09.04.2008 · Der Idsteiner Stefan Kaczmarek hat mit seiner Familie die erste Essknete der Welt entwickelt. Nach dem erfolgreichen Testlauf kommt das preisgekrönte Produkt Mitte April bundesweit in die Regale. Zudem gibt es Anfragen aus Übersee.
Von Thorsten WinterStefan Kaczmarek kommt seit neuestem als CEO daher. Dieses Kürzel steht für Chief Executive Officer, also den Vorstandschef einer Aktiengesellschaft. Nun führt Kaczmarek gar keine AG – allerdings übersetzt er CEO auch mit Chief Essknete Officer. Und als solcher ist er einzigartig. Denn die erste Essknete der Welt stammt aus der Küche der Familie des Idsteiners. Bei der Ernährungsmesse Anuga in Köln im vergangenen Oktober heimste das Produkt einen Innovationspreis ein, und seitdem schreiben die Kaczmareks an einer Erfolgsgeschichte, die auch in Übersee verfolgt wird.
Im Grunde handelt es sich bei der Essknete aus Idstein um eine Backmischung. Das Produkt besteht aus Mehl, Öl, Stärke, Zucker, Ei und etwas Fett, doch unterscheidet sich die Mixtur von üblichen Backmischungen. Die Kaczmareks vollzogen mit einer Tabellenkalkulation am Rechner nach, wie es sich auf die Knetmasse auswirkte, wenn sie den Gewichtsanteil einer Zutat veränderten. Ein halbes Jahr hat es schließlich gedauert, bis eine Mischung die Familie zufriedenstellte.
50 Tonnen verkauft
Angesichts der Resonanz im Bekanntenkreis und der großen Besucherzahl auf der Internetseite www.essknete.de machte sich die Familie daran, ihre Erfindung selbst zu vermarkten. Sie suchte und fand in Bayern und in Fernwald bei Gießen Partner für Produktion und Verpackung. Für den im Herbst gestarteten Testlauf bestellten die Kaczmareks rund 50 Tonnen Trockenmischung, die auf 100.000 Pakete verteilt übers Internet, im Lebensmittelhandel und in Spielwarengeschäften angeboten wurden. Mit Erfolg: „Wir sind seit Ende Februar ausverkauft“, berichtet Stefan Kaczmarek. Zuletzt war Essknete sogar in Buchläden zu haben, nachdem die Hobbythek-Legende Jean Pütz eine Fibel mit allerlei Bastelanleitungen rund um Essknete auf den Markt gebracht hatte.
Kaczmarek und seine Frau Andrea haben in den vergangenen Wochen neue Partner gefunden, um einen breiten Markt zu bedienen. Der Lebensmittelhersteller Ruf stellt als Lizenznehmer die Essknete her und vertreibt sie fortan bundesweit. Die 123 Nährmittel GmbH der Idsteiner profitiert davon über Umsatzbeiträge. Über einen Großhändler platziert sie ihr Produkt bei Spielwarenfachgeschäften des Verbundes Idee + Spiel. Hinzu kommt der Vertrieb über das Internet, den das Unternehmen Hörbie sicherstellen soll, das mittlerweile sogar den „Großen Essknete Song Contest“ ausgelobt hat.
„Yummy dough“ fürs Ausland
Über diese drei Vertriebsschienen will 123 Nährmittel im laufenden Jahr rund eine Million Essknete-Pakete absetzen. 700 000 Euro stehen für das Marketing bereit, das die Kaczmareks betreiben. So ist ein Werbespot, der von August an im Privatsender Super-RTL laufen soll, fertig. Über die Höhe des geplanten Umsatzes schweigt sich Kaczmarek aus. Wenn nach allen Kosten etwas übrig bleibe, wäre das schön, meint er. Dessen ungeachtet kann er sich wohl auf weiter steigende Verkäufe einstellen. Wie er berichtet, liegen ihm längst Anfragen aus Asien und Amerika vor. Dort könnte Essknete bald als „Yummy dough“ verkauft werden. Diese Marke haben sich die Erfinder schon einmal gesichert.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.389,18 | +0,90% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2530 | −0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 107,04 $ | −0,21% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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