache geknackt wird, daß der Benzinpreis........

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Ulla Nachtmann

Nicht nur Amerika!

Auch der Rest dernWelt ist in Gefahr.
Ein sehr lesenswerter Beitrag (zh)
.

,Failing to Break Up the Big Banks is Destroying America'
- Too Big Leads To Destruction of the Rule of Law -
.
Und der unseelige, stillschweigende Pakt zwischen Finanzindustrie und Politik muss ebenso eliminiert werden.

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Holger Baade

Die Händler handelten im Auftrag.

Die Aufträge kamen vom Management der Banken. Erst wenn die CEO`s samt Vorstandskollegen, die allesamt von den gewinnträchtigen Manipulationen wussten (und ihr go gegeben haben), ins Visier der Staatsanwälte genommen, angeklagt, abgeurteilt und tatsächlich für viele Jahre weggeschlossen werden, bleibt eine Spur von Rechtsstaatlichkeit in diesem Land erhalten.
Doch während man in den USA noch wenigstens den Schein wahrt werden Ackermann und Co. wohl wie üblich ungeschoren davonkommen.

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Ulla Nachtmann

Unglaubwürdig!

, Ein aus Europa stammender Informant sagte Reuters, die Geldhäuser hofften darauf, dass die Regulierungsbehörden die Hauptschuld in dem Fehlverhalten einzelner Händler sähen'
.
U d die Chefs haben wie meistens nichts gewußt!? Da kann mqn nur noch bitter drüber lachen.
Übrigens, es sollen auch Hedge funds invo,viert sein. Es soll Leute geben, die sich den LIBOR telefonisch ,bestellt' haben sollen.
Ich sage es nochmal: Roosevelt hatte den Glass-Steagall Act nach dem großen Crash damals initiiert. Ein sizilianischer Immigrant in die USA zwang die Banken ihre Bücher/Bilanzen offenzulegen. Sollte sich jetzt jemand dazu durchringen weil er die Ktaft dazu hat, werden wir wahrscheinlich allle ob der Resultate in Ohnmacht fallen.
Der Markt wurde abgeschafft, von Banken, Zentrqlbanken und unfähigen Politikern und wenn wir nicht aufpassen, wird die ,soziale Marktwirtschaft' gleich mit abgeschafft!

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Der Staat schafft keine Suchmaschine

Von Carsten Knop

Soll eine deutsche Suchmaschine mit Hilfe von Subventionen entstehen? So würde nur Geld verschwendet. Der Machtkampf am Markt wird es regeln. Und Deutschland darf die Innovation nicht mehr als Bedrohung empfinden. Mehr 2 5


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