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Lehren aus der Krise Davos 2009: Das Programm

24.01.2009 ·  Wie sieht die Welt nach der Wirtschaftskrise aus? Diese Frage beschäftigt in diesem Jahr das Weltwirtschaftsforum in Davos. Auf der Veranstaltung soll es um die Möglichkeiten gehen, aus der Krise zu lernen: Welche schweren Entscheidungen liegen noch vor uns und wer wird sie treffen? Hier das Programm im Detail.

Von Carsten Knop
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Mittwoch, 28. Januar 2009

Am Mittwoch beginnt das Weltwirtschaftsforum noch vor der offiziellen Eröffnung durch den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin am Abend mit sogenannten „Update“-Sitzungen. Dazu gehört auch eine Veranstaltung, die vom amerikanischen Wirtschaftsfernsehsender CNBC getragen wird. Dort soll es um die Möglichkeiten gehen, aus der Finanz- und Wirtschaftskrise zu lernen. Welche schweren Entscheidungen liegen noch vor uns, und wer wird sie treffen?

In weiteren Sitzungen geht es am Mittwoch um die Lehren, die es aus den weltumspannenden Ungleichgewichten der Vergangenheit zu ziehen gilt. Wie kann man in Zukunft mit anhaltend überhöhten Handelsbilanz-Defiziten und -Überschüssen umgehen? Was geschieht, wenn ein Land atemberaubend hohe Reserven einer Fremdwährung aufhäuft? Darüber hinaus wird über die künftig notwendigen Kontrollmechanismen für die Finanzmärkte diskutiert - und natürlich darüber, wie schlimm der Abschwung im laufenden Jahr noch werden wird.

Eher am Rande des Interesses stehen in diesem Jahr Fragen zur Entwicklung der Demographie, zur Wasserversorgung oder den künftigen Energieträgern einer industrialisierten Welt. Das heißt aber nicht, dass das Weltwirtschaftsforum 2009 diese Fragen unbeachtet lassen würde - denn diese Probleme werden zur Welt nach der Krise gehören, die die Führungskräfte, die sich in Davos versammeln, mitgestalten sollen.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Am Donnerstag diskutieren WEF-Teilnehmer die Frage, ob die Krise des Kapitalismus zu einem neuen Wertesystem führen muss. Welche ethischen und moralischen Erkenntnisse lassen sich aus der Entstehung der Finanzkrise ziehen? Dazu tauschen der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, Stephen Green, der Group Chairman der Bank HSBC, und James Schiro, der Vorstandsvorsitzende von Zurich Financial, ihre Meinungen aus.

Zur Debatte steht am Morgen auch, ob die Volkswirtschaften der Welt mit einem amerikanischen Konsumenten leben können, der plötzlich sparsam werden muss. Wie wird sich dieses völlig neue Verhalten auf das künftige Wachstum auswirken? Hierüber sprechen unter anderen Zhu Min, Group Executive Vice President der Bank of China, und Richard Haythornwaite, der Chef des Kreditkartenunternehmens Mastercard.

Hinzu kommen Veranstaltungen zur Entwicklung des Internets und der Nutzung von Mobiltelefonen. Wie verändern neue soziale Netzwerke im Internet und Geschäftsmodelle die digitale Welt? Diese Frage treibt Paul Twomey, den Vorstandsvorsitzenden der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), ebenso um wie Rafael Ramirez von der Oxford-Universität und Elizabeth Daley von der University of South California.

Ein weiteres Thema ist am Donnerstag die Energie. Welche Lehren lassen sich aus der extrem volatilen Entwicklung des Ölpreises in den vergangenen zwölf Monaten ziehen? Darüber wird in einem Forum am Morgen diskutiert.

Am Nachmittag geht es um das „Mysterium Dollar“. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, spricht hierüber mit Henrique de Campos Meirelles, dem Gouverneur der brasilianischen Notenbank, und Carmen Reinhart, Professorin an der Universität von Maryland.

Freitag, 30. Januar 2009

Am Freitag beginnt der Tag mit einer Diskussion über das sogenannte Cloud Computing, in dem Rechenleistungen Dritten „in einer Wolke“ großer Rechenzentren und Serverfarmen je nach aktuellem Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Was heißt das für künftige Geschäftsmodelle und für die Datensicherheit? Zu dieser Diskussion haben sich Marc R. Benioff, der Vorstandsvorsitzendes des amerikanischen Softwareunternehmens Salesforce.com, und Shane Robison, der Chief Strategy and Technology Officer des Computerkonzerns Hewlett-Packard, angemeldet.

In einer weiteren Veranstaltung diskutieren WEF-Teilnehmer über eine neue Architektur für die Finanzwelt, die aus dem Niedergang der klassischen Investmentbanken und dem Scheitern einer in der ganzen Welt fragmentierten Finanzaufsicht lernen muss. Hier kann man Henry Kravis, Mitbegründer und Partner des Beteiligungsunternehmens Kohlberg Kravis Roberts & Co. treffen.

Am Mittag wird die Frage diskutiert, ob die stark beschleunigte Einführung elektrischer Autos für die Automobilhersteller ein Ausweg aus der Krise sein kann. Aber wie schnell sind dafür welche Investitionen in die Infrastruktur notwendig? In einer weiteren Runde wird die sich immer stärker verbreitende Nutzung von Mobiltelefonen in Schwellenländern beleuchtet.

Samstag, 31. Januar 2009

Am Samstag geht es am Morgen zunächst um die Frage, ob es mit der Hilfe der Nanotechnologie neue Möglichkeiten geben wird, Krebs zu heilen. Darüber diskutieren Michael Cima, Professor am Massachusetts Institute of Technology, und John Ryan von der britischen Oxford-Universität.

Analysiert wird aber auch, ob es in Zeiten der Marktverwerfungen durch die Finanzkrise noch Fürsprecher für ein an marktwirtschaftlichen Prinzipien orientiertes Handelssystem für Emissionszertifikate gibt. Hierzu sind unter anderen Oleg Deripaska, der Chef des russischen Unternehmens Basic Elements, und Lars Josefsson, der Vorstandsvorsitzende des schwedischen Energieversorgers Vattenfall, geladen.

Später bewegen die Teilnehmer die konjunkturellen Aussichten für die Weltwirtschaft. Wie kann das Vertrauen in die Kraft der Globalisierung, in die Wachstumskräfte der Welt und in die Fähigkeiten der Aufsichtsbehörden wiederhergestellt werden? Darüber diskutieren die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und Dominique Strauss-Kahn, der Direktor des Internationalen Währungsfonds IWF.

Wie sieht die Bank der Zukunft aus? Diese Fragen beleuchten am Nachmittag unter anderen Guillermo Ortiz, der Gouverneur der Zentralbank von Mexiko, und Alessandro Profumo, der Vorstandsvorsitzende der italienischen Unicredit. Die Veranstalter glauben die Antwort schon zu kennen: Es wird mehr Universalbanken geben, Investmentbanken werden kleiner. Beteiligungen von Staaten an Banken sowie Staatsgarantien für Einlagen und Risikoschirme für Kreditportfolios werden wohl noch eine ganze Weile Normalität bleiben.

Am Nachmittag geht es auch um eine wichtige demographische Entwicklung: Die Weltbevölkerung wird immer jünger. Welche kulturellen und technologischen Kräfte inspirieren diese junge Generation?

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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