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Lebensmittel-Konzern Nestlé übernimmt Baby-Nahrungsmittel von Pfizer

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé wagt einen Milliardenkauf. Für knapp 12 Milliarden Dollar übernehmen die Schweizer das Babynahrungsgeschäft des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer.

© REUTERS Vergrößern Nestlé baut den Bereich Babynahrung aus

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé („Alete“) übernimmt für 11,85 Milliarden Dollar den Bereich Babynahrung des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer. Die Übernahme stelle eine ausgezeichnete strategische Ergänzung für Nestlé dar, erklärte Konzernchef Paul Bulcke am Montag. Der Bereich sollte dieses Jahr auf einen Umsatz von 2,4 Milliarden Dollar kommen, erklärte Nestlé weiter. Der Kauf bedarf allerdings noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

Auch der französische Danone-Konzern hatte sich für den Pfizer-Geschäftsbereich interessiert. Pfizer hatte bereits im Juli vergangenen Jahres angekündigt, sich von dem Bereich trennen zu wollen. Für Pfizer ist der Verkauf des Bereichs Babynahrungs die größte Abspaltung seit einem Verkauf mehrerer Marken an Johnson & Johnson im Jahre 2006 für 16,6 Milliarden Dollar. Pfizer-Chef Ian Read hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Konzern mit Sitz in New York zu verkleinern und auf das Pharmageschäft zu konzentrieren.

Die Geschäfte mit Babynahrung boomen überall, wo die Bevölkerung wächst

Nestlé hat im Geschäft mit Babynahrung in den vergangenen Jahren besondere Anstrengungen unternommen, um dieses Gebiet auszubauen. 2007 erwarb der Lebensmittelkonzern schon von Novartis in Basel für 5,5 Milliarden Dollar den Anbieter Gerber. Damit baute der Nestlé-Konzern, der sich schon damals als Weltmarktführer in der Babykost bezeichnete, vor allem seine Stellung in den Vereinigten Staaten kräftig aus. Die neuerliche Übernahme zielt vor allem auf die Schwellenländer. Die Pfizer-Sparte erzielt bislang etwa 85 Prozent des Umsatzes in den aufstrebenden Märkten der Schwellenländer. In diesen Ländern mit ihren großen und schnell wachsenden Bevölkerungen passen sich die Menschen immer mehr den westlichen Lebensgewohnheiten an und ernähren ihre kleinen Kinder mit vorgefertigten Lebensmitteln.

Pfizer verfügt derzeit am chinesischen Babynahrungsmarkt über einen Anteil von sieben Prozent, womit Nestlé sich mit der Übernahme in dem Land wesentlich verstärkt. Der Marktanteil von Nestlé ist in China seit dem Jahre 2005 gesunken. Seinerzeit waren zwei Produkte der Milchpulverlinie Neslac vom Markt genommen worden, weil die chinesischen Behörden einen erhöhten Jodgehalt nachwiesen.

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Die Pfizer-Sparte verfügt auch über Produktionsstandorte in den Philippinen, in Singapur, China und Mexiko. Die bekanntesten Marken sind S-26, SMA, Promil und Progress. Nestlé ist in Deutschland bekannt für Marken wie Alete-Kleinkindnahrung, Maggi, Nescafé, Thomy oder Schöller-Eiskrem.

Für die Lebensmittelkonzerne ist der Babynahrungsmarkt deshalb so interessant, da Experten in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Wachstum in dem Segment rechnen. Das Marktforschungsinstitut Euromonitor International rechnet bis 2016 mit einem Umsatzplus mit diesen Produkten von sechs Prozent jährlich. 2011 lag der Umsatz mit spezieller Babynahrung bei knapp 41 Milliarden Dollar. Nestlé ist laut dem Marktforschungsinstitut Euromonitor bereits Marktführer bei Säuglingsmilch mit einem Marktanteil von 17 Prozent des 27 Milliarden Dollar schweren Marktes. Auf den Plätzen zwei und drei folgen demnach Mead Johnson mit 15 Prozent und Danone mit 13 Prozent.

Quelle: Reuters / Dow Jones / Bloomberg / dpa

 
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