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Liberalisierung In alter Post-Tradition

27.12.2007 ·  Jede Erfolgsgeschichte hat ihre Schattenseiten. Auch die Liberalisierung des Telekom-Marktes, die jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Die Vielfalt der Preise und Bandbreiten verwirrt so manchen. Zu Beginn des neuen Jahres fällt jetzt das Briefmonopol aus Kaisers Tagen. Aber keine Sorge: Vorerst ändert sich wenig.

Von Helmut Bünder
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Staatliche Monopole ersparen dem Verbraucher viel Kopfzerbrechen. Wie einfach war es doch, als die gute alte Bundespost den Telefonanschluss legte und die Gebührenrechnung schickte? Der Kunde war noch kein Kunde, sondern Antragsteller. Die Gebührenminute hatte ihren festen Preis; das Telefonieren war so teuer, dass man sich kurz fasste, lästige Anrufe von Telekom-Call-Centern gab es auch nicht.

Und heute? Man irrt durch den Dschungel von Flatrates und Sonderangeboten, vergleicht Preise und Bandbreiten und verzweifelt an der Vielfalt. Jede Erfolgsgeschichte hat eben ihre Schattenseiten, auch die Liberalisierung des Telekom-Marktes, die jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum feiert.

Aber der Staat ist lernfähig. Wenigstens auf dem Postmarkt soll alles so bleiben, wie es immer schon war. Zu Beginn des neuen Jahres fällt zwar das Briefmonopol aus Kaisers Tagen. Aber keine Sorge: Über alternative Anbieter und neue Angebote werden sich die Privatkunden vorläufig keinen Kopf machen müssen, große Koalition, Mindestlohn und Steuerprivileg sei Dank. Das hohe Porto nimmt man für so viel Bequemlichkeit gern weiter in Kauf. So bleibt mehr Zeit, um die günstigste Flatrate zu finden.

Quelle: F.A.Z., 27.12.2007, Nr. 300 / Seite 11
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Jahrgang 1957, Wirtschaftskorrespondent in Bonn.

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