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Larry Hagman : Vom Öl- zum Solarbaron

Larry Hagman: eine ziemlich clevere Besetzung Bild: F.A.Z. - Wolfgang Eilmes

In den achtziger Jahren wurde Larry Hagman als Ölbaron J.R. Ewing der Fernsehserie „Dallas“ bekannt. Mittlerweile setzt der 79 Jahre alte Schauspieler auf Sonnenenergie. Dafür bekommt er den Nachhaltigkeitspreis.

          Dieses Lachen vergisst niemand so schnell, der es einmal gehört hat; es wurde zu einem Markenzeichen der achtziger Jahre. Wenn der Ölbaron J.R. Ewing in der Fernsehserie „Dallas“ zu einer seiner gutturalen Lautserien ansetzte, war das wie ein Signal für die Eingeweihten: Der Fiesling, der Oberschurke, der TV-Bösewicht hatte es wieder einmal geschafft und entweder seinen ewigen Konkurrenten Cliff Barnes ausgetrickst oder die 37. Frau erobert. (So weit reichen die Schätzungen, insgesamt wurden 357 Folgen gedreht.)

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Larry Hagman ist inzwischen 79 Jahre alt. Das J.R.-Lachen hat er nicht verlernt, wie die Werbespots für das Bonner Solarunternehmen Solarworld beweisen. Dort führt der Schauspieler die Rolle seines Lebens weiter, telefoniert mit seiner Fernsehfrau Sue Ellen oder mit Cliff Barnes. Die Dialoge könnten der Serie entsprungen sein. „Bohrst du immer noch nach Öl? Na ja, viel Glück, wirklich.“ Nach dem Auflegen: „Idiot!“ Und Hagman blickt stolz auf die Solaranlage auf dem eigenen Dach.

          Der deutsche Starregisseur Sönke Wortmann („Deutschland, ein Sommermärchen“) hat die Spots produziert, und Solarworld-Chef Frank Asbeck hat mit Hagman eine ziemlich clevere Besetzung engagiert. Zwar ist „Dallas“ schon in den neunziger Jahren abgesetzt worden; es soll Mittdreißiger geben, die mit „J.R.“ nichts anfangen können. Doch eine heute zahlungskräftige Kundschaft ist mit der Serie aufgewachsen, und Hagman ist trotz seines fortgeschrittenen Alters durchaus noch auf den ersten Blick identifizierbar. Und was macht sich besser als ein „geläuterter“ J.R., der in Anzeigen mit dem breitkrempigen Stetson auf dem Kopf die Öko-Devise ausgibt: „Solarenergie ist das Öl des 21. Jahrhunderts – nur sauber. Mit Solarworld mache ich meinen eigenen Strom.“

          Hagman als Ölbaron J.R. Ewing
          Hagman als Ölbaron J.R. Ewing : Bild: AP

          Larry Hagman ist eine gute Wahl

          Das stimmt: Hagman hat seine Villa in den Bergen Kaliforniens mit der nach eigenem Bekunden größten privaten Solaranlage der Vereinigten Staaten ausstatten lassen. Mit den 92 Kilowatt Leistung könnte er eine ganze Schar Einfamilienhäuser beliefern. Tatsächlich reicht es, um nach dem Eigenbedarf ordentlich in das Netz einzuspeisen. „Vorher hatte ich eine Stromrechnung von 37.000 Dollar, jetzt mache ich jedes Jahr 10.000 Dollar Gewinn“, rechnete er jüngst in einem Interview vor.

          Viele halten das Alter Ego von J.R. Ewing für einen ausgebufften Konservativen. Nun ist Hagman zwar ein gebürtiger Texaner, aber alles andere als ein Freund der Republikaner. Den früheren Präsidenten George W. Bush hielt er für eine „Marionette der Öllobby“ und einen „schlechten Redner“ – und das sind noch die freundlichen Charakterisierungen. Bei der jüngsten Abstimmung entschied sich der erklärte Kriegsgegner für Obama.

          Auch wenn seine politischen Ansichten eher links liegen, gibt sich Hagman doch gerne praxisorientiert. Für die Solarenergie entschied er sich nach eigenem Bekunden aus Gründen der Versorgungssicherheit: „Wenn ein Baum, der auf eine Oberleitung in Ohio fällt, die Stromversorgung halb Amerikas kurzschließen kann, dann tue ich besser etwas, um meine kleine Farm zu schützen“, sagte er unter Anspielung auf den großen Blackout in den Vereinigten Staaten 2003.

          Am Freitag wurde Larry Hagman mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Er erhielt den „Special Achievement Award“: Wäre es der Oscar, würde man womöglich von einem Preis für das Lebenswerk sprechen. In der Jury in Düsseldorf gilt als Auswahlkriterium: Es soll sich um Persönlichkeiten handeln, die „in herausragender Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern“.

          In diesem Zusammenhang ist Larry Hagman eine gute Wahl. Allzu oft und allzu gern verwebt die Wirtschaft den Begriff „Nachhaltigkeit“ marketingtechnisch mit Moral, wo es in Wirklichkeit doch in erster Linie um den Gewinn geht. Bei J.R. alias Larry mit dem fiesen Lachen weiß man wenigstens, woran man ist.

          Quelle: F.A.Z.

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