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Veröffentlicht: 11.02.2014, 14:19 Uhr

Landwirtschaft Der Anbau von Genmais 1507 wird wohl zugelassen

Der Mais 1507 ist resistent gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel und produziert ein eigenes Insektengift. Bei einer Abstimmung der EU-Staaten gab es keine ausreichende Mehrheit gegen eine Anbauerlaubnis.

© dpa Eine gentechnisch veränderte Maispflanze

Der umstrittene Genmais 1507 steht vor einer Zulassung in der Europäischen Union. Es wäre die erste Zulassung eines gentechnisch veränderten Maises seit 15 Jahren. Bei einer Abstimmung der EU-Staaten gab es am Dienstag keine ausreichende Mehrheit gegen eine Anbauerlaubnis, wie der griechische Außenminister Evangelos Venizelos als Vorsitzender der Sitzung in Brüssel sagte. Da es auch keine klare Mehrheit für die Zulassung gab, liegt die Entscheidung nun offiziell bei der EU-Kommission, die auf Grundlage wissenschaftlicher Bewertungen eine Anbauerlaubnis erteilen wird. Eine echte Wahl hat sie nicht: Sie muss die Zulassung erteilen, wenn sie die Welthandelsorganisation (WTO) nicht auf den Plan rufen will. Die akzeptiert Verbote von gentechnisch veränderten Pflanzen nur in Extremfällen. Und weil die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA in mehreren Studien keinen Einwand gegen den Anbau erhoben hat, muss die EU-Kommission der Zulassung zustimmen, wie Gesundheitskommissar Tonio Borg klarstellte.

Dies sorgte in der Diskussion der Vertreter der Mitgliedstaaten für heftige Kritik, da sich 19 Staaten gegen den Anbau aussprachen - das reicht allerdings nicht für eine qualifizierte Mehrheit, die eine Blockade der Zulassung ermöglicht hätte.

Deutschland hatte sich enthalten, weil es in der Bundesregierung keine klare Linie gibt: SPD und CSU lehnen den Anbau ab, die CDU ist dafür. Umfragen zufolge lehnt die Mehrheit der Deutschen Gentechnik ab. Bei der Abstimmung ging es um die Maissorte 1507 der Firma Pioneer Dupont.

Infografik / Genmais-Anbau in Europa © F.A.Z. Vergrößern

Der Genmais 1507 ist resistent gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel und produziert ein eigenes Insektengift. Als bedeutendster Maisschädling gilt der Maiszünsler. Das notwendige Gen der vom amerikanischen Hersteller Dupont Pioneer entwickelten Pflanze stammt von Bakterien.

Umweltschützer kritisieren, dass das in großen Mengen produzierte Gift vor allem Schmetterlinge gefährde. Zudem sei unklar, in welchem Umfang das Gift über den Genmais ins Erdreich gelangen könne. Demnach ist der Mais auch gegen das „hochgradig toxische“ Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat resistent. Laut Greenpeace ist dieses Mittel allerdings in Deutschland nicht zugelassen.

Im Moment wird in Europa nur eine Genpflanze kommerziell angebaut, der Mais Mon810 des amerikanischen Unternehmens Monsanto (siehe Grafik).

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Von Martin Gropp

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