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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Libor-Skandal Aufsichtsbehörden nehmen Deutsche Bank unter die Lupe

 ·  Im Skandal um die Manipulation von Interbanken-Zinsen haben amerikanische Justizbehörden Unterlagen von insgesamt sieben Banken angefordert, darunter auch die Deutsche Bank. Die Ermittler wollen herausfinden, ob es geheime Absprachen gegeben hat.

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Die amerikanischen Behörden weiten die Untersuchungen gegen die Deutsche Bank und andere Großbanken wegen der Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes aus. Sieben Banken bekamen offizielle Vorladungen von den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten New York und Connecticut, wie eine mit der Aktion vertraute Person am Mittwoch (Ortszeit) sagte. Die Ermittler interessierten sich vor allem für die Kommunikation zwischen Managern, um herauszufinden, ob es geheime Absprachen gegeben habe, um den Libor zu manipulieren. Mitarbeiter der Geldinstitute sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP zunächst aber nicht befragt werden.

Vorladungen aus New York und Connecticut bekamen dem Insider zufolge auch JP Morgan, Barclays, Royal Bank of Scotland und HSBC. Zuvor waren schon UBS und die Citigroup vorgeladen worden.

Die Finanzaufsicht Bafin ermittelt in einer Sonderprüfung, ob die Deutsche Bank ausreichend Vorkehrungen getroffen hat, um Manipulationen zu vermeiden. Die Deutsche Bank verwies am Donnerstag erneut auf Angaben im Zwischenbericht, sie habe Vorladungen von mehreren Behörden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien erhalten und kooperiere mit diesen Stellen. Sie hatte zwei Mitarbeiter wegen der Affäre suspendiert, hat in einer internen Untersuchung aber kein systematisches Fehlverhalten von Führungskräften ausgemacht. Sprecher der Staatsanwälte wollten sich zu den Informationen nicht äußern. Im Juli hatte es geheißen, es gehe den beiden Staatsanwälten um Schadenersatz für staatliche Stellen, Gemeinden und andere, die von dem illegalen Vorgehen der Banken möglicherweise betroffen waren.

Die Manipulationen haben weltweit die Aufsichts- und Ermittlungsbehörden auf den Plan gerufen. Das Vertrauen in den Interbankensatz, an den weltweit Finanzprodukte im Volumen von 360 Billionen Dollar gekoppelt sind, ist durch das Eingeständnis von Barclays erschüttert worden, falsche Zahlen angegeben zu haben. Robert Diamond trat als Konzernchef der Bank zurück, nachdem ihr eine Strafe im Juni 450 Millionen Dollar auferlegt worden war.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, AFP, Bloomberg
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