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Lehrstellenmarkt Unternehmen bemängeln Eignung der Azubis

08.04.2010 ·  Den Schulabgängern fehlen nach Einschätzung der Wirtschaft immer öfter die Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung. Dabei gehe es nicht nur um Rechnen und Schreiben, sondern um mangelnde Pünktlichkeit und Disziplin. Jeder zweite Betrieb organisiert einer Umfrage des DIHK zufolge inzwischen Nachhilfe.

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Schulabgängern fehlen nach Einschätzung der Unternehmen immer öfter die Grundvoraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung. Mehr als jeder zweite Betrieb (54 Prozent) organisiert inzwischen in unterschiedlichen Formen Nachhilfe im eigenen Unternehmen, wie eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt.

Die Unternehmen müssten zunehmend ausbügeln, was Elternhaus und Schule in 16 Jahren versäumt hätten, hieß es aus dem Verband. Dabei gehe es nicht nur um Rechnen, Schreiben und Lesen. Immer häufiger mangele es auch an Disziplin, Teamfähigkeit und Pünktlichkeit.

Der DIHK-Umfrage zufolge nutzt fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) ausbildungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagenturen. Nach Zahlen der BA machten im Jahr 2009 davon 71.100 Lehrlinge Gebrauch. Zudem nutzten demnach 31.600 junge Menschen die sogenannte Einstiegsqualifizierung. Das sind mehrmonatige, finanziell bezuschusste betriebliche Praktika, die auf die Aufnahme einer Ausbildung vorbereiten sollen.

DIHK rechnet mit sinkender Zahl von Lehrstellen

Rund 50.000 Ausbildungsplätze blieben 2009 unbesetzt, überwiegend weil geeignete Bewerbungen fehlten, heißt es in der Umfrage unter 15.333 Unternehmen aus Industrie, Versorgungs- und Dienstleistungsbranchen. In diesem Jahr rechnet der DIHK trotz des Abflauens der Wirtschaftskrise mit einem Rückgang des Lehrstellenangebots. Im Jahr 2010 dürften grob 295.000 neue Verträge abgeschlossen werden nach 312.000 im vergangenen Jahr und 345.000 im Jahr 2008, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Donnerstag.

Zwar planen laut DIHK rund 15 Prozent der Firmen, in diesem Jahr mehr Lehrstellen anbieten. Dem stehen aber Planungen bei jedem vierten Unternehmen entgegen, weniger Lehrstellen zu schaffen als im vergangenen Jahr. 60 Prozent wollten ihr Angebot gleichhalten. Trotz der Verbesserung zum Vorjahr sei daher auch für 2010 unterm Strich damit zu rechnen, dass die Zahl der angebotenen Lehrstellen zurückgehe, erklärte der DIHK.

Mittelstand bleibt Stütze

Als Stütze für den Ausbildungsmarkt erweise sich der Mittelstand, der weniger pessimistischere Pläne habe als noch 2009. Die Großbetriebe hingegen dürften ihr Angebot eher zurückfahren. Hauptgrund für die Ausbildung ist für die meisten Betriebe, sich künftige Fachkräfte zu sichern. Die Wirtschaft spürt dabei zunehmend die schrumpfenden Bewerberzahlen: „Die demografische Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt ist da“, erklärte der DIHK. Trotz Wirtschaftskrise habe 2009 mehr als jedes fünfte Unternehmen nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen können, im Osten habe sogar jede dritte Firma Besetzungsschwierigkeiten gehabt.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte jüngst mitgeteilt, dass bei ihr bis Ende März etwas mehr Ausbildungsplätze gemeldet worden seien als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dies lasse aber noch keine Rückschlüsse auf das ganze Jahr zu. Eine Bilanz wird traditionell erst Ende September gezogen.

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Von Heike Göbel

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