Die Konjunktur in China kommt nur stotternd auf Touren. Industrieproduktion und Einzelhandel wuchsen zum Jahresanfang langsamer als erwartet. Wie das Statistikbüro am Samstag mitteilte, legte die Industrieproduktion in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,9 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt ein Plus von 10,5 Prozent vorausgesagt.
Die Einzelhandelsumsätze zogen 12,3 Prozent an, während die Expertenschätzung bei 15 Prozent lag. „Diese Daten zeigen, dass die Wirtschaft sich im Prozess einer sanften Erholung befindet und dass diese weiterhin fragil ist“, sagte Analyst Xu Gao von Everbright Securities.
Um Verzerrungen zu vermeiden, wurden in der Statistik Januar und Februar zusammengefasst. Grund war das chinesische Neujahrsfest, das in diesem Jahr in den Februar fiel, während es 2012 im Januar lag. Viele Betriebe bleiben anlässlich des Festes für zwei Wochen geschlossen.
Inflation höher als erwartet
Die Inflation legte stärker zu als erwartet. Der Verbraucherpreis-Index stieg im Februar um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit 3,0 Prozent gerechnet. Besonders stark verteuerten sich Lebensmittel mit einem Plus von 6,0 Prozent zum Vorjahr.
Wegen der staatlichen Investitionsoffensive zur Stützung der Konjunktur rechnet die chinesische Regierung für 2013 damit, dass die Inflation auf 3,5 Prozent zulegen wird. Im vergangenen Jahr betrug die Preisteuerung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt noch 2,6 Prozent.
Rückendeckung in der Eurokrise
Derweil signalisierte China den Euro-Staaten weiter Rückendeckung im Kampf gegen die Schuldenkrise. „Wir haben volles Vertrauen in die Zukunft von Europa“, sagte der chinesische Außenminister Yang Jiechi am Samstag auf einer Pressekonferenz am Rande des Jahrestreffens des Nationalen Volkskongresses.
China habe Europa verlässlich dabei unterstützt, die Schwierigkeiten zu überwinden. „Wir hoffen und glauben, dass Europa die Chancen in der Krise nutzen und neue Fortschritte in seiner Entwicklung machen kann“, sagte der Minister. Die Volksrepublik hat selbst großes Interesse, dass sich die Schuldenprobleme in der Eurozone nicht abermals zuspitzen. Sie braucht Europa als Absatzmarkt und hat dort zudem viel Geld investiert.
Nach dem jüngsten Hilfspaket für Griechenland hat es an den Finanzmärkten eine spürbare Entspannung gegeben. Die politische Ungewissheit in Italien nach der Parlamentswahl schürte zuletzt aber Befürchtungen, dass sich die Lage wieder verschärft.
getürkte Zahlen...
Georg Klein (Gott_2)
- 10.03.2013, 13:56 Uhr
Nur 9,9% Wachstum statt 10,7% in VRChina??
Heinrich Seneca (Hadrian55)
- 09.03.2013, 14:41 Uhr
