10.02.2009 · Amazon ist für sein Buchgeschäft bekannt. Mit dem digitalen Lesegerät Kindle betritt der Online-Händler dagegen Neuland im Elektronikmarkt. Die Unerfahrenheit ist deutlich zu spüren. In seiner Markteinschätzung hat sich das Unternehmen völlig vertan.
Von Roland LindnerMit dem digitalen Lesegerät Kindle betritt der Online-Händler Amazon Neuland. Erstmals verkauft das Unternehmen ein Produkt unter eigenem Namen. Amazon hat aber die besten Voraussetzungen mitgebracht: In den Köpfen vieler Verbraucher ist Amazon noch immer vor allem als Buchversender präsent, auch wenn das Unternehmen mittlerweile eine breite Palette von Produkten verkauft.
Amazon hat sich als kompetente Adresse im Buchgeschäft positioniert. Die Unerfahrenheit im Elektronikmarkt hingegen ist beim Kindle deutlich zu spüren. Denn in seiner Markteinschätzung hat sich das Unternehmen völlig verschätzt: Das Gerät ist in Amerika seit Monaten ausverkauft. Diese Dauerknappheit mag den Rummel weiter anheizen und ist vielleicht auch nicht ganz unerwünscht.
Trotzdem lässt sich Amazon viel Umsatz entgehen und sorgt für Frustration bei seinen Kunden. Für die neue Generation des Kindle dürfte es eine der größten Herausforderungen sein, das Angebot an die Nachfrage anzupassen. Denn so stark die Marke Amazon auch sein mag: Der Wettbewerb im Markt für digitale Lesegeräte wird immer härter, und Amazon muss aufpassen, dass verärgerte Kunden nicht zur Konkurrenz wechseln.